Der Glanz der Scheinwerfer ist harten Gerichtssaal-Leuchten gewichen. In einem Justizdrama, das ganz Thailand in Atem hält, wurden heute zwei der bekanntesten Gesichter des Landes formell unter Anklage gestellt. Yuranunt Pamornmontri und Peechaya Wattanamontree stehen im Zentrum eines monumentalen Betrugsskandals rund um die berüchtigte Icon Group.
Die Vorwürfe: Ein Kartenhaus aus Lügen?
Die Anklageschrift liest sich wie das Drehbuch für einen Wirtschaftskrimi. In insgesamt fünf Punkten wirft die Staatsanwaltschaft den Schauspielstars vor:
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Betrug an der Öffentlichkeit
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Beteiligung an betrügerischen Kreditgeschäften
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Illegaler Direktvertrieb ohne Lizenz
Hinter der Fassade eines vermeintlich seriösen Direktvertriebsunternehmens für Lifestyle-Produkte soll sich laut polizeilichen Ermittlungen ein klassisches, hocheffizientes Schneeballsystem verborgen haben. Kunden wurden nicht mit Produkten, sondern mit dem Versprechen auf astronomische Renditen gelockt – vorausgesetzt, sie rekrutierten fleißig neue Investoren.
Ein juristisches Tauziehen
Dass es überhaupt zum heutigen Prozesstag kam, gleicht einer dramatischen Wendung in letzter Sekunde. Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft das Verfahren mangels Beweisen einstellen. Doch Polizeimajor Yutthana Praedam, der unnachgiebige Generaldirektor der Abteilung für Sonderermittlungen (DSI), legte Veto ein. Der Fall landete beim Generalstaatsanwalt, der im Februar die Kehrtwende vollzog: Anklage erhoben.
„Ich bin schockiert“: Die Verteidigung der Stars
Via TikTok meldete sich Peechaya Wattanamontree sichtlich mitgenommen zu Wort. Seit Januar wähnte sie sich in Sicherheit, nachdem die Ermittlungen gegen sie zunächst eingestellt worden waren.
„Ich bin fassungslos, heute hier vor Gericht stehen zu müssen“, erklärte sie ihren Followern.
Ihre Verteidigungslinie ist klar: Sie sei lediglich anderthalb Jahre für die Icon Group tätig gewesen, werde nun aber für Machenschaften verantwortlich gemacht, die sich über sechs bis sieben Jahre erstreckt haben sollen.
Das Erbe der Icon Group
Die Icon Group nutzte gezielt die Strahlkraft von Prominenten, um Seriosität vorzugaukeln. Doch die Fassade bröckelt gewaltig. Während Yuranunt und Peechaya gegen eine Kaution von jeweils einer Million Baht und einem strikten Ausreiseverbot vorerst auf freiem Fuß bleiben, sieht es für andere Beteiligte düsterer aus.
Insgesamt 17 Führungskräfte, darunter der Kopf der Gruppe, Waratphol Waratvorakul, sowie der bekannte Moderator Kan Kantathavorn, sitzen bereits ein oder sehen sich schweren strafrechtlichen Konsequenzen gegenüber. Für die thailändische Unterhaltungsbranche markiert dieser Fall eine Zäsur: Die Grenze zwischen lukrativer Werbepartnerschaft und krimineller Komplizenschaft wird hier gerade gerichtlich neu gezogen.
Redaktion STIN // CTN-Media