In der thailändischen Tourismusbranche braut sich ein Sturm zusammen – doch diesmal ist nicht das Wetter schuld, sondern die radikale Streichliste der Fluggesellschaften. Der thailändische Reisebüroverband (TTAA) hat nun einen dringenden Hilferuf an die Regierung und die Luftfahrtbehörde CAAT gerichtet. Die Kernforderung: Ein Ende der Praxis, bei der Reiseveranstalter als „finanzieller Puffer“ für die Krisen der Airlines missbraucht werden.
Das Schweigen der Airlines, das Leiden der Veranstalter
Hintergrund des Konflikts ist eine Welle von Flugausfällen und drastischen Fahrplanänderungen, die Thailand in diesem Monat überrollt hat. Ob Thai AirAsia X, Vietjet oder internationale Schwergewichte wie China Airlines – sie alle dünnen ihre Netze aus, um den explodierenden Treibstoffpreisen zu entkommen. Doch während die Airlines ihre Bilanzen optimieren, bleiben die Reiseveranstalter auf einem Trümmerhaufen aus Kosten sitzen.
„Wir verstehen, dass Fluggesellschaften ihre Abläufe optimieren müssen, um mit den steigenden Kosten fertigzuwerden“, erklärt TTAA-Vizepräsidentin Tassanee Kiatkamchornchai pointiert. „Aber Reiseveranstalter sollten nicht als Schutzschild gegen diese Krise behandelt werden.“
Die Kostenfalle: Hotels, Busse, Vertrauensverlust
Das Problem ist systembedingt: Wenn ein Flug plötzlich gestrichen wird, erstattet die Airline – wenn überhaupt – nur das Ticket. Doch der Reiseveranstalter hat zu diesem Zeitpunkt oft schon die Hotels am Zielort, die Transferbusse und die lokalen Guides bezahlt. Diese Kosten sind in der Regel „Non-Refundable“.
Um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu verspielen und wütende Kunden zu besänftigen, greifen viele Firmen tief in ihre Reserven, um Entschädigungen vorzustrecken. Ein gefährliches Spiel mit dem Cashflow, zumal viele Airlines dazu übergegangen sind, Rückerstattungen lediglich als Reisegutscheine statt in bar zu leisten.
Ein Kahlschlag quer durch Asien
Die Liste der Streichungen liest sich wie ein Who’s-Who der asiatischen Flugziele:
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Thai AirAsia X: Reduzierte Frequenzen nach Tokio, Osaka, Delhi und Almaty; komplette Einstellung von Shanghai und Riad.
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Thai AirAsia: Temporärer Stopp für Ziele wie Hongkong, Singapur, Kuala Lumpur und Kathmandu.
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Vietjet Thailand: Aussetzung der Verbindung nach Fukuoka.
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Internationale Player: China Airlines und Air Busan strichen im Mai zahlreiche Flüge von und nach Bangkok sowie Chiang Mai.
Besonders bitter für die Branche: Die Fluggesellschaften blieben oft Erklärungen schuldig. Für die Verbraucher und Partner sei es unmöglich, die Notwendigkeit dieser Maßnahmen zu überprüfen.
Forderung nach harten Regeln statt vager Versprechen
Zwar gibt es bestehende Fluggastrechte, doch der TTAA kritisiert, dass diese in der Praxis stumpfe Schwerter seien. Sie decken den massiven Folgeschaden für die Pauschalreiseanbieter nicht ab. Der Verband fordert die Regierung nun auf, die Rückerstattungsrichtlinien grundlegend zu überarbeiten. Es brauche Mechanismen, die sicherstellen, dass bei kurzfristigen Annullierungen auch die bereits entstandenen Nebenkosten für Landleistungen abgefedert werden.
Für viele kleine und mittelständische Reisebüros ist die Situation existenzbedrohend. Sie verkaufen Programme, die durch die Willkür der Flugpläne über Nacht zu Verlustgeschäften werden. Die Botschaft des Verbandes an die Politik ist klar: Wenn Thailand sein Image als verlässliches Reiseziel wahren will, darf die Last der wirtschaftlichen Turbulenzen nicht allein auf den Schultern derer lasten, die die Gäste ins Land bringen.
Redaktion STIN // CTN-Media