BANGKOK – Ein ungewohntes Bild im Regierungsviertel: Premierminister Anutin Charnvirakul tauschte heute das Protokoll gegen das Lenkrad und steuerte höchstpersönlich einen „Pum-Puang“-Truck durch die Straßen der Hauptstadt. Mit der Handelsministerin Suphajee Suthumpun auf dem Beifahrersitz gab er damit den lautstarken Startschuss für die landesweite Kampagne „Thai Helps Thai“ (Thai Chuay Thai) – eine Initiative, die den explodierenden Lebenshaltungskosten den Kampf ansagt.

In einer Atmosphäre, die eher an ein Volksfest als an einen Staatsakt erinnerte, streifte sich Anutin die Projektweste über und manövrierte den dreirädrigen, vollgepackten Lebensmittelwagen vom Santi-Maitree-Gebäude zum Thai-Khu-Fah-Palast. Die Botschaft des rollenden Supermarktes ist klar: Hilfe muss direkt vor die Haustür der Bürger kommen.


Gurken, Glosamat und gute Laune

Dass Politik auch nahbar sein kann, bewies der Regierungschef beim Einparken. Mit einem Augenzwinkern rezitierte Anutin den traditionellen Kinderreim „Jum-Jee“ und ratterte das Sortiment seines Wagens herunter: von thailändischen Melonen und knackigen Gurken bis hin zu exotischen Jackfrüchten und Zimtäpfeln.

Doch es blieb nicht bei Obst. Zur offiziellen Vorstellung präsentierte das Duo eine breite Palette an Grundnahrungsmitteln:

  • Würzmittel: Fischsauce, Austernsauce und MSG.

  • Frischware: Grünkohl, Choy Sum und Limetten.

  • Vorratsgüter: Zucker und Instantnudeln.

„Die Pum-Puang-Trucks bringen lebensnotwendige Güter zu Preisen unter Marktniveau direkt zu den Menschen. Durch die Kooperation mit der Privatwirtschaft garantieren wir Qualität ohne Aufschlag“, betonte Anutin vor einer Traube von Reportern.


Rabatt-Offensive: Bis zu 58 % Ersparnis

Handelsministerin Suphajee Suthumpun verdeutlichte die Dimensionen des Projekts. Hinter der charmanten Fassade der bunten Trucks steht ein straff organisiertes Netzwerk aus Innenministerium, Handelsressort und führenden Einzelhändlern.

  • Das Angebot: Über 3.000 Artikel des täglichen Bedarfs.

  • Der Rabatt: Preisnachlässe von bis zu 58 %.

  • Die Termine: Jeden Freitag im Mai 2026 bei den lokalen Bezirksämtern.

Besonders im Fokus stehen abgelegene Dörfer. Damit die Hilfe auch dort ankommt, setzt die Regierung auf eine flexible Flotte aus Pick-ups, Dreirädern und sogar Motorrädern.

Subventionen für die Händler

Damit sich das Geschäft für die fliegenden Händler lohnt, greift der Staat tief in die Tasche:

  1. Kraftstoffzuschüsse: Monatlich erhalten Lkw-Fahrer 3.000 Baht, Dreirad-Besitzer 1.500 Baht und Motorradfahrer 1.000 Baht.

  2. Starter-Kits: Kostenlose Warenpakete für Markttests erleichtern den Einstieg.

Die Resonanz ist gewaltig: Allein in der ersten Maiwoche registrierten sich 10.397 Betreiber für das Programm.


Ein Masterplan gegen die Krise

Das Projekt ist auf drei Monate ausgelegt und eng mit anderen staatlichen Maßnahmen wie dem „Khon La Khrueng Plus“-Programm (Halb-und-Halb) verzahnt. Die Regierung rechnet damit, die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung um mindestens 280 Millionen Baht zu senken und rund 4 Millionen Haushalte zu entlasten.

Die heiße Phase beginnt am 15. Mai 2026. Für 30 Tage werden 14 Schlüsselprodukte von zwölf Top-Herstellern über ein gigantisches Netzwerk vertrieben:

  • 3.800 mobile Lebensmittelgeschäfte

  • 946 Post-Servicestellen

  • 129 Gemeinschaftsläden

Mit dieser mobilen Offensive setzt die Regierung ein deutliches Zeichen: In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen rollt die Unterstützung direkt bis an den Gartenzaun.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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