Die thailändische Regierung zündet die nächste Stufe ihrer wirtschaftlichen Entwicklungsoffensive. Durch den gezielten Ausbau des Flughafens Hua Hin sollen künftig internationale Direktflüge Urlauber in den oberen Süden des Landes bringen. Das ambitionierte Infrastrukturprojekt hat ein klares Ziel: Den Wohlstand aus den Metropolen direkt in die Regionen zu leiten und sogenannte Sekundärstädte als neue Wirtschaftsmotoren zu etablieren.
Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Lalida Periswiwatana am Samstag (30. Mai 2026) bekannt gab, treibt die Regierung unter Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul den Ausbau der Verkehrs- und Tourismusinfrastruktur massiv voran. Die Strategie zielt darauf ab, die Wirtschaft anzukurbeln und die Einkommen breiter in den Provinzen zu verteilen. Der Flughafen Hua Hin übernimmt dabei eine Schlüsselrolle: Er wird als wichtiges touristisches Tor für den oberen Süden und die Küste des Golfs von Thailand positioniert, um ausländische Reisende zu empfangen und die regionalen Wirtschaftskreisläufe enger miteinander zu vernetzen.
Hochdruck bis August 2026: Sicherheit im Fokus
Um sich vor Ort ein Bild von den Fortschritten zu machen, reiste der stellvertretende Verkehrsminister Phattrapong Phattraprasit in die Provinz Prachuap Khiri Khan. Unter dem Leitmotiv „Flughafen für regionale Entwicklung“ – der Modernisierung von Airports als Hauptantrieb für die Wirtschaft in Sekundärstädten – forderte er eine strikte Beschleunigung der Bauprojekte.
Das Flughafenamt erhielt die klare Anweisung, das Straßentunnelbauprojekt sowie die Erweiterung des Sicherheitsbereichs um die Start- und Landebahn 16 zu forcieren. Der Zeitplan steht fest: Bis August 2026 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Diese Maßnahmen sind essenziell, um die Sicherheitsstandards im Einklang mit den strengen Anforderungen der thailändischen Zivilluftfahrtbehörde (CAAT) zu erhöhen und die künftige Aufnahme von Direktflügen aus dem Ausland zu sichern. Darüber hinaus wies Phattrapong die Beamten an, sowohl kurz- als auch langfristige Pläne zur Behebung von Sicherheitsmängeln auszuarbeiten und das Verfahren für die Betriebsgenehmigung eines öffentlichen Flugplatzes bei der CAAT drastisch zu beschleunigen. Dies soll das Vertrauen internationaler Airlines in die Abfertigungskapazitäten des Flughafens stärken und den Weg für neue Flugrouten nach Thailand ebnen.
Schulterschluss für den Premium-Tourismus
Für den Erfolg des Projekts setzt das Verkehrsministerium auf eine integrierte Zusammenarbeit aller Akteure in der Provinz Prachuap Khiri Khan. Staatliche Stellen, Tourismusunternehmen, Fluggesellschaften und Hotelbetreiber ziehen an einem Strang, um die Eröffnung direkter internationaler Routen zu realisieren.
Die Zielgruppe steht fest: Im Fokus stehen finanzstarke Reisende, Langzeittouristen und Gruppen aus dem Bereich des Gesundheitstourismus. Diese Klientel passt perfekt zur Regierungspolitik, die auf eine qualitative Aufwertung des Tourismus und eine gezielte Einnahmenverteilung in einkommensschwächere Provinzen setzt.
Infrastruktur und Wiederaufnahme des Flugbetriebs
Um den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, laufen bereits konkrete Gespräche über umfassende Tourismuspakete, die Flugtickets, Unterkünfte und Reisedienstleistungen bündeln. Auch die Behörden vor Ort – einschließlich der Einwanderungs-, Zoll-, Pflanzenschutz- und Tierquarantänekontrollstellen – stehen bereit, um die Wiederaufnahme internationaler Flüge effektiv und reibungslos zu unterstützen.
Aktuell verfügt der Flughafen Hua Hin über folgende Kapazitäten:
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Passagieraufkommen: 300 Passagiere pro Stunde
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Start- und Landebahn: 2.100 x 35 Meter
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Vorfeld: Gleichzeitige Aufnahme von zwei Flugzeugen des Typs Airbus A320 oder Boeing 737-800
Dass das Konzept funktioniert, zeigte die Vergangenheit: Zwischen 2018 und 2020 bediente Thai AirAsia bereits erfolgreich die internationale Strecke Kuala Lumpur–Hua Hin–Kuala Lumpur, bevor der Flugbetrieb wegen der COVID-19-Pandemie vorübergehend eingestellt werden musste. Die Inlandsverbindung Chiang Mai–Hua Hin wird unterdessen weiterhin von Thai AirAsia bedient.
Regierungssprecherin Lalida Periswiwatana blickt optimistisch in die Zukunft: „Die Regierung ist zuversichtlich, dass die Modernisierung des Flughafens Hua Hin ein weiterer wichtiger Mechanismus sein wird, um die Wirtschaft und den Tourismus anzukurbeln, die Einnahmen in die Regionen zu verteilen sowie Arbeitsplätze und Einkommen für die Bevölkerung und die Betreiber vor Ort zu schaffen. Hua Hin wird sich damit in Zukunft zu einem vollwertigen internationalen Reiseziel entwickeln.“