NEU-DELHI / BANGKOK – Wenn sich am 14. Mai die Außenminister der BRICS-Staaten in der indischen Metropole Neu-Delhi formieren, steht ein Mann besonders im Rampenlicht der diplomatischen Bühne: Thailands stellvertretender Premierminister und Außenminister Sihasak Phuangketkeow. Es ist eine Reise mit strategischem Weitblick, die weit über protokollarische Höflichkeiten hinausgeht.

Mission: Resilienz und Reform

Unter dem ambitionierten Leitthema „Aufbau von Resilienz, Innovation, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit“ lädt Indien als diesjähriger BRICS-Vorsitz zu einem Gipfel, der die Machtverhältnisse der Welt neu austarieren könnte. Sihasak reist nicht nur als Gast an, sondern als Reformer. Laut Kreisen des Außenministeriums wird er in Neu-Delhi eine radikale Modernisierung der globalen Governance fordern. Sein Plädoyer: Das multilaterale System darf kein Exklusivclub der alten Mächte bleiben, sondern muss inklusiver und dynamischer werden.

Ein Schutzschild gegen globale Unsicherheit

In Zeiten wackeliger Lieferketten und geopolitischer Verwerfungen setzt Thailand auf die kollektive Stärke. Sihasak wird die BRICS-Plattform und die Vereinten Nationen als unverzichtbare Ankerpunkte markieren, um die drängendsten Krisen unserer Zeit zu bewältigen:

  • Ernährungssicherheit: Sicherung der globalen Versorgung in instabilen Zeiten.

  • Energiesicherheit: Strategische Kooperationen gegen Preisschocks.

  • Digitale Bedrohungen: Gemeinsame Abwehr transnationaler Kriminalität im High-Tech-Zeitalter.

Thailands neue Rolle im Globalen Süden

Seit Thailand im Januar 2025 offiziell den Status eines BRICS-Partnerlandes innehat, hat sich das außenpolitische Gewicht Bangkoks massiv verschoben. Der Gipfel dient Sihasak als ideales Parkett, um die Allianz mit den aufstrebenden Nationen des Globalen Südens zu zementieren. Neben den offiziellen Sitzungen ist der Terminkalender des Ministers bereits prall gefüllt: Hochrangige Bilateralgespräche am Rande des Treffens sollen Thailands Einfluss direkt in die Entscheidungsgremien der Block-Mitglieder tragen.


Hintergrund: Die BRICS-Gruppe hat sich längst von ihrem ursprünglichen Kern (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) weg entwickelt. Mit mittlerweile 10 Vollmitgliedern und 10 Partnerländern repräsentiert das Bündnis ein massives Gegengewicht zu den G7-Staaten und fungiert als das wichtigste Sprachrohr für die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Schwellenländer.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest

0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
{title}
WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com