BANGKOK — Während Gleichaltrige meist noch über Hausaufgaben brüten oder sich in der Pubertät sortieren, hat Srisupha Kesavapitak bereits ein Lebenstempo vorgelegt, das selbst Hochleistungssportler schwindelig werden lässt. Die thailändische Teenagerin, in Fachkreisen und unter Freunden nur „Beijing“ genannt, hat mit gerade einmal 16 Jahren ihren ersten Bachelor-Abschluss mit Auszeichnung in der Tasche – und das ist erst der Anfang einer beispiellosen multidisziplinären Karriere.

Der Weg zur „Second-Class Honours“ mit 13 Jahren

Beijings akademische Reise begann zu einem Zeitpunkt, als andere gerade erst das Gymnasium besuchten. Nachdem sie die IGCSE-Äquivalenzprüfung bestanden hatte, schrieb sie sich 2020 im Alter von 13 Jahren an der renommierten Ramkhamhaeng-Universität ein. Doch ein einzelnes Studium reichte dem ehrgeizigen Talent nicht: Sie entschied sich für ein gewagtes Doppelstudium an zwei völlig unterschiedlichen Fakultäten – Anglistik an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und Optometrie.

Nach nur drei Jahren harter Arbeit lieferte sie nun das erste Ergebnis ab: Den Bachelor in Anglistik, abgeschlossen mit der Note „gut“ (Second-Class Honours). Für Beijing war diese Auszeichnung kein Zufall, sondern strategische Notwendigkeit. „Der Abschluss mit Auszeichnung war mein Ziel, um Zugang zu einem Masterstudiengang zu erhalten, der genau diese Qualifikation voraussetzt“, erklärt sie nüchtern.

Zwischen Londoner Elite-Uni und thailändischem Eis

Die Früchte dieser Strategie erntet sie bereits jetzt. Aktuell absolviert Beijing online einen Masterstudiengang in Strategischem Rechnungswesen und Finanzen am prestigeträchtigen University College London (UCL). Der Abschluss wird noch in diesem Jahr erwartet – eine Leistung, die sie im Alter von 16 Jahren zur Master-Absolventin einer der weltweit führenden Universitäten machen würde.

Doch wer glaubt, Beijing verbringe ihre gesamte Zeit hinter Büchern, irrt. Ihr Herz schlägt auf dem Eis. In den Jahren 2017 und 2018 dominierte sie die asiatischen Eiskunstlaufmeisterschaften des Ice Skating Institute Asia und sicherte sich zwei Jahre in Folge den Titel. Heute gibt sie ihr Wissen als Trainerin bei Thailand International Ice Hockey und im Theatre of Dreams an die nächste Generation weiter.


Ein Terminkalender der Extreme

Wie lässt sich ein Pensum von bis zu 14 Fächern pro Semester, ein Masterstudium in London und ein Job als Trainerin vereinbaren? Beijings Alltag ist eine Lektion in Zeitmanagement:

  • Wochentage: Fokus auf das komplexe Studium der Optometrie.

  • Abends/Parallel: Geisteswissenschaftliche Kurse über das Online-System der Universität.

  • Wochenende: Arbeit auf der Eisbahn und Trainingseinheiten.

„Manchmal habe ich bis zu 14 Fächer gleichzeitig belegt“, berichtet sie über ihre Zeit an der Ramkhamhaeng-Universität.

Die Vision: Eine Klinik für die Welt

Um sich voll auf den Endspurt am UCL in London zu konzentrieren, hat sie ihr Optometriestudium vorübergehend pausiert. Doch ein Abbruch kommt für das Multitalent nicht infrage. Ihr langfristiger Plan ist so präzise wie eine Pirouette auf dem Eis: Beijing möchte eine eigene Augenklinik eröffnen.

Dabei will sie all ihre Talente bündeln: Die medizinische Expertise der Optometrie, das betriebswirtschaftliche Know-how aus ihrem Finanz-Master und ihre sprachliche Gewandtheit in Englisch, um eine internationale Klientel in Bangkok auf höchstem Niveau zu versorgen. Srisupha „Beijing“ Kesavapitak beweist eindrucksvoll: Wer die Kufen scharf schleift und den Verstand schärft, dem sind keine Grenzen gesetzt.

 

STIN // AI

Von stin

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