BANGKOK – Während die thailändischen Strände weltweit die Massen anlocken, blickt die Regierung besorgt auf die eigenen Bürger, die es in Scharen in die Ferne zieht. Um den heimischen Tourismus anzukurbeln, plant Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul nun einen drastischen Schritt: Eine „Ausreise-Steuer“ in Höhe von 1.000 Baht (ca. 26 Euro) für thailändische Reisende.
Ein Gesetz aus der Schublade
Was nach einer radikalen Neuerung klingt, ist rechtlich gesehen lediglich das Abstauben eines alten Instrumentariums. Wie Surasak am Montag betonte, basiert die Maßnahme auf der Notverordnung über die Ausreiseabgabe BE 2526 aus dem Jahr 1983. Das Gesetz ist nie erloschen; es schlummert seit der Abschaffung der einstigen 500-Baht-Gebühr lediglich in den Akten.
Besonders brisant: Der gesetzliche Spielraum ist enorm. Das bestehende Dekret erlaubt der Regierung theoretisch sogar Gebühren von bis zu 5.000 Baht pro Ausreise.
Die Milliarden-Rechnung
Die Logik hinter dem Plan ist rein mathematisch und verspricht sprudelnde Staatskassen:
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Reisestatistik: Jährlich verlassen rund 10 Millionen Thailänder das Land für Urlaubs- oder Geschäftsreisen.
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Einnahmepotenzial: Bei einer Gebühr von 1.000 Baht generiert der Staat auf einen Schlag 10 Milliarden Baht (ca. 260 Mio. Euro) pro Jahr.
Subventionen statt Fernreisen
Das Ziel der Maßnahme ist eine massive Umverteilung des Kapitals. Die eingenommenen Milliarden sollen direkt in ein Zuzahlungssystem für Inlandsreisen fließen. Damit will die Regierung die Kosten für Urlaube innerhalb Thailands subventionieren und die Bürger davon überzeugen, dass das Paradies oft direkt vor der eigenen Haustür liegt – und nun deutlich günstiger ist als der Trip nach Übersee.
„Flugpreise schmerzen mehr als Gebühren“
Kritik an einer möglichen Belastung der Bürger wischt der Minister mit einer Prise Pragmatismus beiseite. Surasak gab sich überzeugt, dass die 1.000 Baht die Reiselust der wohlhabenderen Thailänder nicht bremsen werde. Wer sich ein internationales Flugticket leisten könne, sorge sich eher um die volatilen Treibstoffzuschläge der Airlines als um eine fixe staatliche Abgabe, so der Tenor.
Redaktion STIN // CTN-MediaNächste Schritte: Der Minister wird nun das Gespräch mit dem Finanzministerium suchen, um das Timing für das Comeback der Gebühr festzulegen. Sobald das Kabinett grünes Licht gibt, könnten thailändische Touristen schon bald tiefer in die Tasche greifen müssen, bevor sie den ersten Schritt auf fremden Boden setzen.
Jetzt kommen mal die Thais dran – nicht immer wir Farangs 🙂