HUA HIN – Es sollte ein friedlicher Morgen in einem der beliebtesten Badeorte Thailands werden, doch für einen 75-jährigen Briten endete der gewohnte Gang in die Fluten tödlich. In Hua Hin, in der Provinz Prachuap Khiri Khan, wurde ein Rentner aus Liverpool Opfer der tückischen Strömung. Während seine Lebensgefährtin am Strand wartete, kämpfte der Mann vergeblich gegen die Naturgewalten an.
Ein fatales Morgenritual
Der Verstorbene, ein Witwer, der zuletzt bei seinen Kindern in England gelebt hatte, galt als erfahrener Schwimmer. Laut Polizeihauptmann Prasong Jaturat suchte der Mann seit seiner Ankunft in Thailand jeden Morgen dieselbe Stelle auf, um seine Bahnen zu ziehen. Normalerweise zeigt sich das Meer dort von seiner sanften Seite – spiegelglatt und einladend.
Doch am vergangenen 15. April änderte sich die Dynamik des Ozeans schlagartig. Während der Strand an diesem Morgen menschenleer war, peitschten ungewöhnlich starke Wellen gegen die Küste. Unbeeindruckt von den veränderten Bedingungen begab sich der Senior nahe der Buchteinfahrt ins Wasser – in unmittelbarer Nähe der Fährverbindung nach Chon Buri.
Die Falle im tiefen Wasser
Genau dieser Ort wurde ihm zum Verhängnis. Die Polizei wies darauf hin, dass der Meeresgrund in diesem Abschnitt künstlich ausgehoben wurde, um großen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Das Wasser ist dort unerwartet tief, die Sogwirkung massiv.
„Wir vermuten, dass der Mann von einer plötzlichen Unterströmung erfasst wurde und in den hohen Wellen verschwand“, erklärte Hauptmann Jaturat.
Was folgte, war eine stundenlange Ungewissheit. Erst gegen 16:30 Uhr machte ein lokaler Fischer eine grausame Entdeckung: In der Nähe einer Mole trieb der leblose Körper des Briten. Die Leiche wurde zur Obduktion in das Krankenhaus von Hua Hin überführt, während das britische Außenministerium laut Berichten der Zeitung The Sun bereits um eine Stellungnahme gebeten wurde.
Ein tödliches Muster an Thailands Küsten
Dieser Vorfall ist kein Einzelschicksal, sondern unterstreicht ein wachsendes Sicherheitsproblem in Thailands Tourismuszentren. Von Phuket über Pattaya bis hin zu Krabi häufen sich die Meldungen über tödliche Badeunfälle. Oft ist es eine fatale Mischung aus Selbstüberschätzung, dem Ignorieren von Warnflaggen und der tückischen Kraft sogenannter Rip Currents (Reißströmungen).
Erst kürzlich ereignete sich am Freedom Beach in Phuket ein ähnliches Drama: Ein 37-jähriger Brite geriet beim Schwimmen mit seiner Ehefrau in Not. Trotz des schnellen Eingreifens der Strandwächter und intensiver Wiederbelebungsversuche konnte sein Leben nicht gerettet werden.
Die Behörden mahnen Urlauber zur extremen Vorsicht – besonders an Stellen, die durch bauliche Maßnahmen wie Fahrrinnen verändert wurden. Das Meer, so zeigt diese Tragödie einmal mehr, verzeiht keine Unachtsamkeit.
STIN // AI
Das tückische bei solchen Strömungen ist das man Instinktiv gegen die Strömung an Land Schwimmen will. Leider ist das unmöglich.
Sehr richtig !
Ich war ausgebildeter Rettungsschwimmer bei der DLRG und DGRS.
Ich kam genauso in Panik als ich zum ersten Mal allein in soeine Strömung geriet.Da wären Rettungswesten mit Kopfstütze wirklich angebracht.