Bangkok steht vor der Wahl, doch der Favorit scheint bereits festzustehen. Wenige Wochen vor dem Urnengang am 28. Juni zeichnet eine neue Umfrage der Suan Dusit University ein klares Bild: Der amtierende Gouverneur Chadchart Sittipunt steuert mit einem massiven Vorsprung auf seine zweite Amtszeit zu.

Während die Hitze über der thailändischen Metropole flirrt, kühlt das politische Rennen um das Rathaus merklich ab – zumindest an der Spitze. Laut der Erhebung, für die zwischen dem 6. und 8. Mai insgesamt 1.074 Bürger befragt wurden, bleibt Chadchart der unangefochtene Liebling der Hauptstädter.

Ein Erdrutschsieg in Aussicht

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Auf die Frage nach ihrem Wunschkandidaten entfielen 56,7 % der Stimmen auf den Amtsinhaber. Damit lässt er die Konkurrenz weit hinter sich:

  • Chadchart Sittipunt: 56,7 %

  • Chaiwat Sathawornwichit (Volkspartei): 18,90 %

  • Unentschlossene: 13,13 %

  • Mallika Boonmeetrakool Mahasook: 5,78 %

  • Komsant Phanvichartkul: 4,07 %

  • ML Kornkasiwat Kasemsri: 1,30 %

Andere Bewerber, darunter Suchatvee Suwansawat und Mongkolkit Suksintharanon, spielen mit Werten um die ein Prozent derzeit kaum eine Rolle. Dass dieses Ergebnis kein Zufall ist, unterstreicht eine vorangegangene NIDA-Umfrage, die Chadchart ebenfalls einsam an der Spitze sah.


Die Wunschliste der Bürger: Stau-Frust und Sicherheitsbedürfnis

Doch der Zuspruch für Chadchart ist kein Freifahrtschein. Die Umfrage legte auch offen, wo den Bewohnern der 10-Millionen-Metropole der Schuh drückt. Die Prioritäten für die kommende Amtszeit sind klar definiert:

  1. Verkehr & Mobilität (28,82 %): Der ewige Kampf gegen den Infarkt. Die Bürger fordern ein Ende der Staus sowie ein effizientes Nahverkehrssystem mit bezahlbaren Preisen.

  2. Stadtbild (23,86 %): Sauberkeit steht hoch im Kurs. Gewünscht wird eine gepflegte Stadt mit freien, begehbaren Gehwegen.

  3. Sicherheit (18,10 %): Eine Stadt ohne Kriminalität und illegale Drogen ist für fast jeden Fünften das wichtigste Anliegen.

  4. Hochwasserschutz (14,75 %): Die Angst vor den Fluten bleibt ein permanenter Begleiter in der Regenzeit.

  5. Lebensqualität (14,41 %): Bangkok soll sich zum Wirtschaftszentrum entwickeln, ohne dabei das Wohlbefinden der Bewohner zu opfern.


Politisches Paradoxon im Rathaus?

Interessant ist der Blick auf die Parteienpräferenz. Während Chadchart als Person triumphiert, zeigt sich bei der Frage nach der Vertretung im Rathaus ein anderes Bild. Hier führt die Volkspartei mit 40,13 %, gefolgt von dem Wunsch nach unabhängigen Kandidaten (21,23 %).

Die etablierten Kräfte wie die Demokratische Partei und die Pheu-Thai-Partei bilden mit jeweils 7,91 % abgeschlagen das Schlusslicht. Es scheint, als wünschten sich die Bangkoker eine Mischung aus einem starken, bewährten Macher an der Spitze und einer frischen, oppositionellen Kraft im Stadtparlament.

Ob dieses Stimmungsbild bis zum 28. Juni hält, bleibt abzuwarten – doch momentan führt kein Weg an Chadchart Sittipunt vorbei.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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