Die globale Energielandkarte gerät ins Wanken: Ein kriegsbedingter Totalausfall in der weltweit größten Exportanlage in Katar hat den LNG-Markt schlagartig leergefegt. Während die Flammen des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran die Unsicherheit befeuern, stehen asiatische Importeure mit dem Rücken zur Wand.

Leere Hände auf dem Spotmarkt

Länder wie Thailand, Indien, Bangladesch und Vietnam befinden sich in einem verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit. Um die nationale Energieversorgungssicherheit zu retten, drängen sie massiv auf den Spotmarkt – doch dort herrscht vielerorts gähnende Leere.

Die indischen Schwergewichte Gail und GSPC mussten bereits schmerzhaft erfahren, was es bedeutet, wenn das Angebot versiegt: Ihre Ausschreibungen für den laufenden Monat blieben schlichtweg unberücksichtigt. Auch Thailands Energiekonzern PTT konnte seinen Hunger nach Gas nur teilweise stillen; eine geplante Lieferung für die Zeitwende März/April kam nicht zustande.

Preis-Schock: Notkäufe um jeden Preis

Besonders dramatisch ist die Lage in Bangladesch. Um eine drohende Energiekrise im eigenen Land abzuwenden, griff der Staatskonzern Petrobangla zu drastischen Mitteln.

  • Der Preis des Überlebens: Eine der zwei gesicherten Notlieferungen schlug mit rund 28 US-Dollar pro Million BTU zu Buche.

  • Die Bilanz: Das ist das 2,5-fache des Januar-Niveaus. Eine zweite Ladung folgte für knapp 23 US-Dollar.

Für Thailand steht besonders viel auf dem Spiel, da Erdgas über 60 % des gesamten Strommixes befeuert. Jede ausbleibende Schiffsladung rückt das Szenario von Blackouts näher.


Hitze und Krieg als Preistreiber

Die Prognosen für die kommenden Monate verschärfen die angespannte Lage zusätzlich. In Südostasien zeichnet sich eine Hitzewelle ab, die den Energiebedarf für Kühlsysteme in die Höhe treiben wird. Asiatische Käufer finden sich nun in einem gnadenlosen Bieterstreit mit Europa wieder – beide Regionen gieren nach den verbliebenen, begrenzten Kapazitäten.

Marktturbulenzen außer Kontrolle

Der seit dem 28. Februar tobende Krieg im Nahen Osten wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Weltwirtschaft:

  1. Rohöl-Effekt: Ein massiver Anstieg der Ölpreise zog das europäische Gas am Montag zeitweise um 30 % nach oben, bevor es sich bei einem Plus von 6 % stabilisierte.

  2. Verdopplung in Asien: Die asiatischen LNG-Preise haben sich seit Kriegsausbruch mehr als verdoppelt.

Händler sind sich einig: Solange die Waffen im Nahen Osten nicht schweigen, wird Gas ein Luxusgut bleiben, das sich viele Schwellenländer kaum noch leisten können.

 

STIN // AI

Von stin

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