HANOI – Im globalen Handel spielen faire Wechselkurse eine entscheidende Rolle. Umso Signalcharakter hat die jüngste gemeinsame Erklärung, die das US-Finanzministerium und die vietnamesische Zentralbank nach hochrangigen Konsultationen am Wochenende veröffentlicht haben: Beide Nationen bekräftigen darin nachdrücklich ihr Engagement, jegliche Form von Währungsmanipulation zu unterlassen.

Vietnam unter Beobachtung der US-Finanzbehörden

Die Vereinbarung kommt nicht von ungefähr. Vietnam befindet sich aktuell – gemeinsam mit Schwergewichten wie China, Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Deutschland, Irland, der Schweiz und Thailand – auf der sogenannten „Beobachtungsliste“ des US-Finanzministeriums. Länder auf dieser Liste stehen unter besonderer Aufmerksamkeit der USA, da ihre Währungspraktiken als kritisch eingestuft werden.

Um diesen Spannungen entgegenzuwirken, setzen das US-Finanzministerium und die vietnamesische Staatsbank (SBV) auf Transparenz. Sie vereinbarten, ihren engen Dialog konsequent fortzusetzen. Zudem betonten beide Parteien ihre Verpflichtungen gemäß den Richtlinien des Internationalen Währungsfonds (IWF): Wechselkurse dürfen niemals manipuliert werden, um sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil im internationalen Handel zu erschleichen.

Klare Regeln für Devisenmarkt-Interventionen

Dennoch lässt die Erklärung den Notenbanken einen gewissen Handlungsspielraum. Interventionen auf dem Devisenmarkt sind demnach weiterhin zulässig, um übermäßiger Volatilität in beide Richtungen entgegenzuwirken. Die Bedingung hierfür ist jedoch strikt formuliert: Solche Eingriffe dürfen ausschließlich der makroökonomischen Stabilität dienen und nicht dazu genutzt werden, Handelsvorteile zu erzwingen.

Meilenstein für mehr Transparenz ab 2027

Um das Vertrauen der internationalen Märkte zu stärken, geht die vietnamesische Staatsbank nun konkrete Verpflichtungen ein:

  • Veröffentlichung von Kaufdaten: Ab dem Jahr 2027 wird die SBV jährlich Daten über ihre positiven Netto-Devisenkäufe offenlegen.

  • IWF-Standard bei Reserven: Ebenfalls ab 2027 wird die Zentralbank detaillierte Daten zu ihren Devisenreserven sowie zu Termingeschäften publizieren. Diese Berichterstattung soll streng nach der offiziellen IWF-Vorlage für internationale Reserven und Devisenliquidität erfolgen.

Mit diesen zugesagten Transparenzmaßnahmen untermauert Vietnam seinen Willen, die internationalen Finanzregeln zu respektieren und den Dialog mit den USA auf eine verlässliche Basis zu stellen.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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