BANGKOK – Es war kein Gang nach Kanossa, sondern eine perfekt inszenierte Machtdemonstration. Am Donnerstagnachmittag kehrte Thailands ehemaliger Premierminister Thaksin Shinawatra auf die ganz große Bühne der Öffentlichkeit zurück. Belagert von einem gigantischen Medienaufgebot absolvierte der umstrittene Milliardär seinen ersten offiziellen Pflichttermin bei der Bewährungshilfe – und degradierte den thailändischen Rechtsstaat mit einem einzigen Lächeln zur Nebensache.

Blitzlichtgewitter und Luxuskarossen im Bezirk Bangkok Noi

Schon Stunden vor Thaksins Eintreffen glich das Gelände rund um das Bewährungsbüro Nr. 1 an der Wang Lang Road einer Festung der Medien. Kamerateams positionierten sich strategisch, Fotografen lauerten am Eingang, die Luft war elektrisierend vor Spannung. Ursprünglich war der Termin für den 25. Mai angesetzt, doch der Machtmensch ließ das Datum kurzerhand auf den 28. Mai verschieben. Es war der erste formelle Schritt in einer viermonatigen Bewährungsphase, die auf seine Haftentlassung am 11. Mai folgt und am 9. September mit der endgültigen Freiheit enden soll.

Punkt 14:00 Uhr hielten die Reporter den Atem an. Ein zweifarbiger, grau-dunkelgoldener Mercedes-Benz Maybach rollte majestätisch auf das Gelände. Das unübersehbare Bangkoker Kennzeichen: PT 4444. Als der Wagen stoppte, brach im Pressetross augenblicklich das Chaos aus. Kameraleute drängten vorwärts, das Klicken der Auslöser schwoll zu einem ohrenbetäubenden Stakkato an.

„Alles in Ordnung“: Der entspannte Auftritt des Polit-Schwergewichts

Begleitet von seiner Rechtsanwältin Winyat Chatmontri entstieg Thaksin der Luxuslimousine. Wer einen gebrochenen oder reuigen Ex-Sträfling erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Der Ex-Premier wirkte blendend gelaunt, tiefenentspannt und suchte sofort den Augenkontakt zu den Kameras. Auf die zugerufene Frage eines Journalisten nach seinem Befinden entgegnete er kurz und prägnant:

„Gut, alles in Ordnung.“

Ohne sich für weitere Fragen aufhalten zu lassen, schritt er zielgerichtet und mit der Aura eines Staatsmannes direkt in den zweiten Stock des Gebäudes, um sich den bürokratischen Zwängen seiner Bewährungsauflagen zu unterziehen. Während seine treuen Anhänger die Freilassung auf den Straßen enthusiastisch feierten, bemühten sich die Justizvollzugsbeamten im Hintergrund vehement darum, die Rechtmäßigkeit und Gleichbehandlung des prominenten Falls vor der kritischen Öffentlichkeit zu verteidigen.

20 Minuten Bürokratie: „Nur eine Formalität für einen alten Mann“

Das mit Spannung erwartete Treffen hinter verschlossenen Türen dauerte exakt 20 Minuten. Über den genauen Inhalt des Gesprächs schwiegen sich die Behörden aus, Zwischenfälle oder Störungen wurden nicht gemeldet. Doch das eigentliche Spektakel folgte beim Verlassen des Amtes.

Als Thaksin das Gebäude wieder verließ, hielt er kurz inne. Das Medienaufgebot forderte Antworten dazu, wie der Meldevorgang beim Bewährungshelfer verlaufen sei. Mit einer Mischung aus Altersmilde und subtiler Arroganz wischte Thaksin die gesamte Prozedur als reine Routine beiseite:

„Wie es für einen alten Mann typisch ist – nichts Besonderes, nur eine Formalität.“

Das System Shinawatra steht im Rampenlicht

Nach diesem knappen, aber vielsagenden Statement stieg er umgehend zurück in seinen Maybach und rauschte davon. Weder er noch seine Anwältin verloren ein Wort über politische Themen oder die tieferen Details seiner Auflagen.

Der gesamte Auftritt dauerte von der Ankunft bis zur Abfahrt weniger als eine halbe Stunde. Und doch hat dieser Nachmittag in Bangkok eines unmissverständlich klargemacht: Auch wenn Thaksin Shinawatra offiziell noch bis zum 9. September unter der Fuchtel der Justiz steht – die Fäden in diesem Land zieht er längst wieder selbst.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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7 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
16 Tage vor

Ein typischer STIN/KI :viel Text , viel Propagandahetze keine Sachinformation.
Tatsache ist: Ohne Thaksin und seinen Politladen Pheua Thai haette es weder einen PM Prayuth noch einen PM Anutin gegeben. Natuerlich auch nicht ohne Wahlbetrug, aber hier geht es ja um STIN’s Lieblingsfeind Thaksin.

Zuletzt bearbeitet am 16 Tage vor von berndgrimm
berndgrimm
berndgrimm
13 Tage vor
Antwort auf  stin

STIN hat sich offensichtlich bei all seinen Verrenkungen um immer auf jeder Seite gleichzeitig zu stehen so verknotet dass er selber aus seiner Propagandamanie nicht mehr herausfindet.
Ich schrieb in meinem Kommentar richtigerweise dass weder Prayuth noch Anutin ohne die Hilfe von Thaksins Politladen PM geworden waeren.
STIN antwortet mit den gleichen Propagandaluegen mit denen er sich seit ueber 20 Jahren hervortuen will.
Ich bin sicher ein groesserer Anhaenger von Abihisit als STIN und habe auch schon oefter mit ihm gesprochen.
Abhisits Problem war immer dass er im Volk keine Mehrheit hatte.
Trotzdem war er der PM der in seiner kurzen Regierungszeit die meiste Sacharbeit geleistet hat.
Aber dies hat ihn nicht populaerer gemacht.
Allerdings war/ist er wohl populaerer als Prayuth und Anutin.

berndgrimm
berndgrimm
11 Tage vor
Antwort auf  stin

Frueher sammelte STIN vielleicht Briefmarken oder Bierdeckel, heute sammelt er Staatsbuergerschaften um damit anzugeben.
Ihm fehlt noch die russische, chinesische und amerikanische um seinen Weltbuergerstatus zu dokumentieren.
Ich bin Deutscher und das reicht mir, wohlgemerkt Deutscher und nicht Deutschtuemler.Mir sind arbeitende Migranten lieber als deutschtuemelnde Mitlaeufer von Nazi Hetzern.
Ich bin stolz auf die Entwicklung Deutschlands nach 1945 und entsetzt ueber die vielen Geschichtsleugner und Dummkoepfe im heutigen D.
Aber zum Thread Thema:
In TH gibt es nur gesteuerte Umfragen von den ungewaehlten Machthabern.Aber selbst dort hatten Prayuth und Anutin teilweise
FDP Werte.

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