BANGKOK – Es sind Szenen wie aus einem Kriminalroman, die sich am heutigen Morgen in den Straßen des Stadtteils Chaeng Wattana abspielten. Unter massivem Polizeischutz sollte der geständige Mörder „Dom“ zeigen, wie er seine Freundin tötete und fachgerecht zerlegte. Doch der Zorn der Menge zwang die Ermittler zum Rückzug.
Mit Helm und schwerer Schutzweste gepanzert, flankiert von über 20 schwer bewaffneten Beamten der Station Thung Song Hong, wurde der Verdächtige aus der Zelle geführt. Der Mann, ein ehemaliger Metzger aus Laos, wirkte klein unter der Last der Vorwürfe, die das ganze Land erschüttern: Er soll seine Lebensgefährtin Ram Phothirach im Affekt erwürgt, die Leiche im Badezimmer zerstückelt und die Überreste in acht schwarzen Müllsäcken in der Stadt verteilt haben.
Ein Verbrechen aus „Liebe“ und Raserei
Die Ermittlungen zeichnen das Bild einer toxischen Beziehung, die in einer Katastrophe endete. Ende Februar war Ram vor ihrem Partner nach Chon Buri geflohen. Dom spürte sie auf, überredete sie zur Rückkehr nach Bangkok und versuchte schließlich, sie zur gemeinsamen Flucht nach Laos zu drängen. Als sie sich weigerte, eskalierte die Situation.
In einem Anfall von rasender Eifersucht soll der Ex-Metzger die Frau so lange misshandelt haben, bis sie das Bewusstsein verlor. Im Glauben, sie sei bereits tot, griff er zu den Werkzeugen seines einstigen Handwerks. Mit der Präzision eines Fleischers zerlegte er den Körper der Frau, die er angeblich liebte.
Der verzweifelte Hilferuf aus der Gefangenschaft
Besonders tragisch: Das Opfer hatte noch versucht, sich zu retten. Ihr Bruder „Det“ berichtete der Polizei von einem verzweifelten Telefonat am 22. März. Ram sei in ihrem Zimmer eingesperrt worden, schickte kurze SMS-Nachrichten und flehte um Hilfe. Da Det jedoch arbeitete, riet er ihr zunächst, das Gespräch mit Dom zu suchen – eine Entscheidung, die er nun bitter bereuen dürfte. Als er kurz nach Mitternacht in der Wohnung eintraf, war seine Schwester bereits verschwunden. Nur die Überwachungskameras der Wohnanlage lieferten die grauenhafte Antwort: Sie zeigten Dom, wie er nacheinander mehrere schwere, schwarze Plastiksäcke aus dem Gebäude schleppte.
Eskalation bei der Rekonstruktion
Heute Morgen sollte der Täter die letzten Puzzleteile der Ermittlung liefern. Zunächst führten die Beamten ihn in die Wohnung im vierten Stock – die mutmaßliche Todeskammer. Anschließend ging es zu den Kanälen entlang der Khlong Prapa Road, wo er die Säcke mit den Leichenteilen entsorgt hatte.
Doch die Nachricht von der Anwesenheit des „Metzgers“ verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Wütende Anwohner und ehemalige Kollegen des Opfers versammelten sich in Scharen. Die Stimmung war hasserfüllt; Beschimpfungen hallten durch die Straßen. Die Situation geriet außer Kontrolle, als ein Mann die Polizeikette durchbrach und versuchte, den Verdächtigen tätlich anzugreifen.
Abbruch aus Sicherheitsgründen
Nach nur einer Stunde zogen die Einsatzleiter die Notbremse. Angesichts der aufgeheizten Atmosphäre und der Gefahr eines Lynchmords wurde die Rekonstruktion abgebrochen und der Verdächtige zurück in die gesicherte Zelle gebracht.
Dom war zuvor an der Grenze zur Provinz Nong Khai gefasst worden, als er versuchte, sich in seine Heimat Laos abzusetzen. Nun erwartet ihn eine Anklage wegen vorsätzlichen Mordes und der Beseitigung einer Leiche. Ihm droht die Höchststrafe.