BANGKOK – Fast zwei Jahrzehnte lang schien das Doppelleben des „Patrick“ perfekt zu funktionieren. Am Tag gab sich der 47-jährige Nigerianer als gottesfürchtiger Pastor, in der Nacht soll er die Fäden eines skrupellosen Kokainrings im berüchtigten Bangkoker Stadtteil Bang Rak gezogen haben. Doch am späten Abend des 19. April endete die Fassade aus Weihrauch und Wohltätigkeit in Handschellen.
Der Zugriff im Schatten des Minivans
Es war kurz vor 23:00 Uhr, als die Falle zuschnappte. Beamte in Zivil hatten Patrick stundenlang beschattet und beobachtet, wie er eine Drogenübergabe abwickelte. Von der Polizei veröffentlichtes Videomaterial gleicht einem Action-Thriller: Die Ermittler stürmen aus der Dunkelheit auf einen schwarzen Minivan zu, Sekunden bevor der Verdächtige einsteigen kann. Überrumpelt und ohne Chance auf Flucht wurde der Mann, der seit 17 Jahren in Thailand lebt, festgenommen.
Das Versteck in der Badezimmerdecke
Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung stießen die Fahnder auf ein wahres Drogennest. Während im Zimmer Kokain sichergestellt wurde, verbarg sich der spektakulärste Fund über den Köpfen der Beamten:
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In der Badezimmerdecke waren rund 2,4 Millionen Baht in bar versteckt.
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Patrick behauptete später händeringend, das Geld stamme aus Nigeria und sei dort lediglich zur „sicheren Aufbewahrung“ deponiert worden – nicht etwa, um es vor dem Gesetz zu verbergen.
Die Ermittler werfen ihm zudem vor, seine thailändische Ehefrau nur als rechtliches Schutzschild genutzt zu haben; die Behörden sprechen offen von einer Scheinehe.
Tränen und Todesangst im Verhör
Nach seiner Festnahme bot der mutmaßliche Drahtzieher ein Bild des Jammers. Er brach vor den Beamten in Tränen aus und flehte darum, nach Hause gehen zu dürfen. Seine größte Sorge: „Ich habe Angst, in einem thailändischen Gefängnis zu sterben“, schluchzte der 47-Jährige.
In einer ersten Vernehmung zeigte er sich jedoch geständig. Er gab zu, schockiert darüber zu sein, dass sein jahrelanges Treiben nun doch ein Ende gefunden hatte. Er habe fest darauf vertraut, dass sein Geldversteck im Dach niemals entdeckt würde.
Das Netzwerk: Vom Schweizer Rentner bis zum Dealer
Der Schlag gegen Patrick war nur der Anfang einer koordinierten Razzia gegen sein Netzwerk. In verschiedenen Provinzen klickten zeitgleich die Handschellen:
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Nonthaburi: Hier nahmen Beamte den 60-jährigen Schweizer Thomas fest, bei dem eine geringe Menge Kokain (0,87 Gramm) gefunden wurde.
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Bangkok (Rama III): Die thailändischen Komplizen „Yot“ (35) und „Nat“ (34) wurden ebenfalls dingfest gemacht.
Die Bilanz der Ermittlungsserie: Insgesamt beschlagnahmten die Behörden rund 30 Gramm Kokain, ein Fluchtfahrzeug sowie Bargeld in Millionenhöhe in verschiedenen Währungen. Patrick muss sich nun wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln mit Verkaufsabsicht verantworten – eine Anklage, die ihn für lange Zeit hinter die Mauern bringen könnte, die er so sehr fürchtet.
STIN // AI