Ein massiver Verstoß gegen das thailändische Bildungsrecht beschäftigt die Behörden in Bangkok. Bei einer unangekündigten Razzia in einer internationalen Schule im Stadtteil Pridi Banomyong deckten Ermittler auf, dass die Einrichtung komplett ohne Betriebserlaubnis lief. Zudem trafen die Beamten auf sechs ausländische Lehrkräfte, die offenbar ohne gültige Arbeitserlaubnis unterrichteten. Das Bildungsministerium warnt Eltern nun vor drastischen Konsequenzen.
Behörden-Allianz schlägt nach Whistleblower-Hinweis zu
Die konzertierte Aktion am 29. Mai traf die illegale Bildungseinrichtung unvorbereitet. Beamte des Büros der Kommission für private Bildung (OPEC), der Einwanderungsabteilung 1 sowie der Beschäftigungsabteilung des Arbeitsministeriums riegelten das Gelände im Bangkoker Bezirk Pridi Banomyong ab. Vorausgegangen war ein konkreter Whistleblower-Hinweis, wonach die Schule trotz einer fehlenden Genehmigung zur Errichtung einer Bildungseinrichtung den vollen Unterrichtsbetrieb aufgenommen hatte. Besonders dreist: Die Betreiber warben parallel dazu aggressiv um neue Schüler.
Monthon Phaksuwan, Generalsekretär der OPEC, erklärte, dass seine Behörde nach den ersten Hinweisen umgehend die für internationale Schulen zuständigen OPEC-Spezialisten mit einer Vorprüfung beauftragt hatte. Diese erste Untersuchung bestätigte den Verdacht schnell: Es lag keinerlei Genehmigung vor. Dennoch warb die Einrichtung für Klassenstufen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe, unterrichtete nach einem ausländischen Lehrplan und postete im Netz sogar Fotos von den laufenden Unterrichtsaktivitäten. Da diese Handlungen eklatante Verstöße gegen das Privatschulgesetz darstellen, autorisierte die OPEC umgehend die gemeinsame Razzia mit den Einwanderungs- und Arbeitsbehörden.
Sechs ausländische Lehrer ohne Arbeitserlaubnis im Unterricht ertappt
Bei der Durchsuchung vor Ort bestätigte sich das illegale Ausmaß der Schule. Neben der fehlenden Betriebserlaubnis stießen die Ermittler in den Klassenzimmern auf mehrere ausländische Staatsangehörige, die in verschiedenen Fächern unterrichteten. Die Überprüfung der Dokumente brachte Gewissheit: Sechs Lehrkräfte von den Philippinen und aus Myanmar besaßen keinerlei Arbeitserlaubnis.
Die OPEC hat den Fall inzwischen an die Ermittler der zuständigen Polizeistation Khlong Tan übergeben und formell Anzeige erstattet, damit die strafrechtliche Verfolgung eingeleitet werden kann.
Bildungsministerium warnt Eltern vor dramatischen Risiken
OPEC-Generalsekretär Monthon Phaksuwan nutzte den Vorfall für einen eindringlichen Appell und betonte, dass die Eröffnung einer Privatschule zwingend an eine Vorab-Genehmigung der OPEC gebunden ist. Er mahnte Eltern und die Öffentlichkeit zu äußerster Vorsicht bei der Auswahl von Privatschulen für ihre Kinder.
Die Warnung der Behörden ist drastisch: Nicht genehmigte Schulen bergen immense Risiken. Eltern und Schülern drohen im schlimmsten Fall eine plötzliche Schließung der Einrichtung, eine mangelhafte Bildungsqualität und Abschlüsse, die vom thailändischen Bildungsministerium niemals anerkannt werden.
So können Eltern und Zeugen reagieren
Die OPEC fordert die Öffentlichkeit dazu auf, die Legalität von Schulen vorab gründlich zu prüfen. Eine vollständige Liste aller rechtlich zugelassenen Privatschulen ist offiziell unter school.opec.go.th abrufbar.
Zudem bitten die Behörden um Mithilfe: Wer Hinweise auf Privatschulen hat, die ohne Genehmigung betrieben werden oder gegen Gesetze verstoßen, kann dies der OPEC per E-Mail an saraban@opec.go.th oder über die Beschwerde-Hotline des Bildungsministeriums unter der Kurzwahl 1579 melden.