PHUKET – Was als verzweifelte Suche nach einer Freundin begann, endete für eine Touristin aus der Ukraine in einem grausamen Verbrechen. Die thailändische Polizei konnte am Montagnachmittag einen 43-jährigen Lieferwagenfahrer festnehmen, dem vorgeworfen wird, die Frau unter dem Vorwand technischer Hilfe in eine Falle gelockt und vergewaltigt zu haben.
Eine schicksalhafte Bitte um Internet
Die Ereignisse am frühen Montagmorgen lesen sich wie das Drehbuch eines Thrillers. Gegen 2:00 Uhr stand die junge Ukrainerin verlassen an der Chaloem Phrakiat Road im Bezirk Rassada. Zuvor hatte sie sich per Motorrad-Taxi von ihrem Hotel in Thalang in den Bezirk Muang bringen lassen, um eine Freundin zu treffen. Doch am vereinbarten Ort verlor sich die Spur: Die Freundin war nicht aufzufinden.
Ohne aktive Internetverbindung und damit ohne Möglichkeit zur Kommunikation, suchte die Frau verzweifelt nach Hilfe. Als sie auf den 43-jährigen Sukan und seinen Lieferwagen traf, bat sie ihn lediglich um einen Hotspot, um ihre Freundin via Messenger kontaktieren zu können.
Die Tat im Lieferwagen
Statt der erhofften Unterstützung bot der Mann ihr an, sie in seinen Wagen zu begleiten. Laut Polizeibericht nutzte der Verdächtige die missliche Lage der Touristin schamlos aus. In der Enge des Fahrzeugs soll er die Frau zwischen 2:00 und 3:00 Uhr morgens brutal vergewaltigt haben.
Besonders perfide: Nach der Tat brachte er sein Opfer zurück zu ihrer Unterkunft im weit entfernten Kamala (Distrikt Kathu), in der Hoffnung, das Verbrechen bliebe im Schutz der Dunkelheit ungesühnt.
Festnahme im Snookerclub
Doch der Täter unterschätzte die Entschlossenheit des Opfers. Bereits um 5:30 Uhr morgens – nur wenige Stunden nach der Tat – erstattete die Ukrainerin Anzeige bei der Polizei. Die Ermittler fackelten nicht lange: Dank präziser Personenbeschreibungen und intensiver Fahndung lokalisierten sie den Verdächtigen gegen 17:00 Uhr in einem Snookerclub im Tambon Rassada.
„Der Verdächtige hat unter dem Druck der Verhöre gestanden“, teilte die Polizei mit.
Sukan gab zu, die Frau unter dem Vorwand der Internet-Freigabe in den Wagen gelockt und sich an ihr vergangen zu haben. Er befindet sich nun in Haft und muss mit einer langjährigen Gefängnisstrafe rechnen. Der Fall sorgt auf der Ferieninsel für Entsetzen und wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheit von Alleinreisenden in der Nacht.
STIN // AI