BANGKOK – Die thailändische Regierung zieht die Notbremse. Angesichts einer dramatischen finanziellen Schieflage des nationalen Öl- und Treibstofffonds (OFFO) hat das Kabinett am Dienstag einen massiven Notkredit in Höhe von 20 Milliarden THB bewilligt. Es ist ein verzweifelter Versuch, die galoppierenden Energiepreise zu bändigen und die Versorgungssicherheit des Landes zu garantieren.
Der Treibstoff-Fonds am Abgrund
Die Zahlen, die Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek präsentierte, lesen sich wie ein wirtschaftlicher Offenbarungseid. Zum Stichtag am 5. April 2026 offenbarte sich das ganze Ausmaß der Krise:
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Netto-Defizit: Der Fonds ist mit über 53 Milliarden THB im Minus.
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Schuldenberg: Gegenüber den Ölhändlern stehen Entschädigungsrückstände von gigantischen 56 Milliarden THB aus.
Ohne das staatliche Eingreifen droht der totale Stillstand. Der Liquiditätsengpass ist bereits so gravierend, dass die ersten Betreiber Schwierigkeiten haben, frischen Treibstoff zu beschaffen. Ein landesweiter Versorgungsengpass stand unmittelbar bevor.
Geopolitisches Beben treibt Preise nach oben
Hinter dem finanziellen Desaster steht eine hochexplosive Gemengelage im Nahen Osten. Seit Ende Februar 2026 eskaliert der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran zusehends. Die Folge: Unterbrochene Lieferketten und Rohölpreise, die weltweit Rekordmarken jagen. Für Thailand bedeutet dies einen massiven Druck auf die Lebenshaltungskosten, den die Regierung nun mit dem 20-Milliarden-Kredit abzufedern versucht.
Der Rettungsplan im Detail
Um den „Energiepreisschock“ abzufedern, sieht der genehmigte Schuldenmanagementplan einen präzisen Zeitplan vor:
| Eckpunkt | Details |
| Kreditsumme | 20 Milliarden THB |
| Auszahlung | Juni bis August 2026 |
| Rückzahlung | Juli 2028 bis August 2031 |
„Diese Maßnahme ist unumgänglich, um die Kraftstoffpreise im Einzelhandel in einem angemessenen Rahmen zu halten“, betonte Dhnadirek. „Wir müssen verhindern, dass der Produktions- und Transportsektor unter der Last der globalen Bedingungen zusammenbricht.“
Mit der Finanzspritze gewinnt Thailand wertvolle Zeit. Doch klar ist auch: Sollten die Spannungen im Nahen Osten anhalten, könnte dieser Notkredit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein einer weitaus größeren Energiekrise sein. Das Land blickt nun gespannt auf die kommenden Monate, ob die Liquidität ausreicht, um die Preise an den Zapfsäulen stabil zu halten.