BURI RAM – Während die geopolitischen Brandherde im Nahen Osten die Weltwirtschaft in Atem halten, hat Thailands Bhumjaithai-Partei (BJT) einen ehrgeizigen Schutzwall errichtet. Auf dem legendären Chang International Circuit in Buri Ram präsentierte die Parteispitze am Sonntag die „10 Plus“-Strategie – ein wirtschaftspolitisches Manöver, das das Königreich nicht nur durch die aktuellen Stürme manövrieren, sondern langfristig krisenfest machen soll.

Ein Bollwerk gegen die Instabilität

Vizepremierminister Ekniti Nitithanprapas ließ keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Lage. Die Welt sei von externen Schocks gezeichnet, doch Thailand werde sich nicht kampflos ergeben. Das Maßnahmenpaket ist ein Rundumschlag: Von der Entlastung einkommensschwacher Haushalte über den Schuldenabbau für kleine Unternehmen bis hin zu einer massiven Offensive in grüne Industrien.

„Wir jagen nicht dem schnellen Geld hinterher“, betonte Ekniti mit Blick auf die schmerzhaften Lehren der Asienkrise von 1997. „Unser Ziel ist stabiles, inklusives Wachstum. Wir bauen ein Fundament, das hält, wenn der Rest der Welt schwankt.“

Krisenmanagement im Minutentakt

Hinter den Kulissen in Bangkok herrscht Hochbetrieb. Der Premierminister habe in der vergangenen Woche täglich Krisensitzungen einberufen, um die Eskalation im Nahen Osten zu analysieren. Die größte Sorge: Die Ölversorgung und explodierende Verbraucherpreise. Hier greift die BJT-Strategie mit Notfallplänen ein, die Puffer schaffen sollen, bevor die Inflation die Bürger erreicht.

Handelsministerin Suphajee Suthumpun richtete eine deutliche Warnung an Spekulanten: Wer die Krise für Hamsterkäufe oder ungerechtfertigte Preiserhöhungen missbraucht, wird die volle Härte der Behörden spüren. „Wir müssen das Vertrauen der Menschen bewahren“, so Suphajee. Die logistischen Herausforderungen sind bereits Realität: Über 60 % des thailändischen Seehandels müssen derzeit den massiven Umweg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen – eine Verzögerung von bis zu 15 Tagen, die die Lieferketten bis zum Zerreißen spannt.

Diplomatie mit Rückgrat

Auch die Außenpolitik wird neu kalibriert. Angesichts schwankender US-Zölle – die jüngst von 19 % auf 15 % gesenkt wurden, aber neue Anpassungen erfordern – und einer unberechenbaren Weltlage, forderte Außenminister Sihasak Phuangketkeow ein Ende der Zurückhaltung.

„Die Welt wird turbulenter. Wir müssen unsere Diplomatie stärken, um Thailands Interessen und Würde zu schützen“, erklärte Sihasak kämpferisch.

Dazu gehöre nicht nur das Taktieren zwischen den Großmächten, sondern auch ganz konkrete Vorsorge: Das Außenministerium bereite bereits Evakuierungspläne für thailändische Staatsangehörige vor, sollte der Konflikt im Nahen Osten weiter eskalieren.

Mit der „10 Plus“-Strategie sendet die Bhumjaithai-Partei ein klares Signal: In Zeiten globaler Unsicherheit setzt Thailand auf eine Mischung aus wirtschaftlichem Protektionismus für die Kleinen und einer aggressiven, proaktiven Rolle auf der Weltbühne.

 

STIN // AI

Von stin

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