PHUKET – Es war ein scheinbar gewöhnlicher Mittwochmorgen am Coco Pier im Bezirk Vichit, bis die Idylle des thailändischen Inselparadieses durch einen ohrenbetäubenden Knall zerrissen wurde. Gegen 11:00 Uhr verwandelte sich das Speedboot „Tequila“ in einen schwimmenden Feuerball. Die Bilanz des Unglücks ist tragisch: Ein junger Reiseleiter verlor sein Leben, fünf weitere Besatzungsmitglieder erlitten teils schwerste Verletzungen.

Der Moment der Katastrophe

Die Aufnahmen einer nahegelegenen Überwachungskamera wirken wie aus einem Actionfilm, sind jedoch bittere Realität. Ohne jede Vorwarnung detonierte das zweimotorige Schiff, das friedlich am Steg lag. Die Bilder zeigen die schiere Wucht der Druckwelle und drei Personen, die in nackter Panik von Bord in das rettende Wasser sprangen, während schwarzer Rauch in den Himmel stieg.

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich sechs Personen auf dem Boot – neben dem Reiseleiter auch Techniker und Bootsarbeiter. Eigentlich sollte die „Tequila“, die zur Flotte von Once Yachting Phuket gehört, an diesem Tag lediglich gewartet werden. Geplant waren Routinereparaturen und ein Ölwechsel.

Dramatischer Rettungseinsatz auf offener See

Die alarmierten Feuerwehrleute und Rettungskräfte der Kusol Dham Phuket Foundation standen vor einer gefährlichen Herausforderung. Um ein Übergreifen der Flammen auf andere Schiffe im dicht belegten Hafen zu verhindern, trafen die Einsatzkräfte eine riskante Entscheidung: Das brennende Wrack wurde aufs offene Meer hinausgeschleppt.

Während die Feuerwehr gegen die Flammen ankämpfte, verlor das Schiff zunehmend an Stabilität. Etwa zehn Minuten vom Pier entfernt, in der Nähe von Koh Taphao Yai, sank die „Tequila“ schließlich in die Tiefe.

Traurige Gewissheit nach Stunden der Suche

Während fünf Verletzte umgehend in Krankenhäuser gebracht wurden, begann für den 24-jährigen Reiseleiter Khomphet Whandee eine verzweifelte Suchaktion. Er wurde zunächst vermisst, bis spezialisierte Taucherteams das Wrack am Meeresgrund untersuchten. Gegen 15:10 Uhr folgte die traurige Nachricht: Die Taucher bargen den leblosen Körper des jungen Mannes aus den Trümmern des gesunkenen Bootes.

Unter den Überlebenden kämpft derweil Khomkrit Arundate im Vachira Phuket Hospital um sein Leben. Sein Zustand wird als kritisch eingestuft, er befindet sich in intensivmedizinischer Betreuung.


Die Suche nach der Ursache

Wie konnte ein Boot während Routinearbeiten zur tödlichen Falle werden? Die Behörden und das Unternehmen haben die Ermittlungen aufgenommen. Im Fokus steht dabei die Bergung des Wracks vom Meeresgrund, um technische Details zu klären.

Derzeit konzentrieren sich die Ermittler auf zwei Szenarien:

  • Ein schwerwiegender Defekt im Treibstoffsystem, der zur Gasbildung und anschließenden Zündung führte.

  • Mögliche menschliche Fehler oder riskante Handlungen der Besatzung während der Wartungsarbeiten.

Während die Ermittlungen andauern, hinterlässt das Unglück eine tiefe Erschütterung in der lokalen Tourismusbranche von Phuket.

 

STIN // AI

Von stin

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