BANGKOK: Es ist nicht die Sitzverteilung im Parlament, die Premierminister Anutin Charnvirakul schlaflose Nächte bereiten sollte – es ist der Kassenzettel im Supermarkt. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage der renommierten Suan-Dusit-Universität zeigt mit schonungsloser Deutlichkeit: Die thailändische Bevölkerung hat die Geduld mit politischen Floskeln verloren. Sie beurteilt ihre Führung radikal nach wirtschaftlichen Kriterien, nicht nach politischer Couleur.
Die Zahlen der Erhebung, für die zwischen dem 12. und 15. Mai 2026 insgesamt 1.143 Bürgerinnen und Bürger online sowie in Feldinterviews befragt wurden, zeichnen das Bild einer tief besorgten Nation.
Die nackte Angst vor dem Alltag
An der Spitze der Sorgenpyramide steht für die Thailänder die schiere Bewältigung des täglichen Lebens. Die unaufhaltsam steigenden Lebenshaltungskosten – allen voran explodierende Energiepreise und teurere Konsumgüter – rauben sage und schreibe 77,97 % der Befragten den Schlaf. Dicht dahinter folgt das Gespenst der privaten Überschuldung: 63,78 % der Menschen gaben an, dass ihnen sowohl die täglichen Ausgaben als auch die Last der eigenen Schulden schwer auf den Schultern liegen.
Und ein Lichtblick ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Blick in die nahe Zukunft ist von tiefem Pessimismus geprägt. Fast die Hälfte der Bevölkerung (46,89 %) geht fest davon aus, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten in den kommenden drei Monaten weiter verschlechtern werden. Ein knappes Drittel (32,81 %) stellt sich auf eine Stagnation der ohnehin prekären Lage ein.
Vertrauensvorschuss? Fehlanzeige.
Dieses düstere Stimmungsbild schlägt sich eins zu eins in den Erwartungen an die Regierung nieder. Die Zeiten des blinden Vertrauens sind endgültig vorbei:
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Nur magere 12,33 % der Befragten hegen noch hohe Erwartungen an die Leistungsfähigkeit der Administration.
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31,16 % blicken mit verhaltenem, zweifelndem Zweckoptimismus auf die kommenden Monate.
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Fast ein Viertel der Bevölkerung (23,45 %) hat die Regierung bereits komplett abgeschrieben und erwartet absolut gar nichts mehr.
Große Skepsis herrscht zudem beim Blick auf die Staatsfinanzen. Das geplante staatliche Kreditdekret, mit dem satte 400 Milliarden Baht auf dem heimischen Markt aufgenommen werden sollen, bereitet 44,44 % der Menschen im Land große Sorgen. Sie fürchten eine unkontrollierbare Staatsverschuldung. Auch die Regierungsinitiativen selbst zünden nicht: 13,65 % der Befragten bezweifeln offen die Sinnhaftigkeit des populären „Co-payment Plus“-Programms. Politische Reizthemen geraten dagegen fast zur Nebensache: Der schwelende Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha besorgt lediglich 11,81 % der Menschen.
Effizienz statt politischer Show
„Die Umfrageergebnisse spiegeln wider, dass die Leistung der heutigen nationalen Regierung nicht an der Mehrheit der Stimmen im Parlament gemessen wird, sondern an ihrer Effizienz bei der Bewältigung wirtschaftlicher Probleme und ihrer Glaubwürdigkeit.“ — Ngamprawan Ehsomnuk, Dekan der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften an der Suan Dusit Universität
Laut Ehsomnuk zeige die Analyse ein verändertes gesellschaftliches Bewusstsein. Die thailändische Gesellschaft sei in den vergangenen Jahren regelrecht abgehärtet worden – gewöhnt an die großen Versprechen von Politikern, die sich am Ende doch nur als leere Phrasen erwiesen.
Die Menschen würden die Regierung zwar nicht sofort und pauschal ablehnen, sondern ihr eine kalkulierte Frist einräumen, um sich zu beweisen. Doch der Fokus hat sich verschoben: Die Bevölkerung legt heute messbar mehr Wert auf administrative Kompetenz und handfeste Ergebnisse als auf die bloße politische Popularität der Akteure. Für Premierminister Anutin bedeutet das: Geliefert werden muss an der Ladenkasse, nicht am Rednerpult.
Redaktion STIN // CTN-Media
Die Masse der Wähler selbst, wird sich halt auch fragen müssen:
Warum habe ich bei vielen Wahlen die Pheu Thai gewählt, die nur
Chaos-Projekte versuchten, umzusetzen.
Jetzt sind die Kassen leer, wegen der 100e Milliarden Baht (10.000 Baht Projekt) – vor dem Moody,
Korn, BoT-Gouverneur usw. – gewarnt hatten – und jetzt wird gejammert, weil kein Geld mehr da ist.
Wenn dieses Kabinett es nicht schafft, mit leeren Kassen einigermaßen erfolgreiche Sozialprojekte umzusetzen,
wer dann?