In einer entscheidenden Sondersitzung hat das thailändische Kabinett unter dem Vorsitz von Premierminister Anutin Charnvirakul den Weg für ein umfassendes Hilfspaket frei gemacht. Um die steigenden Lebenshaltungskosten abzufedern, bringt die Regierung sieben Sofortmaßnahmen auf den Weg, die von Steuersenkungen bis hin zu Direkthilfen für Millionen Bürger reichen.

BANGKOK – Es herrschte Aufbruchstimmung im Finanzministerium, als Staatssekretär Lavaron Sangsnit die Ergebnisse der jüngsten Kabinettssitzung verkündete. Die Botschaft ist klar: Die Zeit drängt. Angesichts der wirtschaftlichen Belastungen hat die Regierung ein Maßnahmenbündel geschnürt, das „der Öffentlichkeit den größtmöglichen Nutzen bringen soll“. Da die Regierung derzeit nur übergangsweise im Amt ist, müssen viele der Beschlüsse noch die Hürde der Wahlkommission nehmen – doch der Wille zur Entlastung steht fest.


Die 7 Säulen der thailändischen Krisenhilfe

1. Steuerentlastung an der Zapfsäule

Das Finanzministerium prüft derzeit mit Hochdruck eine Senkung der Verbrauchsteuersätze. Ziel ist es, die Treibstoffpreise spürbar zu drücken. Details über die Höhe und Dauer der Senkung werden aktuell ausgearbeitet, um zeitnah in Abstimmung mit der Wahlkommission in Kraft zu treten.

2. Soforthilfe für Sozialkarten-Inhaber

Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen stehen im Fokus einer 1,3 Milliarden Baht schweren Finanzspritze. Das monatliche Guthaben für Konsumgüter auf den staatlichen Sozialkarten wird kurzfristig von 300 auf 400 Baht aufgestockt. Aufgrund des Übergangsstatus der Regierung ist diese Erhöhung zunächst auf einen Monat begrenzt, wobei eine Fortführung durch die künftige Regierung bereits in Aussicht gestellt wurde.

3. Schutzschild für den Transportsektor

Die rasant steigenden Ölpreise setzen Logistikunternehmen unter Druck. Gezielte Hilfen sollen nun Lkw- und Busbetreibern sowie den für Thailand typischen Motorradtaxifahrern unter die Arme greifen, um einen Kollaps der Lieferketten und des Personennahverkehrs zu verhindern.

4. Rückenwind für die Landwirtschaft

Um die Bauern vor explodierenden Kosten zu schützen, setzt die Regierung auf das Projekt „Grüne Flagge“. Hierbei soll der Zugang zu kostengünstigen Düngemitteln erleichtert werden. Gleichzeitig forciert der Staat die Förderung von Bio-Düngern, um die riskante Abhängigkeit von teuren Importen langfristig zu senken.

5. Treibstoff-Rabatte für die Fischerei

Fischer können aufatmen: Durch den Zugang zu speziellem B20-Kraftstoff sollen die Betriebskosten massiv sinken. Es wird erwartet, dass dieser Treibstoff etwa 5 bis 6 Baht pro Liter günstiger sein wird als herkömmlicher Diesel – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für den maritimen Sektor.

6. Erleichterungen für das Baugewerbe

Bauunternehmen, die durch Treibstoffmangel oder Lieferverzögerungen in Verzug geraten sind, erhalten eine Atempause. Die Regierung verlängert die Fristen für Bauabnahmen und Inspektionen, um drakonische Strafen abzuwenden. Zudem soll die Auszahlung von Entschädigungen für Preisschwankungen (der sogenannte K-Faktor) beschleunigt werden, um die Liquidität der Betriebe zu sichern.

7. 10-Milliarden-Spritze für den Mittelstand

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) öffnet die staatliche Sparkasse ihre Tresore. Ein Volumen von 10 Milliarden Baht an zinsgünstigen Krediten steht bereit, um insbesondere die Liquidität kleinerer Betriebe innerhalb der Lieferketten zu stärken.


„Dies sind notwendige Maßnahmen, die dringend umgesetzt werden müssen“, betonte Lavaron Sangsnit.

Während das Land auf die formale Zustimmung der Wahlkommission wartet, signalisiert dieses Paket eines: Die Regierung will trotz ihres Übergangsstatus Handlungsfähigkeit beweisen und die soziale Härte der Inflation abfedern.

 

Von stin

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