KOH LARN – Es sollten entspannte Momente auf dem glitzernden Golf von Thailand werden, doch die Überfahrt endete in nackter Panik. Am Nachmittag des 15. April verwandelte sich das schwimmende Nobel-Café „Ocean Lana“ – später als „MV Infinity 2“ identifiziert – in einen Schauplatz dramatischer Rettungsszenen, als das Schiff beim Anlegemanöver am Tha Na Ban Pier im Osten der Insel Koh Larn verunglückte.

Der Aufprall: Wenn Idylle in Panik umschlägt

Gegen Ende der Route von Pattaya nach Koh Larn geschah das Unfassbare: Laut Augenzeugenberichten rammte das Heck der etwa 26 Bruttoregistertonnen schweren Fähre mit massiver Wucht die Pfeilerkonstruktion des Piers. Der Aufprall war so heftig, dass der Rumpf im Heckbereich schwer beschädigt wurde.

Binnen kürzester Zeit drangen gewaltige Wassermassen in den Luxusliner ein. In den sozialen Netzwerken kursierende Videos fangen das Chaos ein: Man hört die gellenden Schreie der rund 25 bis 30 Passagiere, während das Heck des dreistöckigen Schiffes unaufhaltsam im Meer versinkt.

Rettung in letzter Sekunde

Während das Wasser das klimatisierte Interieur flutete, bewiesen Anwohner und Umstehende am Pier Geistesgegenwart. Sofort eilten Helfer herbei, um die Schiffbrüchigen von Bord zu evakuieren. Wie durch ein Wunder gab es bei dem Unglück keine körperlichen Schwerverletzten zu beklagen.

„Alle Passagiere blieben unverletzt und benötigten keine medizinische Hilfe, standen jedoch sichtlich unter Schock“, bestätigten die lokalen Behörden nach dem Vorfall.

Ein schwimmendes Café auf Grund

Die „Ocean Lana“ war erst kürzlich als Premium-Option für Touristen bekannt geworden. Mit ihrem 360-Grad-Meerblick-Deck, exklusivem Getränkeservice und modernster Ausstattung bot sie eigentlich einen Kontrast zu den herkömmlichen Fähren. Nun liegt der stolze Dreidecker halb versunken im flachen Wasser des Anlegebereichs.


Ermittlungen laufen: Menschliches Versagen oder technischer Defekt?

Die maritime Behörde hat bereits Untersuchungen eingeleitet, um die genaue Ursache der Kollision zu klären. Im Fokus der Ermittler stehen dabei drei zentrale Fragen:

  1. Bedienungsfehler: Gab es eine Fehleinschätzung des Kapitäns während des Manövers?

  2. Bauliche Mängel: War der Zustand des Schiffes oder des Piers mangelhaft?

  3. Sicherheitsvorkehrungen: Waren die Protokolle für das Anlegen ausreichend?

Laut Berichten von Matichon wird derzeit das volle Ausmaß der Schäden an der Infrastruktur des Piers und am Schiffskörper begutachtet. Ob die „MV Infinity 2“ jemals wieder Passagiere zwischen Pattaya und Koh Larn befördern wird, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar. Der Vorfall dient als mahnendes Beispiel für die Risiken, die selbst bei scheinbaren Routinemanövern im Küstenverkehr bestehen.

 

STIN // AI

Von stin

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