BURI RAM – In der PS-geladenen Kulisse des Chang International Circuit fielen am Wochenende Worte, die nach Aufbruch und eiserner Disziplin klangen. Unter dem Parteimotto „Gesagt und getan Plus“ trommelten die Schwergewichte der Bhumjaithai-Partei ihre Abgeordneten zusammen. Die Botschaft: Thailand darf kein Spielball der Weltpolitik sein, sondern muss als geeintes „Team Thailand“ in das Rennen gegen globale Schocks gehen.

Der „Rennleiter“ und die grüne Wende

Vizepremierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas ließ keinen Zweifel an der Hierarchie. Er verglich die Regierung mit einem hochklassigen Rennstall, bei dem der Premierminister als Teamchef fungiere, um das Land im gnadenlosen globalen Wettbewerb auf die Pole-Position zu führen.

Eknitis Agenda ist ambitioniert: Mit der „10 Plus“-Strategie will er die Schuldenlast von Privatpersonen und Kleinunternehmen zertrümmern. Doch es geht um mehr als Reparaturarbeiten. „Wir müssen Teile unserer Wirtschaft radikal reformieren“, so der Minister. Der Fokus liegt auf Investitionen in grüne Technologien, um Thailand international wettbewerbsfähig zu machen – ein Wachstumskurs, der laut Ekniti „niemanden zurücklassen wird“. Das Ziel ist klar definiert: In vier Jahren soll Thailand zum wirtschaftlichen „Weltmeister“ aufsteigen.

Logistik-Alarm und Preiskontrolle

Handelsministerin Suphajee Suthumpun brachte die harte Realität der Geopolitik in den Verhandlungssaal. Angesichts der eskalierenden Krise im Nahen Osten warnte sie vor massiven logistischen Engpässen. Da über 60 % der thailändischen Schifffahrtsrouten das Kap der Guten Hoffnung passieren müssen, drohen Umwege, die die Transportzeiten um bis zu 15 Tage verlängern.

„Wir werden jeden verfügbaren Mechanismus nutzen, um die Warenpreise stabil zu halten“, versprach Suphajee.

Besonders die Landwirtschaft steht im Fokus: Während die Düngemittelvorräte bis August gesichert sind, laufen bereits Verhandlungen mit Malaysia und Brunei für zusätzliche Bestände. Zudem reagiert das Ministerium auf den Druck aus Washington: Nachdem die USA die Zölle bei 15 % eingefroren haben, drängt Suphajee auf eine radikale Umstrukturierung des Agrarsektors. Eine Million Rai Anbaufläche sollen auf Exportfrüchte umgestellt werden, flankiert von zentralen Verpackungsanlagen, um den Preisverfall bei Produkten wie aromatischen Kokosnüssen zu stoppen.

Diplomatie als Schutzschild

Außenminister Sihasak Phuangketkeow schlug unterdessen kritische Töne an. Die thailändische Diplomatie sei zu lange „statisch“ gewesen. In einer Welt, die von Instabilität geprägt ist, müsse die Außenpolitik aktiv gestaltet werden, um nationale Interessen und die Würde des Landes zu wahren.

Besonders drängend sei die Vorbereitung auf Evakuierungsszenarien im Nahen Osten, sollte sich die Lage weiter verschärfen. Sihasak forderte die Abgeordneten auf, die Außenpolitik nicht allein der Exekutive zu überlassen, sondern sich über parlamentarische Ausschüsse aktiv einzubringen.

Fazit: Ein Land im Krisenmodus

Die Botschaft von Buri Ram ist deutlich: Die Bhumjaithai-Partei positioniert sich als Stabilitätsanker in stürmischen Zeiten. Zwischen Rennstrecke und Regierungsverantwortung bereitet sich „Team Thailand“ darauf vor, die Auswirkungen der Nahostkrise und den US-Handelsdruck mit einer Mischung aus protektionistischer Vorsorge und offensiver Wirtschaftsreform abzufedern.

 

STIN // AI

Von stin

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