BANGKOK – In den klimatisierten Vorstandsetagen der thailändischen Finanzmetropole bahnt sich eine Zäsur an: Die Bank von Thailand (BoT) macht ernst und bläst zum Angriff auf den Wildwuchs bei den Bankgebühren. Ab Juli dieses Jahres soll ein neues, standardisiertes Gebührenmodell in Kraft treten, das vor allem Privatpersonen und den unter Druck stehenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) spürbare finanzielle Erleichterung verschaffen wird.
Das Ende der Gebühren-Willkür
Zentralbankgouverneur Vitai Ratanakorn kündigte am Freitag den Fahrplan für die größte Reform des Sektors seit Jahren an. Die öffentliche Konsultationsphase endet planmäßig am 10. Mai. Danach folgt der offizielle Startschuss.
„Die Einführung könnte bereits im Juli beginnen oder schrittweise erfolgen. Unser Ziel ist es, die Belastung für Einzelhandelskunden und KMU massiv zu verringern“, betonte Ratanakorn.
Die Zentralbank argumentiert modern und direkt: Im digitalen Zeitalter sind die Betriebskosten der Banken massiv gesunken – diesen Vorteil müssen die Institute nun an ihre Kunden weitergeben. Insgesamt stehen 10 bis 15 kritische Gebührenarten auf der Streichliste.
Die Reform-Highlights: Das ändert sich für Sie
Die geplanten Deckelungen und Senkungen greifen tief in das tägliche Bankgeschäft ein:
-
Kreditkarten-Strafen: Die Gebühren für Bargeldabhebungen mit Kreditkarten werden auf 2 bis 2,5 % gestutzt.
-
Kontoführung: Es wird eine strikte Obergrenze für Kontoführungsgebühren geben.
-
Bürokratie-Kosten: Gebühren für Kontoauszüge, Geldautomatenkarten und sogar Überweisungen zwischen verschiedenen Provinzen werden neu reguliert.
-
Starthilfe für KMU: Bei neuen Kreditlinien bis zu 250.000 Baht werden die Vorabgebühren auf maximal 2,5 % limitiert.
Liquiditätsspritze gegen die Krise
Die Reform kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Kreditwachstum im Königreich lahmt, belastet durch die globale wirtschaftliche Unsicherheit und die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten. Letztere treiben die Energiepreise in die Höhe und drücken auf die Kaufkraft der thailändischen Haushalte.
Um einen Flächenbrand bei Kreditausfällen zu verhindern, hat die Zentralbank gemeinsam mit der Regierung ein Trio aus Rettungsschirmen gespannt:
-
Zinsgünstige Kredite: Ein spezielles Programm der staatlichen Sparkasse.
-
SME Credit Boost: Ein Garantiesystem, das das Ausfallrisiko für Banken minimiert und so den Weg für Neukredite ebnet – insbesondere für Firmen, die in grüne Energien investieren wollen.
-
SME Secured Plus: Hier wird die Bewertung von Sicherheiten flexibler gestaltet. Banken dürfen nun auch den Cashflow der Unternehmen stärker berücksichtigen, anstatt nur auf Immobilienwerte zu starren.
Flexibilität statt starrer Regeln
Wipawin Promboon, stellvertretende Gouverneurin für Finanzinstitutionspolitik, schlägt versöhnliche, aber bestimmte Töne gegenüber den Banken an. Sollten regulatorische Hürden die Banken daran hindern, ihren Kunden zu helfen, stehe die Zentralbank für individuelle Beratungen bereit.
Das Ziel ist klar: Die Systemstabilität wahren, während man gleichzeitig den Schuldnern die Luft zum Atmen lässt. In einer Zeit, in der sinkende Einkommen auf steigende Lebenshaltungskosten treffen, ist dieser Gebührensturz mehr als nur eine kosmetische Korrektur – es ist ein notwendiger Schutzwall für Thailands Wirtschaftsmotor.
Redaktion STIN // CTN-Media
Typisch Thai.
So können es die Bankster auch machen.😡
Erst die Gebühren für das Abheben am ATM von
250 auf 350 Bath (fast 10 Euro!) anheben und dann von Gebührensenkung faseln.
Bin mir nicht sicher, ob das für ausl. Kreditkarten auch gilt.
Aber wirst du ja bald merken 🙂
Guter Witz von STIN,
warum schreibe ich sowas 😡👎🙏
Ausländische Kreditkarten/Debitkarten sind teilweis noch teurer.
Bis zu 400 THB pro Abhebung.