Sie flohen vor den Behörden ihrer Heimat, tauchten in Thailands Luxusimmobilien ab und lebten im Verborgenen – doch die Ermittler ließen sich nicht abschütteln. In einer koordinierten Razzia haben thailändische Spezialeinheiten vier mutmaßliche Köpfe eines brutalen, grenzüberschreitenden Kredit- und Erpresserrings in Pattaya festgenommen.
PATTAYA / BANGKOK (Thailand) – Zugriff am helllichten Tag: Beamte der thailändischen Einwanderungspolizei haben am 30. Mai gemeinsam mit der Abteilung für Verbrechensbekämpfung vier chinesische Staatsangehörige in Pattaya dingfest gemacht. Die Männer wurden von den Behörden der Volksrepublik China per Haftbefehl gesucht. Der gemeinsame Zugriff war Teil einer großangelegten Offensive der Königlich Thailändischen Polizei gegen ausländische kriminelle Netzwerke im Land. Die Ermittler identifizieren die Festgenommenen als Schlüsselfiguren einer skrupellosen Bande, die sich auf illegale Kreditvergabe, gewaltsame Schuldeneintreibung und organisierte Kriminalität spezialisiert hat.
Horror-Zinsen und Entführungen: Das dicke Sündenregister
Die Jagd auf die Männer begann im Bezirk Fengnan der chinesischen Stadt Tangshan, wo bereits am 20. März 2025 Haftbefehle gegen das Quartett erlassen wurden. Der Vorwurf der dortigen Behörden wiegt schwer: Die Bande soll mehr als 40 Opfern in China Kredite zu astronomischen Konditionen aufgezwungen haben – mit monatlichen Wucherzinsen von weit über 30 Prozent.
Doch die Kriminellen verliehen das Geld nicht nur, sie trieben es auch mit äußerster Brutalität wieder ein. Laut Ermittlungsakten entführten die Bandenmitglieder ihre Schuldner, hielten sie in angemieteten Zimmern gefangen und misshandelten sie schwer, um weitere Zahlungen und Vermögenswerte zu erpressen.
Das Versteckspiel in den Luxusvillen von Chonburi
Als der Druck in China zu groß wurde, floh die Gruppe nach Thailand – und tat alles, um unter dem Radar zu bleiben. Die Verdächtigen vermieden jede Fahrzeugzulassung und tätigten keine einzige finanzielle Transaktion unter ihren echten Namen oder Pässen.
Der Plan scheiterte an der Wachsamkeit der thailändischen Behörden: Ermittler des Einwanderungsbüros der Region 3 wurden in der Provinz Chonburi auf die Verdächtigen aufmerksam und nahmen sie ins Visier. Ein schneller Informationsabgleich mit der Abteilung für Verbrechensbekämpfung brachte Gewissheit: Bei den observierten Männern handelte es sich um die international gesuchten Flüchtlinge.
Nach wochenlanger, verdeckter Überwachung schlug die Polizei zeitgleich an zwei verschiedenen Orten im Bezirk Banglamung zu:
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Takhian Tia: Hier spürten die Beamten zwei der Verdächtigen in einem Wohnhaus auf.
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Huai Yai: In einem dortigen Luxusanwesen klickten für die beiden anderen Männer die Handschellen.
Die koordinierten Razzien verliefen ohne Zwischenfälle.
Konsequenzen und Warnung der Behörden
Die thailändischen Behörden reagierten sofort und annullierten die Aufenthaltserlaubnisse der Männer bzw. leiteten den sofortigen Widerruf ein. Bei der Überprüfung der Papiere kam heraus, dass einer der Männer sein Visum bereits um mehr als 245 Tage überzogen hatte (Overstay).
Das Quartett wurde umgehend in das Abschiebegefängnis nach Bangkok überführt. Von dort aus soll nun zeitnah die Abschiebung nach China erfolgen, wo den Männern der Prozess gemacht wird.
Angesichts dieses Falls richten die thailändischen Behörden eine dringende Warnung an die Bevölkerung: Bürger sollten unter keinen Umständen Kredite über nicht autorisierte Smartphone-Apps oder dubiose, ausländische Netzwerke aufnehmen. Das Risiko, in eine Spirale aus ruinösen Wucherzinsen, illegalen Inkassopraktiken und brutalsten Gewaltverbrechen zu geraten, sei extrem hoch.
Redaktion STIN // CTN-Media