Ein politischer Schlagabtausch par excellence: Im thailändischen Repräsentantenhaus flogen heute die Fetzen. Es ging um nicht weniger als ein gigantisches Ein-Billionen-Baht-Infrastrukturprojekt – und um die Frage, ob die Regierung etwas zu verbergen hat. Mit einer klaren Mehrheit von 266 zu 174 Stimmen schmetterte die Regierungskoalition einen brisanten Antrag der Opposition ab. Diese hatte vehement die Einsetzung eines parlamentarischen Sonderausschusses gefordert, um das Megaprojekt einer schonungslosen Machbarkeitsstudie zu unterziehen.

Hinter dem harten Abstimmungsergebnis verbirgt sich eine emotionale und tiefgreifende Debatte, die das Parlament über Stunden in Atem hielt. Im Zentrum der Kritik steht die sogenannte „Landbrücke“, die den Seeverkehr in der Region revolutionieren soll. Doch für die Opposition ist das Projekt ein gigantisches Fragezeichen. Abgeordnete warfen der Regierung mangelnde Transparenz vor und bezweifelten offen die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens.

Schwere Vorwürfe und geopolitische Warnungen

Besonders der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Abhisit Vejjajiva, ging mit der Regierung hart ins Gericht. Er legte den Finger in die Wunden eines Projekts, das seiner Meinung nach mehr Gefahren als Chancen birgt. Neben Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit und fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfungen warnte Abhisit vor den massiven Auswirkungen auf die Rechte der lokalen Bevölkerung im Süden des Landes. Die Befürchtung: Die Region könnte ungewollt zu einem schmutzigen Zentrum für petrochemische Schwerindustrie degradiert werden.

Zudem goss Abhisit politisches Öl ins Feuer, indem er auf ein pikantes Detail verwies:

„Das gesamte Vorhaben wurde in den Wahlprogrammen der Regierungsparteien vor den Parlamentswahlen mit keinem Wort erwähnt.“

Dass die Regierung nun jegliche parlamentarische Detailprüfung blockiert, untermauere laut Abhisit einen düsteren Verdacht: Das Projekt sei im Interesse mächtiger Partikularinteressen gestrickt worden – auf Kosten der Natur und der Bürger im Süden. Damit nicht genug: Die Landbrücke berüge zudem das Risiko, Thailand völlig unnötig in das Kreuzfeuer globaler, geopolitischer Konflikte hineinzuziehen.

Die grüne Alternative der Opposition

Während die Fronten verhärtet blieben, versuchte die Opposition, nicht nur als Blockierer dazustehen, sondern präsentierte eine radikale Kehrtwende. Natthaphong Ruengpanyawut, der Vorsitzende der Volkspartei, betonte, dass es dem geforderten Ausschuss um weit mehr als nur um Fehleranalyse ging. Ziel sei eine echte, nachhaltige Entwicklungsstrategie für den Süden gewesen, anstatt stur an der Landbrücke und dem dazugehörigen „Südlichen Wirtschaftskorridor“ festzuhalten.

Als direkten Gegenentwurf brachte Natthaphong ein Alternativprojekt seiner Partei ins Spiel: den „Southern Biodiversity Regeneration Corridor“ (SBRC). Ein Konzept, das auf den Schutz der Artenvielfalt und nachhaltige Regeneration setzt, anstatt auf Beton und Schwerindustrie.

Der heutige Tag im Repräsentantenhaus hat gezeigt: Das Ringen um Thailands Zukunft im Süden ist mit dieser Abstimmung nicht beendet – es hat gerade erst begonnen. Die Regierung hat zwar die Zahlen auf ihrer Seite, doch die Zweifel am Billionen-Projekt sind gesät.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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7 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
15 Tage vor

Von den ueberkandidelten Propagandaspinnereien STIN’s zurueck zur Realitaet in TH.
Die grossfressig propagierte „Landbruecke“ ist nix Anderes als eine zweispurige Eisenbahnverbindung zwischen Ranong und Chumphon.
Natuerlich kann man an solch einem unsinnigen Projekt eine Menge Korruptionsgelder verdienen.Das ist wohl der einzige Grund fuer dieses Projekt.
Was haette STIN wohl geschrieben wenn diese Idee von Thaksin gewesen waere ?
Der Schutz der Biodiversitaet waere fuer die meisten Gebiete TH wuenschenswert.
Um auch Arbeitsplaetze in den abgelegenen Gebieten zu schaffen koennte dort
Lebensmittelindustrie,Medizinaltourismus und Aktivtourismus angesiedelt werden.

berndgrimm
berndgrimm
13 Tage vor
Antwort auf  stin

Unter Prayuth fing der Landkauf an.

berndgrimm
berndgrimm
13 Tage vor
Antwort auf  stin

Worin ist STIN am schnellsten ? Im Weglaufen vor der Verantwortung fuer seine Propagandaartikel.

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