BANGKOK – Die thailändische Automobilindustrie steht am Scheideweg. In einem dramatischen Appell an die Regierung fordern die führenden Branchenverbände des Landes massive Schutzzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge (BEVs). Die Sorge: Ohne staatliche Intervention könnte die heimische Produktion von einer Importwelle aus Fernost überrollt und nachhaltig zerstört werden.

Zehn einflussreiche Verbände, angeführt von der Electric Vehicle Association of Thailand (EVAT), planen noch heute die Einreichung eines brisanten Forderungskatalogs. Kernstück des Vorstoßes ist die Einführung eines Einfuhrzolls von 32 % auf chinesische Stromer. Es ist ein direkter Angriff auf die aktuelle Handelspolitik, da chinesische Hersteller bisher massiv vom Freihandelsabkommen zwischen der ASEAN-Region und China profitieren und ihre Fahrzeuge weitgehend zollfrei im „Detroit des Ostens“ absetzen können.

Das Pulverfass EV3.5: Wenn Subventionen zum Bumerang werden

Hintergrund der Eskalation ist das auslaufende Förderprogramm EV3.5. Das Paket, das eigentlich bis 2027 Investitionen in lokale Montagewerke locken sollte, knüpft Steuererleichterungen an strenge Produktionsquoten:

  • 2024–2025: Für jedes importierte E-Auto müssen zwei in Thailand gebaut werden.

  • Ab 2027: Das Verhältnis verschärft sich auf 1:3.

Doch die Angst in der Branche sitzt tief. Branchenkenner befürchten, dass chinesische Giganten die lokale Fertigung lediglich als „Eintrittskarte“ nutzen. Sobald die Mindestanforderungen erfüllt sind, könnten sie die Produktion drosseln oder ganz einstellen, um den Markt stattdessen mit günstigen Importen aus den heimischen Mega-Fabriken zu fluten.

„Eine Flut chinesischer Elektrofahrzeuge würde die lokale Produktion, die Zulieferer und die gesamte Industrie schwer beschädigen“, warnt ein hochrangiger EVAT-Manager, der anonym bleiben möchte.

Kampf um die Lieferkette: 80 % lokale Teile gefordert

Besonders prekär ist die Lage für die rund 1.700 Zulieferbetriebe des Landes. Während die großen Tier-1-Zulieferer oft Töchter globaler Konzerne sind, bilden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als Tier-2- und Tier-3-Zulieferer das Rückgrat der thailändischen Wirtschaft.

Um diese zu schützen, fordern die Verbände eine radikale Verschärfung der Local-Content-Regeln: Anstatt der bisherigen 40 % sollen die Hersteller verpflichtet werden, künftig 80 % ihrer Komponenten aus thailändischer Produktion zu beziehen. Nur so, argumentieren die Branchenvertreter, ließen sich die lokale Wertschöpfungskette stärken und tausende Arbeitsplätze langfristig sichern.

Politisches Tauziehen in Zeiten schwacher Absatzzahlen

Die Regierung befindet sich in einer Zwickmühle. Erst kürzlich lockerte der Nationale Ausschuss für Elektromobilitätspolitik die Regeln, um den schleppenden Verkaufszahlen entgegenzuwirken: Ein für den Export produziertes E-Auto zählt nun das 1,5-fache für die Quote.

Doch für die Verbände ist das nicht genug. Sie sehen darin eine Aufweichung, die den thailändischen Standort schwächt. In Kürze sind Krisengespräche mit dem Finanz- und dem Industrieministerium geplant. Das Ziel ist klar: Ein robuster Schutzwall, bevor die chinesische Konkurrenz die heimischen Fließbänder endgültig zum Stillstand bringt.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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berndgrimm
berndgrimm
29 Tage vor

Na ja , die thailändische Automobilindustrie sind japanische Konzerne die genau wie die deutschen die Elektromobilität verschlafen haben.
Die 32% sind natürlich auf thailändischen Edeldung gewachsen.
Schließlich will man die Chinesen zwingen auch Autos hier zu bauen.
Wenn TH in irgendetwas ganz vorn ist so ist dies Größenwahn.
Wenn auch nur 0,15 Trump aber immerhin.

berndgrimm
berndgrimm
28 Tage vor
Antwort auf  stin

Die thailändische Industrie wäre ohne japanische Konzerne garnix.
Die Chinesen können zu Hause billiger produzieren als in TH.
Hier werden nur aus politischen Gründen ein paar chinesische EV’s zusammengeklempnert.Die Majorität der chinesischen EV’s in TH werden aus China importiert.
Nein, natürlich die Trillionenherumwerfer die überall vorne dabei , die Schönsten und die Größten sein wollen zeigen nur ihre Zurückhaltung.
Es gibt auch Heute noch echte Thai Unternehmer , aber das sind nicht die für die STIN hier seine BILD Zeitungs Propaganda macht.

berndgrimm
berndgrimm
27 Tage vor
Antwort auf  stin

Ja , Bierbrauer,Futtermittelhersteller.Ölpumper,Baustoffe und Handel sind Thai.
Wir reden aber von wirklicher Industrie :
Autos , Elektronik, Haushaltgeräte, Maschinenbau etc.
Alles japanisch und wenige chinesisch und südkoreanisch.
Warum soll man ausländische Manager einstellen wenn man deren Ideen stiehlt oder kopiert ?

berndgrimm
berndgrimm
26 Tage vor
Antwort auf  stin

Edel sei der Thai , hilfreich und gut.
Das trifft auf die absolute Mehrheit der Thai zu.
Aber nicht auf die Machthaber von denen wir hier schreiben.
Nun mag STIN in seiner Propaganda in TH nur einen Bösewicht sehen nämlich Thaksin.
Richtig ist , daß von Thaksin die meisten Gaunereien an die Öffentlichkeit gezerrt wurden.
Aber ich sehe nicht das Prayuth,Newin oder Anutin einen Deut besser sind als Thaksin.
Von denen kommt nur nix Negatives an die Öffentlichkeit.
Außerdem wären weder Prayuth noch Anutin ohne die Hilfen von Thaksins Politladen PM geworden.Na ja sie sind je einmal durch Wahlmanipulation PM geworden.
Dies mag für STIN OK sein , für mich aber nicht.

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