LONDON / DUBAI – Es ist ein Fall, der London erschütterte und die Metropolitan Police unter massiven Rechtfertigungsdruck setzte. Nach über zwei Jahren im Visier der Fahnder wurde der Hauptverdächtige im Mordfall Kamonnan Thiamphanit nun von Dubai nach Großbritannien ausgeliefert. Während in London die juristische Aufarbeitung beginnt, wirft ein zweiter, mysteriöser Vermisstenfall in Laos einen dunklen Schatten auf die thailändische Diaspora.
Das Blutbad im Nobelviertel
Am 8. April 2024 bot sich den Einsatzkräften in einer luxuriösen Residenz in unmittelbarer Nähe des Londoner Hyde Parks ein Bild des Grauens. Die 27-jährige Kamonnan „Angela“ Thiamphanit wurde leblos aufgefunden – ihr Körper übersät mit zahlreichen Stichwunden.
Angela war keine Unbekannte in der Stadt. Neun Jahre zuvor war sie aus Thailand nach Großbritannien gekommen, um zu studieren. Nach ihrem Abschluss fasste sie im anspruchsvollen Sektor des Immobilienmanagements Fuß und galt als bestens integriert. Doch ihr Leben endete gewaltsam in den eigenen vier Wänden.
Verspätete Hilfe: Die Vorwürfe gegen die Polizei
Der Fall sorgte von Beginn an für einen öffentlichen Aufschrei – nicht nur wegen der Brutalität der Tat, sondern wegen des vermeintlichen Versagens der Behörden. Eine enge Freundin der Toten gab gegenüber Medien an, bereits frühzeitig Warnsignale gemeldet zu haben.
„Es gab massive Bedenken um ihre Sicherheit, bevor die Leiche gefunden wurde“, so der Tenor der Kritik.
Die Metropolitan Police stufte Angela jedoch zunächst nur als Vermisstenfall mit mittlerem Gefährdungspotenzial ein. Eine fatale Fehleinschätzung, wie Kritiker behaupten, die wertvolle Zeit bei der Spurensicherung und Verfolgung des Täters gekostet haben könnte.
Die Jagd auf Enzo Bettamino
Bereits kurz nach der Tat identifizierte die Daily Mail einen Hauptverdächtigen, der sich jedoch bereits ins Ausland abgesetzt hatte. Über zwei Jahre blieb die Identität des Flüchtigen unter Verschluss, während die Ermittler im Hintergrund ein internationales Netz auswarfen.
Der Durchbruch gelang schließlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der mittlerweile 18-jährige Enzo Bettamino wurde in Dubai festgenommen und am Freitag, den 24. April, nach Großbritannien ausgeliefert. Bei seinem ersten Erscheinen vor dem Westminster Magistrates‘ Court am Folgetag beschränkte sich der junge Mann darauf, seinen Namen und sein Geburtsdatum zu bestätigen. Zu den schweren Vorwürfen schwieg er beharrlich. Die Überstellung an das prestigeträchtige Old Bailey ist für den 28. April angesetzt.
Ein zweites Rätsel: Spurlos verschwunden in Laos
Während in London die Hoffnung auf Gerechtigkeit wächst, herrscht in einem anderen Teil der Welt quälende Ungewissheit. Die 45-jährige Thailänderin Thatsanee Saelee wird seit einer Reise nach Laos vermisst.
Begleitet wurde sie von ihrem Ex-Mann George, einem in Thailand geborenen US-Staatsbürger. Während George am 31. Dezember allein nach Thailand zurückkehrte und kurz darauf in die USA weiterreiste, fehlt von Thatsanee jede Spur. Ihr Sohn äußert schweren Verdacht:
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Widersprüchliche Aussagen: George behauptet, man habe sich in Laos getrennt.
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Verdächtige Reinigung: Berichte besagen, George habe vor seiner Abreise einen Mietwagen in Laos professionell reinigen lassen.
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Vergangenheit: Der Sohn der Vermissten verweist auf das frühere Verhalten des Ex-Mannes als Grund für sein tiefes Misstrauen.
Die Familie befürchtet das Schlimmste. Während der Fall Angela Thiamphanit vor Gericht landet, bleibt das Schicksal von Thatsanee Saelee ein ungelöstes Rätsel zwischen den Grenzen von Laos und Thailand.
Redaktion STIN // CTN-Media