BANGKOK – Die thailändische Währung gerät massiv unter Beschuss. Während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Weltmärkte in Atem halten, flüchten Investoren in den sicheren Hafen des US-Dollars. Für den Baht bedeutet das den tiefsten Stand seit neun Monaten – und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.

Der thailändische Baht gleicht derzeit einem Seismographen für die globale Instabilität. Nachdem die Währung bereits am Montag mit einem Wert von 33,04 pro US-Dollar ein kritisches Neunmonatstief testete, blicken Analysten mit Sorge auf die kommenden Tage. Experten rechnen damit, dass der Kurs in dieser Woche bis auf die Marke von 33,50 pro Dollar durchgereicht wird.

Geopolitik treibt den Dollar-Hunger

Kanjana Chockpisansin, Forschungsleiterin beim renommierten Kasikorn Research Centre (K-Research), sieht die Ursache in einer klassischen Fluchtreaktion: „Angesichts der massiven geopolitischen Unsicherheiten gewinnt der US-Dollar als ‚Safe Haven‘ massiv an Attraktivität“, erklärt sie. Während der Baht an Boden verliert, sorgt ein radikaler Stimmungsumschwung bei den Anlegern für zusätzlichen Gegenwind. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve ist verflogen. Stattdessen stellen sich die Märkte auf stabil hohe Zinsen und steigende Renditen bei US-Staatsanleihen ein – ein toxischer Mix für Schwellenländerwährungen.

Öl und Gold: Die doppelte Zange

Thailand und seine Nachbarn leiden zudem unter ihrer strukturellen Abhängigkeit. Als Netto-Importeure von Öl aus dem Nahen Osten trifft die Region jede Eskalation im Konflikt doppelt hart. Doch es ist nicht nur das schwarze Gold, das den Baht belastet. Auch das glänzende Edelmetall spielt eine entscheidende Rolle:

  • Gold-Abverkauf: Seit dem Höchststand im Februar sind die globalen Goldpreise um rund 22 % eingebrochen.

  • Umschichtung: Anleger stoßen ihre Goldreserven ab, um Kapital in den boomenden Ölmarkt zu lenken.

  • Druck auf den Kurs: Da der Baht traditionell eng mit der Entwicklung des Goldpreises korreliert, beschleunigt der Preissturz von 4.700 US-Dollar auf das Unterstützungsniveau von 4.400 US-Dollar pro Unze die Abwertung massiv.

Zentralbank unter Zugzwang

Die Währungshüter in Bangkok schauen dem Treiben nicht tatenlos zu. Roong Sanguanruang von der Bank von Ayudhya (Krungsi) geht davon aus, dass die thailändische Zentralbank (BoT) intervenieren wird, um die Volatilität abzufedern und die Importkosten für heimische Unternehmen nicht völlig entgleisen zu lassen. Die Kriegskasse der Notenbank ist zwar prall gefüllt, zeigt aber bereits erste Spuren der Belastung: Innerhalb nur einer Woche sanken die internationalen Reserven von 288 Milliarden auf 284 Milliarden US-Dollar.

Die Prognosen im Überblick

Die führenden Finanzhäuser Thailands zeichnen ein einheitliches Bild der Unsicherheit:

Institut Erwartete Spanne (Baht/USD) Prognose-Fokus
Kasikorn Research Obergrenze 33,50 Geopolitik & Dollar-Stärke
Krungsri Bank 32,60 – 33,40 Volatilitäts-Management
Krungthai Global 32,50 – 33,50 Goldpreis & Fed-Politik

Das Fazit: Solange die Lage im Nahen Osten volatil bleibt und die US-Zinsen das globale Kapital ansaugen, bleibt der Baht im Krisenmodus. Marktteilnehmer müssen sich auf eine Phase der Instabilität einstellen, in der jede Nachricht aus dem Konfliktgebiet den Kurs unmittelbar ins Wanken bringen kann.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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1 Kommentar
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Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
2 Monate vor

Sage ich schon immer, der Bath ist überbewertet!
Orientiert sich nur am Dollar und Gold.

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