Die Bangkok Bank zieht vorerst die Notbremse: Eine geplante Neuregelung für digitale Kontoführung, die bereits am 9. April hätte in Kraft treten sollen, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Richtlinie hätte Inhaber der Kontotypen „e-Savings“ und „Bua Luang Extra Digital“ dazu verpflichtet, ein permanentes Mindestguthaben von 2.000 Baht vorzuweisen.
Fokus auf Kundenzufriedenheit
Chaiyarit Anuchitworawong, leitende Vizepräsidentin der Bank, begründete die Entscheidung am heutigen Tag mit einer detaillierten internen Prüfung. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass die strikte Guthaben-Regel zu erheblichen Unannehmlichkeiten für die Kunden führen könnte. Um die Nutzererfahrung nicht zu gefährden, habe man sich daher für den Aufschub der Umsetzung entschieden.
Kampf gegen die „Maultier-Konten“
Hinter der ursprünglich geplanten Maßnahme steckt jedoch ein ernstes Sicherheitsproblem. Laut Anuchitworawong wollte die Bank mit der Mindestguthaben-Pflicht gezielt Betrügern das Handwerk legen.
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Das Ziel: Die Verhinderung sogenannter „Geldwäsche-Konten“ (Mule Accounts).
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Die Taktik: Kriminelle nutzen Online-Konten oft als kurzfristige Zwischenstation, um ergaunerte Gelder von Opfern schnell weiterzuleiten und zu parken.
Eine Hürde wie ein obligatorisches Mindestguthaben sollte diesen Missbrauch erschweren. Trotz der Absage an die aktuelle Richtlinie bleibt der Schutz vor Finanzkriminalität ganz oben auf der Agenda der Bank – man sucht nun offenbar nach Wegen, die Sicherheit zu erhöhen, ohne die ehrlichen Sparer finanziell einzuschränken.
STIN // AI