BANGKOK – Die juristischen Weichen für eine der meistdiskutierten Haftentlassungen Thailands sind gestellt. Wie sein Rechtsbeistand Winyat Chatmontri nach einem Familienbesuch im Zentralgefängnis Klong Prem bestätigte, wurden die offiziellen Unterlagen für die Bewährung von Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra bereits eingereicht. Nun liegt der Ball im Feld der Justizvollzugsbehörde, die das Dossier einer finalen Prüfung unterzieht.

Sollte das Ministerium grünes Licht geben, steht das Datum bereits fest: Am 11. Mai gegen 7:00 Uhr morgens könnte Thaksin die Gefängnismauern hinter sich lassen.


Der mathematische Weg in die Freiheit

Die Grundlage für die mögliche Entlassung ist eine strikte Berechnung der Haftzeit. Das Justizvollzugsministerium hatte zuvor bestätigt, dass Thaksin am 10. Mai genau zwei Drittel seiner einjährigen Haftstrafe verbüßt haben wird. Damit erfüllt er am darauffolgenden Tag die gesetzlichen Kriterien für eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung.

Einblicke hinter Gittern: Gesundheit vor Politik

Während die Juristen die Paragrafen prüfen, steht für die Familie der Mensch im Vordergrund. Am frühen Donnerstagmorgen (12. März) besuchte Paetongtarn Shinawatra gemeinsam mit ihrem Ehemann Pitaka Suksawat ihren Vater – es war der bereits 47. Besuch der Familie.

Nach dem etwa 50-minütigen Treffen gab Paetongtarn vorsichtige Entwarnung bezüglich seines Zustands:

  • Gesundheitszustand: Thaksin sei bei guter Verfassung.

  • Fortschritte: Seine hartnäckigen Schlafprobleme hätten sich spürbar gebessert.

  • Gesprächsthemen: Politik oder die aktuellen geopolitischen Unruhen im Nahen Osten blieben außen vor. Stattdessen konzentrierte sich der Austausch auf den Stand der laufenden Gerichtsverfahren.

Auf die Frage nach der bevorstehenden Freiheit in zwei Monaten reagierte Paetongtarn emotional, aber diszipliniert: Die Familie sehne diesen Tag herbei, doch die bürokratischen Formalitäten lägen allein in den Händen der Anwälte.


Mobilisierung der Basis: „Nachtwache“ vor Klong Prem

Vor den Toren des Gefängnisses herrscht bereits Aufbruchstimmung. Nach dem Besuch trafen Paetongtarn und ihr Ehemann auf eine Gruppe treuer Weggefährten, darunter ehemalige Klassenkameraden Thaksins vom Montfort College in Chiang Mai sowie zahlreiche Anhänger der „Rothemden“.

Die Loyalität der Unterstützer ist ungebrochen: Einige kündigten bereits an, die Nacht zum 10. Mai direkt vor dem Gefängnis zu verbringen, um ihren Anführer im ersten Licht des 11. Mai gebührend in Empfang zu nehmen.


Juristisches Gewitter gegen Kritiker

Doch die Nachricht von der möglichen Freilassung sorgt nicht nur für Jubel – und die Verteidigung geht nun in die Offensive. Anwalt Winyat Chatmontri sprach eine deutliche Warnung an Kritiker und Urheber von Falschmeldungen aus.

„Wer aus politischen Gründen oder zur Effekthascherei Verleumdungen und Desinformationen über Herrn Thaksin verbreitet, wird die Verantwortung dafür tragen müssen“, so Winyat.

Er bestätigte, dass bereits rechtliche Schritte gegen mehrere Personen eingeleitet wurden. Das Anwaltsteam konzentriere sich dabei vor allem auf die Hauptakteure hinter den Diffamierungskampagnen.

 

STIN // AI

Von stin

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