MIAMI BEACH – Es sollten unbeschwerte Frühlingsferien unter der Sonne Floridas werden, doch sie endeten in einer unvorstellbaren Tragödie. Ein 42-jähriger US-Amerikaner raste am späten Mittwochabend, dem 18. März, mit seinem Nissan Sentra durch die Straßen von Miami Beach – ohne Licht, mit massiv überhöhter Geschwindigkeit und offenbar mit tödlicher Absicht. Das Resultat: Zwei junge thailändische Talente, die an der Indiana University eine glänzende Zukunft vor sich hatten, wurden mitten auf einem Zebrastreifen aus dem Leben gerissen.
Die Chronologie des Grauens
Gegen 21:05 Uhr gingen bei der Notrufzentrale 911 bereits die ersten verzweifelten Anrufe ein. Zeugen meldeten ein Fahrzeug, das durch eine rücksichtslose Fahrweise auffiel. Nur Minuten später kam es an der Kreuzung Collins Avenue und 73. Straße zur Katastrophe.
Sarisa Kongduang (22) und Greatgomon Laowatdhanasapya (23) überquerten vorschriftsmäßig den markierten Fußgängerüberweg, als der dunkle Nissan sie mit voller Wucht erfasste. Der Aufprall war so heftig, dass jede Hilfe zu spät kam. Obwohl Rettungskräfte die beiden Schwerstverletzten umgehend in ein Krankenhaus brachten, konnten die Ärzte dort nur noch ihren Tod feststellen.
Flucht und Schock-Geständnis
Anstatt zu helfen, gab der Fahrer, der als Adan Negron-Morris identifiziert wurde, Gas. Er ließ seinen Wagen wenig später in der Nähe einer Walgreens-Filiale stehen und versuchte, unterzutauchen. Die Polizei von Miami-Dade konnte den Flüchtigen jedoch kurz darauf in einem nahegelegenen Geschäft aufspüren und festnehmen.
Was die Ermittler bei der Vernehmung zu hören bekamen, macht fassungslos: Negron-Morris gab an, er habe in dem Moment des Aufpalls die Augen geschlossen und beschleunigt. Sein Ziel sei es gewesen, sich selbst das Leben zu nehmen. Dass er dabei zwei unschuldige Passanten tötete, nahm er billigend in Kauf. Die Behörden ordneten sofort eine toxikologische Untersuchung an, um festzustellen, ob Drogen oder Alkohol im Spiel waren.
Thailand trauert um seine „Besten“
Die Nachricht vom Tod der beiden löste in Thailand und unter thailändischen Studenten in den USA eine Welle der Erschütterung aus:
-
Sarisa Kongduang war eine engagierte Studentin im dritten Jahr an der renommierten Kelley School of Business. Als Präsidentin der Association of Thai Students in the United States (ATSA) war sie eine tragende Säule der Gemeinschaft.
-
Greatgomon Laowatdhanasapya hatte seinen Master in Finanzen bereits in der Tasche und arbeitete als Investmentbanking-Analyst für die Bank of America in Chicago.
Konsequenzen vor Gericht
Die Justiz reagierte mit voller Härte. Ein Richter im Miami-Dade County setzte die Kaution auf die außergewöhnlich hohe Summe von einer Million US-Dollar fest. Das Gericht stufte Negron-Morris als „Gefahr für die Allgemeinheit“ ein. Sollte er die Kaution hinterlegen können, erwarten ihn drakonische Auflagen: strikter Hausarrest, ein absolutes Fahrverbot sowie Alkoholverbot.
Dem 42-Jährigen wird nun zweifache fahrlässige Tötung im Straßenverkehr und zweifache Fahrerflucht mit Todesfolge vorgeworfen. Während die Ermittlungen der Polizei andauern, bleibt eine Gemeinschaft zurück, die zwei ihrer vielversprechendsten Köpfe durch eine sinnlose Tat verloren hat.