CHAT TRAKAN – Während der Norden Thailands unter einer Rekord-Luftverschmutzung erstickt, sorgt ein Fall von unfassbarem Leichtsinn für Schlagzeilen: Ein 22-jähriger Mann wurde in der Provinz Phitsanulok festgenommen, nachdem er gestanden hatte, vorsätzlich Waldbrände gelegt zu haben – aus reiner Unterhaltungslust.
Brandstiftung als Zeitvertreib
Ranger des Chat-Trakan-Wasserfall-Nationalparks waren am vergangenen Samstag im Kaeng-Hat-Oi-Wald auf Patrouille, da die Region seit Tagen von verdächtigen Brandherden heimgesucht wurde. Dabei stießen die Beamten auf den 22-jährigen Matina. Bei der Durchsuchung fanden sie ein Feuerzeug; die anschließende Vernehmung brachte ein schockierendes Motiv ans Licht.
Ohne Anzeichen von Reue erklärte der junge Mann sein Handeln:
„Ich wollte einfach nur Spaß haben. Ich hatte nichts zu tun, also habe ich ein Feuer gelegt, damit die Förster es löschen. Ich habe einfach aus Leichtsinn gehandelt.“
Matina wurde umgehend der Polizeistation Chat Trakan übergeben. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet; er verbleibt bis auf Weiteres in Haft. Über das genaue Strafmaß herrscht noch Unklarheit, doch die Behörden kündigten ein hartes Vorgehen gegen Brandstifter an.
Massenfestnahmen in der Region
Der Fall in Phitsanulok ist kein Einzelschimmer. Die Provinz Nan meldete allein am selben Tag 22 Festnahmen wegen illegaler Feuer im Freien. Die Bilanz seit Ende Januar ist erschreckend: Insgesamt 105 Verdächtige wurden dort bereits ermittelt. Bisher kamen viele mit einer vergleichsweise geringen Geldstrafe von 1.000 Baht davon – ein Umstand, der angesichts der ökologischen Katastrophe zunehmend kritisiert wird.
Roter Alarm: Chiang Mai unter den Top 4 weltweit
Während Brandstifter „Spaß“ suchen, kämpft die Bevölkerung Nordthailands ums Überleben. Laut Thai PBS erreichten die Feinstaubwerte (PM2,5) am 20. April erneut lebensbedrohliche Ausmaße. Chiang Mai rangiert auf dem globalen Index von IQAir derzeit auf dem traurigen vierten Platz der am stärksten verschmutzten Städte der Welt.
Die Behörden haben für weite Teile des Nordens die Alarmstufe Rot ausgerufen. Besonders kritisch ist die Lage in folgenden Gebieten:
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Nan: Unterbezirke Huai Koen und Nai Wiang
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Chiang Mai: Unterbezirk Chang Khoeng (Mae Chaem)
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Chiang Rai: Unterbezirk Wiang
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Phitsanulok: Unterbezirk Mai Lueang
Ein geteiltes Land
Während im Norden die Sichtweite gegen Null sinkt und die Atemwege der Menschen schwer belastet sind, zeigt sich in der Hauptstadt ein völlig anderes Bild. In Bangkok und Umgebung wird die Luftqualität derzeit als gut eingestuft, mit Werten zwischen 15,3 und 30,8 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Die Regierung appelliert nun erneut mit aller Dringlichkeit an die Bewohner der nördlichen Provinzen, das Verbrennen von landwirtschaftlichen Abfällen und Müll sofort einzustellen. Doch solange „Leichtsinn“ und gezielte Brandstiftung den Kampf gegen die Flammen torpedieren, bleibt eine Entspannung der Lage in weiter Ferne.
STIN // AI