Bangkok – Das politische Barometer in Thailand sinkt: Eine aktuelle Umfrage der renommierten Suan Dusit Universität offenbart wachsende Skepsis in der Bevölkerung. Während Premierminister Anutin Charnvirakul und Oppositions-Urgestein Abhisit Vejjajiva als die prägenden Figuren der politischen Landschaft wahrgenommen werden, rutscht der allgemeine „politische Index“ des Landes spürbar ab.

Für die landesweite Erhebung wurden zwischen dem 26. und 29. Mai insgesamt 2.166 Bürgerinnen und Bürger befragt. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Bevölkerung, die ihrer Führung zwar konkrete Aufgaben ins Stammbuch schreibt, die Oppositionsarbeit derzeit jedoch deutlich positiver bewertet als das Handeln der Regierung.

Das Beliebtheitsranking: Anutin dominiert das Regierungslager

Innerhalb der Regierungsmannschaft ist die Hierarchie klar abgesteckt. Premierminister Anutin Charnvirakul thront mit 37,07 % der Stimmen unangefochten an der Spitze der prominentesten Politiker. Mit einigem Abstand folgt ihm sein Stellvertreter Yodchanan Wongsawat, der auf 29,06 % kommt. Die weiteren Plätze im Regierungsranking belegen:

  • Finanzminister Ekniti Nitithanprapas (16,09 %)

  • Kulturministerin Sabeeda Thaised (10,76 %)

  • Außenminister Sihasak Phuangketkeow (7,02 %)

Kopf-an-Kopf-Rennen im Lager der Opposition

Ein ungleich spannenderes Bild zeigt sich auf der Gegenseite. Hier konnte sich der frühere Premierminister Abhisit Vejjajiva mit 25,19 % hauchdünn den Spitzenplatz als profilierteste Oppositionsfigur sichern. Ihm dicht auf den Fersen ist die Abgeordnete der Volkspartei, Rukchanok Srinork, die mit 24,96 % ein fast identisches Ergebnis erzielt.

Überraschend: Der eigentliche Oppositionsführer und Vorsitzende der Volkspartei, Natthaphong Ruengpanyawut, muss sich mit 24,59 % knapp geschlagen auf Rang drei einreihen. Die Plätze vier und fünf gehen an Sirikanya Tansakun (13,98 %) und Parit Wacharasindhu (11,28 %).

Sinkendes Vertrauen und ein Zeugnis mit Schwachstellen

Die Stimmung im Land kühlt unterdessen ab. Thailands politischer Gesamtindex sank im Mai auf 3,66 Punkte, nachdem er im April noch bei 3,79 Punkten gelegen hatte.

Beim Blick auf die Einzelindikatoren zeigt sich ein tiefes Loch bei den Kernkompetenzen der Regierung: Ausgerechnet die Bemühungen zur Bekämpfung von Drogenkriminalität und dem Einfluss mächtiger Unterwelt-Bosse erhielten mit mageren 3,09 Punkten die schlechteste Bewertung. Auf der anderen Seite des Spektrums wird die Arbeit der Opposition belohnt: Ihre parlamentarische und öffentliche Leistung sahen die Befragten mit 4,13 Punkten als den stärksten politischen Faktor an.

Hohe Erwartungen an Entlastungen und Kontrollfunktion

Die thailändische Bevölkerung verknüpft klare Forderungen mit diesen Zahlen. Große Hoffnung setzt die Mehrheit in die Wirtschaftspolitik: 56,83 % der Befragten erwarten, dass das neue Regierungsprogramm „Thai Chuay Thai Plus“ spürbare Erleichterungen bei den Lebenshaltungskosten bringt. Weitere 23,42 % sind generell zuversichtlich, dass die Regierung ihre versprochenen Kernmaßnahmen umsetzen wird. Ein Drängen gibt es vor allem im Energiesektor: 19,75 % der Bürger fordern von den Behörden sofortige Lösungen für die hohen Energiepreise durch eine Senkung der Strom- und Kraftstofftarife.

Auch an die Opposition gibt es ein klares Mandat: Fast die Hälfte der Befragten (49,87 %) verlangt, dass die Regierungsarbeit penibel überwacht und kontrolliert wird. Rund 29,36 % wünschen sich von den Oppositionsparteien, dass sie ihre Rolle kompromisslos und prinzipientreu ausfüllen. Gleichzeitig gibt es aber auch den Wunsch nach politischem Frieden: 20,77 % der Befragten plädieren dafür, dass Regierung und Opposition die Gräben zuschütten und gemeinsam an Lösungen arbeiten, um das Land voranzubringen.

Redaktion STIN --> Austria // Thailand

Von stin

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