Ein unscheinbarer Verkehrsunfall in Sattahip hat am gestrigen Tag eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die thailändische Ermittler vor ein gefährliches Rätsel stellt. Was als Routinekontrolle begann, endete in der Entdeckung eines massiven Waffenlagers und wirft die beunruhigende Frage auf: Plante der 31-jährige Chinese Ming Chen San ein Attentat?
Der Zufall als Ermittlungshelfer
Die Fassade des normalen Touristenlebens bröckelte auf einer Straße im Bezirk Sattahip. Nach einer Kollision nahmen Polizisten den Wagen von Ming Chen San unter die Lupe. Neben einer unbekannten chinesischen Beifahrerin stießen die Beamten im Fahrzeug auf eine schussbereite Pistole inklusive mehrerer geladener Magazine. Ein Fund, der die Ermittler sofort hellhörig werden ließ und eine Razzia in Sans gemietetem Anwesen im Unterbezirk Huai Yai (Bang Lamung) nach sich zog.
Ein Haus wie eine Festung
Was die Einsatzkräfte hinter den Mauern des Mietshauses erwartete, glich keinem privaten Haushalt, sondern einem militärischen Depot. Die Polizei riegelte das Gelände in einem Radius von 100 Metern weiträumig ab, während Spezialisten des Sprengstoffräumkommandos (EOD) jeden Zentimeter nach versteckten Fallen absuchten. Die Liste der sichergestellten Kriegswaffen ist ebenso lang wie erschreckend:
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Sturmgewehre: Zwei M4-Karabiner mit 13 voll aufmunitionierten Magazinen.
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Sprengmittel: Rund 2,4 kg hochexplosiver C4-Sprengstoff, zwei Dynamitstangen und elektrische Sprengkapseln.
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Minen & Granaten: Vier sowjetische POMZ-2-Antipersonenminen sowie zehn Handgranaten.
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Ausrüstung: Zwei Glock 26-Pistolen, Gasmasken, Schutzwesten und 80 Liter Benzin in Kanistern.
Verstörende Spuren in der digitalen Welt
Besonders brisant sind die Daten, die Ermittler auf dem Smartphone des Verdächtigen sicherten. Ein Video zeigt Ming Chen San beim Schießtraining in einem Lager der kambodschanischen BHQ-Spezialtruppen. Noch beunruhigender sind Protokolle von Unterhaltungen über den KI-Chatbot ChatGPT. Darin soll der Verdächtige detailliert über die zerstörerische Kraft von C4-Sprengstoff philosophiert und potenzielle Bombenanschläge an strategisch wichtigen Orten diskutiert haben.
Einzeltäter oder Teil eines Netzwerks?
Generalmajor Pongpan Wongmaneeted, Kommandant der Provinzpolizei von Chon Buri, betonte heute, dass man derzeit mit Hochdruck an der Rekonstruktion der Hintergründe arbeite. Obwohl bislang keine direkten Komplizen ermittelt werden konnten, wurde der nationale Polizeichef, General Kitrat Phanphet, persönlich aktiv. Er ordnete eine lückenlose Untersuchung an, die auch das Szenario eines geplanten Selbstmordattentats explizit prüft.
„Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht. Aufgrund der Schwere des Fundes und der psychischen Verfassung des Verdächtigen – er gibt an, unter Depressionen zu leiden – wird ein Psychiater zur Begutachtung hinzugezogen“, so Wongmaneeted.
Identitäts-Wirrwarr und internationale Dimensionen
Die Biografie des Verdächtigen wirft weitere Fragen auf. Ming Chen San verfügt über eine komplexe Identität:
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Er besitzt sowohl einen chinesischen als auch einen kambodschanischen Pass.
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Er ist im Besitz eines thailändischen Personalausweises mit Wohnsitz in Chiang Mai.
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Er reiste zuletzt im Januar 2024 mit einem fünfjährigen Langzeitvisum ein.
Die chinesische Botschaft in Bangkok wurde bereits um Amtshilfe gebeten, um Licht in das Dunkel dieser mysteriösen Figur zu bringen. Während die Verhöre andauern, bleibt die Region Chon Buri in Alarmbereitschaft. Was Ming Chen San mit genug Sprengstoff und Munition für einen kleinen Kriegszug vorhatte, bleibt vorerst sein Geheimnis.
Redaktion STIN // CTN-Media