PHETCHABUN/VANG VIENG – Ein strahlendes Lächeln in einem Reisevideo, die malerische Kulisse von Vang Vieng im Hintergrund – es ist das letzte Lebenszeichen von Tasanee, genannt „Ann“. Seit diesem 30. Dezember 2025 herrscht Funkstille. Was als romantischer Urlaub mit ihrem US-amerikanischen Ehemann begann, hat sich für die Familie der 41-Jährigen in einen Albtraum aus Ungewissheit, Widersprüchen und einem grausamen Verdacht verwandelt.

Ein Urlaub mit Schattenseiten

Das Drama nahm kurz vor dem Jahreswechsel seinen Lauf. Am 22. Dezember reiste Tasanee gemeinsam mit ihrem Ehemann George, mit dem sie seit fast zwei Jahrzehnten verheiratet ist, über den Grenzübergang Nong Khai nach Laos ein. Während Tasanee fast täglich Videoclips ihrer Reise in den sozialen Medien teilte, fiel auf: Ihr Ehemann George tauchte in keiner einzigen Aufnahme auf.

Nach dem 30. Dezember brach der Kontakt abrupt ab. Die schockierende Wendung folgte Anfang Januar, als George allein nach Thailand zurückkehrte. Auf die verzweifelten Fragen der Angehörigen reagierte er ausweichend: Seine Frau sei in Laos geblieben, um mit Freunden weiterzureisen. Nur wenig später setzte er sich in die USA ab – mit der kühlen Anweisung, die Familie möge sich bei weiteren Fragen an seinen Anwalt wenden.


Die Spur der Gewalt

Für Tasanees Schwester Thanyarat ist der Fall klar. Gegenüber Reportern äußerte sie heute eine schreckliche Vermutung: „Ich bin überzeugt, dass sie ermordet wurde.“ Hinter der Fassade der langjährigen Ehe soll es laut Familienangaben seit Jahren kriseln. Thanyarat berichtet von extremer häuslicher Gewalt in den letzten drei bis vier Jahren. Ein erschütterndes Detail: George soll in der Vergangenheit sogar das gemeinsame Haus in Brand gesteckt haben.

40 Minuten Stillstand am Flussufer

Die renommierte Mirror Foundation, die die Familie bei der Suche unterstützt, hat bei Nachforschungen in Laos beunruhigende Details ans Licht gebracht:

  • Der Mietwagen: Das Paar war in einem Leihwagen unterwegs.

  • Das GPS-Protokoll: Mitarbeiter der Autovermietung berichteten von einer verdächtigen Aufzeichnung. Das Fahrzeug stand während der Mietzeit über 40 Minuten lang mit laufendem Motor in einem abgelegenen Gebiet direkt am Ufer des Mekong.

  • Die Lügen: Während Einwanderungsbehörden seine Ein- und Ausreise lückenlos dokumentierten, behauptete George gegenüber Freunden in den USA dreist, er sei in diesem Zeitraum „nie in Thailand gewesen“.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Zwar wurde bereits sieben Tage nach dem Verschwinden Vermisstenanzeige erstattet, doch durch Georges Rückreise in die USA sind den thailändischen Behörden teilweise die Hände gebunden.

Aktuell versucht die Mirror Foundation mit Hochdruck, gelöschte GPS-Daten des Mietwagens wiederherzustellen, um den exakten Standort am Mekong zu lokalisieren. Die Familie richtet nun einen verzweifelten Appell an das Außenministerium und internationale Ermittlungsbehörden:

„Wir brauchen die Wahrheit. Wir brauchen Hilfe, um Ann zu finden – wo auch immer sie ist.“

Die Hoffnung, Tasanee lebend zu finden, schwindet mit jedem Tag, an dem das Schweigen ihres Ehemannes und die Stille des Mekong anhalten.

 

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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