Inmitten massiver regionaler Spannungen und drohender Versorgungsengpässe hat die Regierung in Manila einen entscheidenden diplomatischen Sieg errungen: Der Iran garantiert philippinischen Schiffen ab sofort die sichere Passage durch die strategisch hochsensible Straße von Hormus.
Wie das philippinische Außenministerium am Donnerstag bekannt gab, erfolgte die Zusage während eines Telefonats zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und seinen Amtskollegen in Manila. Araghtschi versicherte demnach eine „sichere, ungehinderte und zügige Durchfahrt“ für Frachter unter philippinischer Flagge. Für den Inselstaat ist dies eine Nachricht von existenzieller Bedeutung, da die Vereinbarung die kontinuierliche Belieferung mit lebensnotwendigem Öl und Düngemitteln sicherstellt.
Manila unter Zugzwang: Der Kampf gegen den Energienotstand
Die Erleichterung in Manila ist greifbar. Die Philippinen sind in hohem Maße von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig und reagieren extrem sensibel auf geopolitische Erschütterungen in der Region. Erst in der vergangenen Woche sah sich Präsident Ferdinand Marcos gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen: Angesichts der destabilisierenden Auswirkungen des Iran-Krieges auf die globalen Lieferketten rief er einen „nationalen Energienotstand“ aus. Die nun erzielte Einigung könnte den massiven Druck auf die heimische Wirtschaft und die Stromversorgung vorerst lindern.
Eine neue Dynamik in der Meerenge?
Die Zusage an Manila ist kein isoliertes Ereignis, sondern scheint Teil einer neuen iranischen Strategie im Umgang mit südostasiatischen Handelspartnern zu sein:
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Malaysia: Bereits vor wenigen Tagen verkündete das Nachbarland Malaysia eine ähnliche Übereinkunft. Malaysische Öltanker dürfen die Straße von Hormus demnach sogar gebührenfrei passieren.
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China: Auch Peking meldete Erfolge. Laut dem chinesischen Außenministerium konnten in dieser Woche drei chinesische Schiffe die Meerenge ungehindert durchqueren. China bedankte sich demonstrativ bei den „beteiligten Parteien“ für die Unterstützung.
Während die Straße von Hormus für viele westliche Akteure weiterhin ein unberechenbares Risiko darstellt, scheint Teheran gegenüber asiatischen Staaten verstärkt auf Kooperation zu setzen. Für Präsident Marcos bedeutet der Deal vor allem Zeit – Zeit, um die nationale Energiekrise in den Griff zu bekommen, während der Rest der Welt gebannt auf die Schifffahrtsrouten am Golf blickt.