Bangkok/Paris – Thailand drückt beim angestrebten Beitritt zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufs Tempo. Wie das Außenministerium in Bangkok mitteilte, reist der stellvertretende Premierminister und Außenminister Sihasak Phuangketkeow am Mittwoch zur Ministerratssitzung nach Paris. Sein klares Ziel: Er will die Weichen dafür stellen, dass das südostasiatische Königreich bis spätestens 2028 Vollmitglied der globalen Wirtschaftsgemeinschaft wird.
Sihasak folgt damit einer offiziellen Einladung von OECD-Generalsekretär Mathias Cormann sowie dem finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo, dessen Regierung in diesem Jahr den Vorsitz des hochrangigen Ministertreffens innehat.
Industriepolitik und Nachhaltigkeit im Fokus
Das Treffen steht unter dem zukunftsweisenden Motto „Die richtige Industriepolitik für offene Märkte, Wachstum und Wohlstand“. Im Zentrum der Debatten steht die Kernfrage, wie moderne Industriepolitik das weltweite Wirtschaftswachstum effektiv stützen kann.
Dabei müssen sich die Minister drängenden globalen Herausforderungen stellen: Vor allem der rasante technologische Wandel, die ökologische Transformation und die anhaltende weltwirtschaftliche Unsicherheit setzen die internationalen Märkte unter Druck. Umso wichtiger ist es den Teilnehmern, offene und faire Handels- und Investitionssysteme trotz dieser Krisen aufrechterzuerhalten.
Thailand präsentiert seine Zukunftsvision
In diesem dynamischen Umfeld wird Außenminister Sihasak Thailands Strategie für ein widerstandsfähiges und nachhaltiges Wachstum präsentieren. Der Fokus Bangkoks liegt dabei klar auf den Säulen Innovation, der gezielten Entwicklung von Humankapital sowie dem Ausbau zukunftsfähiger Industrien.
Ein Höhepunkt der Reise wird Sihasaks Grundsatzrede am Donnerstag sein. Im Rahmen einer Plenarsitzung zum Thema „Die Ziele und Auswirkungen der Industriepolitik im Gleichgewicht halten“ wird er die thailändische Perspektive vor den internationalen Delegierten darlegen.
Strategische Gespräche und interne Reformen
Um den Beitrittsprozess hinter den Kulissen aktiv voranzutreiben, sind zudem bilaterale Spitzengespräche geplant. Sihasak wird in Paris mit OECD-Chef Cormann sowie hochrangigen Regierungsvertretern verschiedener Mitgliedstaaten zusammenkommen.
Hinter den Kulissen läuft der Aufnahmeprozess bereits auf Hochtouren: Derzeit durchläuft Thailand eine tiefgreifende technische Überprüfung, die von insgesamt 25 OECD-Ausschüssen durchgeführt wird. In Bangkok wird dieses Verfahren keineswegs nur als Pflichtaufgabe gesehen – die Regierung beschreibt den Prozess vielmehr als einen entscheidenden Motor für interne Reformen. Die strengen OECD-Vorgaben sollen dabei helfen, die staatliche Regierungsführung (Governance) zu optimieren, die Standards im nationalen Geschäftsumfeld zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig zu stärken.
Das Machtzentrum der OECD
Das jährliche Treffen des OECD-Rates im Pariser Hauptsitz gilt als das wichtigste und hochrangigste Forum der Organisation. Es fungiert als globales Machtzentrum, das Finanz-, Wirtschafts-, Außen- und Handelsminister der Mitglieds- und Partnerländer mit den Spitzenvertretern der bedeutendsten internationalen Organisationen an einen Tisch bringt.
Redaktion STIN // CTN-Media