Bangkok atmet auf – zumindest vorerst. Inmitten einer hitzigen Debatte über neue Milliardenkredite erhält die thailändische Regierung Rückenwind von unerwarteter Seite. Die Ratingagentur Moody’s hebt den Ausblick für das Königreich von „negativ“ auf „stabil“ an. Doch hinter der Bestätigung des Baa1-Ratings verbirgt sich ein fragiler Optimismus.

Der Zoll-Schock bleibt aus

Lange Zeit hingen die US-Zölle wie ein Damoklesschwert über der thailändischen Exportwirtschaft. Moody’s begründete die Heraufstufung des Ausblicks am Dienstag primär mit der Entschärfung dieses Handelskonflikts. Nachdem die USA ihre Abgaben auf thailändische Waren auf ein Niveau gesenkt haben, das dem der regionalen Konkurrenten entspricht, sieht die Agentur das Risiko eines „schweren und anhaltenden Schocks“ als gebannt an.

Zwar lasten die hohen Ölpreise infolge der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten weiterhin schwer auf dem Wachstumspotenzial, doch Moody’s beruhigt: Thailand stehe damit nicht schlechter da als andere Nationen mit vergleichbarer Bonität.

Das 500-Milliarden-Baht-Rätsel

Die Nachricht kommt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. In den Hinterzimmern Bangkoks wird derzeit ein massives Notstandsdekret vorbereitet. Ziel ist die Aufnahme von Krediten in Höhe von 500 Milliarden Baht (rund 14 Milliarden US-Dollar).

  • Der Plan: Die Schuldenobergrenze soll von 70 % auf 75 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angehoben werden.

  • Der Status Quo: Mit einer aktuellen Schuldenquote von 66,09 % (Stand Februar) nähert sich das Land rasant dem bisherigen Limit.

Ministerpräsident Anutin Charnvirakul gibt sich schweigend, während Finanzminister Ekniti Nitithanprapas rechtliche Bedenken prüft. Ein Expertenteam untersuche derzeit, ob ein solches Dekret überhaupt mit der Verfassung vereinbar sei.

Politische Ruhe als Stabilitätsanker

Ein entscheidender Faktor für das Vertrauen der Analysten ist die neue politische Landschaft. Nach den Wahlen vom 8. Februar verfügt die Koalitionsregierung über eine komfortable parlamentarische Mehrheit. Moody’s sieht darin die Chance für lang ersehnte Reformen und ein Ende der jahrelangen Instabilität.

Dennoch bleibt die langfristige Prognose verhalten. Die Agentur skizziert ein Bild von struktureller Trägheit:

  • Wachstumsprognose: Mageres Plus von 1,5 % für 2026 und 2,2 % für 2027.

  • Strukturprobleme: Eine rasant alternde Gesellschaft, schwindende Wettbewerbsfähigkeit und eine besorgniserregend hohe Verschuldung der privaten Haushalte bremsen die zweitgrößte Volkswirtschaft Südostasiens aus.


„Thailands Fähigkeit, sich weiterhin zu niedrigen Kosten zu verschulden, ist der rettende Anker für die Finanzkraft des Landes“, so das Fazit der Analysten.

Thailand bleibt im Baa1-Bereich – ein Vertrauensbeweis der Märkte, der jedoch teuer erkauft ist. Während die Regierung den finanziellen Spielraum für neue Investitionen sucht, mahnen die Experten: Ohne echte Strukturreformen hilft auch der günstigste Kredit nicht gegen die schleichende Wachstumsschwäche.

 

STIN // AI

Von stin

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berndgrimm
berndgrimm
21 Tage vor

Schau an , nun bringt STIN seine Moody’s Märchen ins Spiel.
Meine Meinung dazu :
Fakt ist , daß TH hohe Devisenueberschuesse hat.
Fakt ist , daß die thailändische Industrie hauptsächlich aus Japan geführt wird.Japan hat so um die 150% Verschuldung aber ist eine gute Adresse.
Investoren lieben Autokratien, auch wenn sie durch Wahlbetrug ans Ruder kamen.
Wenn TH die ganzen Condo Leerstände z.B. nach D exportieren könnte wäre der Schuldenhaufen noch weniger.

Da wir beim Thema Geld sind , die von meiner Bank in Luxemburg verursachten Probleme sind (hoffentlich) beseitigt.
Wir haben uns darauf geeinigt daß sie mein Konto noch bis zum 30.6. weiterführen. Ich suche mir jetzt eine Bank in D.
Man wollte mich loswerden weil man an mir nix verdiente.
Ich habe noch nie Schulden (außer Immobilienhypotheken) gemacht und meine Aktien habe ich vor Jahren schon verkauft.
Man hat Papiere von mir verlangt die man schon lange hatte.
Die Bank hat dreimal den Besitzer gewechselt und war zweimal Pleite.
Ist aber jedesmal vom Steuerzahler gerettet worden.
Wenn ich jünger wäre hätte ich sie auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagt.Aber so würde ich das Ende des Verfahrens wahrscheinlich nicht mehr erleben.
Ich war 46 Jahre lang dort Kunde und man hat früher gut an mir verdient.
Jetzt will ich zu einer Bank in D mit der meine Eltern, meine Mutter und auch ich gute Erfahrungen gemacht haben.Aber dies ist 20 Jahre her.
Die sind auch nicht so überkandidelt wie die LUX Banker.
Bei denen sind meine Transaktionen noch was Wert.
Was mich gefreut hat , ich habe ja sofort die luxemburger Bankenaufsicht eingeschaltet und dies hat wohl gewirkt.
Trotzdem ist es eine Unverschämtheit.
Man dachte ich wäre Alt und vielleicht schon GaGa und wehren konnte ich mich aus TH ja auch nicht.Aber meine luxemburger Freundin und ihr Ehemann (der bis 2010 selber Banker war und dann zum Finanzamt gewechselt ist) haben mir sehr geholfen.

berndgrimm
berndgrimm
18 Tage vor
Antwort auf  stin

Knapp daneben ist auch vorbei.
Rating Agenturen bewerten nur die Devisenbilanz und das Rückzahlungsverhalten der Länder.
China hat keine Überschuldung wie Japan.
Japan bleibt eine gute Adresse wegen der Rückzahlungsdisziplin.
Auch mit 150%Überschuldung.
Man kann bei jeder Bank Geld mit der Kreditkarte abheben oder aufs eigene Konto bringen.Macht man aber lieber nicht wegen der hohen Gebühren.
Ich überweise 150k THB auf das Konto meiner Frau für weniger als 10€ . Würde ich das Geld in TH vom ATM holen so kostete mich das bei 6×25.000 insgesamt 2400THB= ca 70 Euro.
Außerdem ist der Kurs für den THB in Europa etwas günstier als in TH.

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