BANGKOK, Thailand – Es passierte mitten im pulsierenden Herzen Bangkoks, im grellen Neonlicht des berüchtigten Sukhumvit-Viertels. Was wie ein gewöhnlicher Abend in der thailändischen Metropole begann, endete für den ehemaligen Formel-1-Piloten Mika Salo in einem blutigen Albtraum – und stürzt die thailändische Tourismusbranche nun in eine handfeste Imagekrise. Die thailändische Polizei läuft im Wettlauf gegen die Zeit Sturm, um den Täter zu fassen und das erschütterte Vertrauen ausländischer Urlauber wiederherzustellen.
Der schleichende Angriff im Nachtleben
Es ist der 19. Mai, kurz vor Mitternacht. Mika Salo ist zu Fuß im Zentrum Bangkoks unterwegs. Er passiert die Sukhumvit Soi 6, läuft vorbei an der Soi 4 und betritt schließlich einen Fußgängerüberweg in Richtung der belebten Nana-Kreuzung. In diesem Moment schießt ein Motorrad an ihm vorbei, streift den Finnen haarscharf.
Was der Ex-Rennfahrer in der Hektik des Großstadtverkehrs zunächst für ein rücksichtsloses, aber harmloses Manöver hält, entpuppt sich Sekunden später als brutale Attacke. Salo spürt den Schmerz zuerst nicht. Erst als entsetzte Passanten ihn aufmerksam machen, bemerkt er das Drama: Aus seinem Bein strömt massiv Blut. Der Verdacht: Der Biker verletzte ihn im Vorbeifahren gezielt mit einem extrem scharfen Gegenstand.
28 Stiche und ein düsterer Verdacht
Salo wird umgehend in das renommierte Bumrungrad International Hospital eingeliefert. Die Ärzte reagieren sofort und müssen die tiefe Wunde mit insgesamt 28 Stichen nähen. Mittlerweile wurde der Finne für weitere Untersuchungen in das Polizeikrankenhaus verlegt. Sein Zustand ist laut Medizinern stabil, doch der Schock sitzt tief. Eine offizielle Anzeige hat der Rennfahrer bisher zwar noch nicht erstattet, doch die Maschinerie der Behörden läuft bereits auf Hochtouren.
Denn der Fall Salo ist offenbar kein Einzelfall. Ermittler stießen bei Befragungen im Viertel auf beunruhigende Zeugenaussagen: Hotelangestellte aus der Sukhumvit-Gegend berichteten, dass in jüngster Zeit auch andere Touristen von ähnlichen, mysteriösen Vorfällen sprachen. Geht in Bangkok ein Feuerteufel auf zwei Rädern um, der gezielt Jagd auf Urlauber macht?
Polizei unter Druck: Das Image steht auf dem Spiel
Der Fall hat die thailändische Führung in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Der Vorfall bedroht das sensible Sicherheitsimage des Landes, das so dringend auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen ist.
„Polizeichef Kitrat Phanphet hat die Ermittler der Metropolitanpolizei persönlich angewiesen, den Angreifer schnellstmöglich zu fassen“,
erklärte Generalleutnant Trairong Phiwphan, Sprecher der Königlich Thailändischen Polizei, nach einem Krankenbesuch bei Salo.
Die Kriminalpolizei wertet derzeit unter Hochdruck die Aufnahmen sämtlicher Überwachungskameras entlang der Route aus. Das Ziel der Fahnder: Die Identität des Motorradfahrers zu knacken und zweifelsfrei zu klären, ob es sich um einen gezielten, vorsätzlichen Angriff handelte. Bis zur Aufklärung des Falls wurden die Sicherheitsvorkehrungen in den Touristen-Hotspots der Stadt drastisch verschärft. Bangkok hält den Atem an, während die Jagd auf den Phantom-Biker läuft.