Bangkok setzt zum digitalen Befreiungsschlag an: Mit einem Millionen-Projekt entwickelt Thailand ein eigenes Großsprachmodell. Das Ziel ist klar: Unabhängigkeit von globalen Tech-Giganten und eine KI, die den thailändischen „Spirit“ nicht nur übersetzt, sondern versteht.

In den Korridoren der thailändischen Ministerien herrscht Aufbruchstimmung. Es geht um mehr als nur Software – es geht um die digitale Identität einer Nation. Die Regierung bereitet den Start von ThaiLLM vor, einem staatlich geförderten Großsprachmodell (LLM), das als technologisches Rückgrat für die Zukunft des Landes dienen soll. Mit einem Budget von 80 Millionen Baht (ca. 2 Millionen Euro) für das Fiskaljahr 2024 markiert das Projekt den Übergang der Künstlichen Intelligenz vom Status eines netten Werkzeugs hin zur unverzichtbaren Basisinfrastruktur.

KI als Rettungsanker für das Wirtschaftswachstum

Patchara Anuntasilpa, ständige Sekretärin des Ministeriums für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DES), findet deutliche Worte für die Dringlichkeit: Während das klassische Bruttoinlandsprodukt (BIP) Thailands mit nur 1–2 % stagniert, boomt die Digitalwirtschaft mit Wachstumsraten von 3–4 %. „Digitale Technologien und KI sind keine bloßen Hilfsmittel mehr. Sie werden zur digitalen Infrastruktur der Zukunft“, betonte Patchara am Mittwoch.

In Kooperation mit dem Forschungs- und Innovationsministerium soll ThaiLLM sicherstellen, dass die thailändische Wirtschaft nicht den Anschluss verliert. Dabei setzt man auf Masse und Klasse: Innerhalb eines Jahres will das Ministerium fünf Millionen Premium-KI-Zugänge an verschiedene Sektoren verteilen. Diese massive Einführung dient einem doppelten Zweck: Sie soll die KI-Kompetenz der Arbeitskräfte schlagartig erhöhen und gleichzeitig wertvolle Nutzerdaten generieren, um ThaiLLM in der Praxis zu perfektionieren.

David gegen Goliath: Lokales Wissen statt Milliarden-Schlacht

Statt zu versuchen, die globalen Tech-Riesen durch schiere Investitionskraft zu übertreffen, setzt Thailand auf Präzision im lokalen Kontext. Während die thailändische Sprache weniger als 0,05 % des globalen Internet-Contents ausmacht, füttert das Projekt sein Modell mit exklusiven, hochwertigen Datenquellen.

„Ein nationales Modell senkt die Kosten für Behörden und Startups massiv“, erklärt Tiranee Achalakul, Präsidentin des Big Data Institute. „Entwickler werden nicht durch Token-Gebühren belastet, was eine schnelle und kostengünstige Skalierung ermöglicht.“

Um dieses tiefe Verständnis für Kultur, Gesetzgebung und Verwaltung zu erreichen, speist sich die nationale Datenbank aus den Archiven des Nationalen Forschungsrats, des Staatsrats und der Nationalbibliothek.


Die technischen Eckpfeiler von ThaiLLM

Das Projekt setzt auf Transparenz und lokale Power:

  • Modell-Varianten: Entwickelt wurden 8B- und 30B-Fundamentmodelle (8 bzw. 30 Milliarden Parameter).

  • Open-Source-Ansatz: Unter einer offenen Lizenz können Entwickler die „Gewichtungen“ der Modelle herunterladen und eigene, spezialisierte Anwendungen bauen.

  • Datensicherheit: Die Verarbeitung erfolgt lokal auf dem LANTA-Supercomputer. Das spart Cloud-Kosten und stellt sicher, dass sensible nationale Daten die Landesgrenzen nicht verlassen.

  • Akademisches Netzwerk: Forscher von 150 Universitäten und sechs Instituten verfeinern die Datensätze kontinuierlich.


Von der Theorie in die Praxis

Dass ThaiLLM keine reine Theorie ist, beweisen die fast 8.000 Entwickler, die bereits in den „Chat-Sandboxes“ experimentieren. Erste Anwendungen sind bereits im Einsatz: Ein medizinischer Chatbot liefert erste Gesundheitstipps und ein Tourismus-Bot unterstützt Reisende mit lokalem Insiderwissen.

Laut Tiranee Achalakul ist dies erst der Anfang: „Hier handelt es sich um staatliche Infrastruktur, die kostenlos an die Bevölkerung weitergegeben wird. Da wir über ein eigenes Fundament verfügen, wird sich die Entwicklung rasant beschleunigen.“

Thailand positioniert sich damit als Vorreiter in Südostasien. In einer Welt, in der Daten das neue Öl sind, hat Bangkok beschlossen, seine eigene Raffinerie zu bauen – maßgeschneidert, sicher und zutiefst thailändisch.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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20 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
1 Monat vor

Eine thailändische KI ? Warum nicht.
Die lügt und betrügt bestimmt noch besser als die Edelthai und findet auch viel bessere Ausreden.

berndgrimm
berndgrimm
1 Monat vor
Antwort auf  stin

Wieviele Lichtjahre hat bei STIN eigentlich eine Taschenlampe ?
Also im Gegensatz zu dem Allesbesserwisser aus Kärnten bin ich
von der KI und ihrem „Können“ nicht sehr beeindruckt.
Man sollte nie vergessen daß die sogenannte KI von Menschen gemacht wird und Alles was sie weiß von Menschen kommt.

Muß ich jetzt als Soziialdemokrat den Merz verteidigen ?
Ja, mach ich doch gerne.
Wir Alle waren froh als Scholz endlich weg war.Besonders wirkliche Sozialdemokraten und nicht nur SPD Wähler.
So hatte Merz auch bei mir schon einen Vertrauensvorschß.
Was sagte Merz so richtigerweise zu Scholz ?

Sie können es nicht.

Das kann er jetzt auch zu sich selber sagen.
Dabei waren einige Ansätze von Merz durchaus richtig.
Sein aufmucken gegen Trump.Allerdings ohne vorherige Absprache mit Macron.
Auch sein Kommentar über die Faulheit der heutigen deutschen Generation.Aber dies gilt nicht nur für Bürgergeldempfänger.
Friedrich Merz ist ein Lobbyist der Reichen.Blackrock ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt.
Sein Blick kommt von oben.Das ist seine Welt.
Das ist auch nicht meine Welt aber für mich ist es absolut ehrlich wenn Merz sich so positioniert.
Er sieht auch Julia Klöckner , Jens Spahn und das DobRind ganz anders als ich hier unten.
Außerdem ist Merz der Beweis dafür daß es in der CDU/CSU keinen besseren als ihn gibt.
Jedenfalls für eine halbwegs mittige Koalitionsregierung.
Steigbügelhalter für ein AfD Reich gibt es in der CDU/CSU genug.

berndgrimm
berndgrimm
1 Monat vor
Antwort auf  stin

Für mich hat die KI noch nix repariert.Im Gegenteil.
Bei uns ist allerdings auch nix kaputt.
Auch wenn STIN es nicht einsehen will:
Auch die KI ist Menschengemacht und basiert auf Sätzen die von Menschen eingegeben wurden.
Wozu sich die KI allerdings besonders eignet ist die ideologische Verbrämung von Texten und das Lügen und Ausreden.
Aber auch dies kommt vom Auftraggeber.

berndgrimm
berndgrimm
1 Monat vor
Antwort auf  stin

Wer für seinen Kühlschrank eine Gebrauchsanweisung benötigt verzweifelt wirklich.
Auch die KI wird Kärnten nicht aus der Bildungskrise herausholen, im Gegenteil.
Ja , selbstfahrende Autos wären besonders in TH ein Quantensprung.
Natürlich ist es einfacher die KI anzubeten als selber mal sein Resthirn zu trainieren.
Während Covid behaupteten die Impfgegner wir bekämen mit der Impfung einen Stoff eingeimpft der uns willenlos und manipulierbar macht.
Jetzt rennen sie selber willenlos und manipulierbar einer KI hinterher um von ihrer natürlichen Blödheit abzulenken.

Ich kaufe nix in Online Shops (außer Airline Tickets direkt von der Airline) warum sollte ich dann ein Programm dafür schreiben wollen ?

Zuletzt bearbeitet am 1 Monat vor von berndgrimm
berndgrimm
berndgrimm
29 Tage vor
Antwort auf  stin

Der Glaube stirbt zuletzt.
Werr bis vor ein paar Jahrhunderten noch glaubte die Erde sei eine Scheibe, glaubt jetzt an die KI.

berndgrimm
berndgrimm
29 Tage vor
Antwort auf  stin

Außer du hast alles Museums-Geräte, bei

Waschmaschine, Mikrowelle usw.

Also unsere Haushaltgeräte sind alle so 10-15 Jahre alt.
Deshalb funktionieren die auch noch problemlos.
Also unser Kühlschrank wird nicht mehr mit ner Dampfmaschine betrieben,hat Effizienzklasse 5 und ist Baujahr 2008 Marke Hitachi.
Ich bin erstaunt über seine Leistungsfähigkeit, denn bei uns läuft selten die A/C und er muß täglich bei Temperaturen über 30 Grad arbeiten.Unser Tiefkühlfach ist immer voll und die Kühlschranktür oft offen weil die Enkelinnen dies erkannt haben.
Unsere Freunde hatten für 18 Monate einen hochmodernen Electrolux.Der wurde öfter repariert als er lief.
Weiß nicht obs an der KI lag oder am ultraneuen Kühlsystem.
Die haben jetzt jedenfalls auch wieder einen Japaner der zuverlässig läuft.

berndgrimm
berndgrimm
28 Tage vor
Antwort auf  stin

Auch im KI süchtigen TH gibt es Menschen die noch nicht komplett abgedreht sind.
Diese Artikel stand gestern in der BP
https://www.bangkokpost.com/business/general/3255979/a-closer-look-at-the-ai-hype-train

As Thailand adopts artificial intelligence (AI), IT specialists warn some government agencies developing AI projects may repeat the mistakes of the app development era, when huge budgets were spent on digital projects that allegedly delivered little benefit to the public.

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Das war nur der Anfang des Artikels, aber der gesamte Artikel ist lesenswert.

berndgrimm
berndgrimm
27 Tage vor
Antwort auf  stin

Der Rechthaber hat seine Fahne in den Wind gedreht.
Es gibt außer mir noch mehr Leute die skeptisch gegen Apps und auch die KI Bots sind.

berndgrimm
berndgrimm
26 Tage vor
Antwort auf  stin

Weil Asien so weit voraus ist flüchtete STIN lieber nach Kärnten…..
Die KI ist nix Anderes als ein Werkzeug,nur eben ein kompliziertes.
Sie wrd jetzt schon von Kriminellen,Perversen und Scharlatanen mißbraucht. Aber da ist noch mehr drin.
Ein Werkzeug ist nur dann nutzbar für einen Menschen, wenn er es bedienen und beherrschen kann.
Es wird meist von geistig zurückgebliebenen angebetet.
Aber es hilft denen nicht ihr eigenes Gehirn zu nutzen.

berndgrimm
berndgrimm
25 Tage vor
Antwort auf  stin

Das konnte man vor der KI schon mit Google Translate.
Sprache hat mit Verstehen zu tun.
Notfalls kann man sich mit Händen und Füßen verständlich machen.
Ich bin leider nicht sprachbegabt aber kann trotzdem Englisch und Französisch sowie etwas Italienisch,Spanisch ,Portugiesisch , Griechisch und Türkisch und ein wenig Japanisch und Thai.
Wer die Sprache lernt lernt auch die Kultur.
Verstehen heißt auch verstehen wollen.
Ach Russisch habe ich noch vergessen.
Meine erste Frau war sprachbegabt.
Sie war Simultandolmetscher in 6 Sprachen und konnte noch einige andere.Dafür konnte sie nicht rechnen.

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