Die königliche Begnadigung des ehemaligen thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra sorgt für politischen Zündstoff. Während die Nachricht bei der Regierungspartei Pheu Thai für Jubel sorgt, wächst der Verdacht auf eine informelle Machtverschiebung. Nun bezieht die Parteispitze Stellung: Generalsekretär Prasert Jantararuangtong äußerte sich erfreut über den juristischen Befreiungsschlag des erfahrenen Politikers, wies jedoch jegliche Bedenken über eine unzulässige politische Einflussnahme entschieden zurück.

Ein „Feiertag“ für die Partei auf dem Sanam Luang-Platz

Prasert Jantararuangtong nutzte einen morgendlichen Auftritt heute um 6:55 Uhr auf dem geschichtsträchtigen Sanam Luang-Platz, um die aktuelle Lage zu kommentieren. Er bezeichnete die königliche Begnadigung als eine durchweg „erfreuliche Nachricht“ für sämtliche Parteimitglieder sowie die wichtigsten Schlüsselfiguren der Organisation. Trotz der kollektiven Euphorie innerhalb der politischen Fraktion räumte der Generalsekretär ein, Thaksin bisher noch nicht persönlich angerufen zu haben, um ihm die offiziellen Glückwünsche zu übermitteln.

Zwischen emotionaler Bindung und institutioneller Strenge

Nachdem Thaksin nun vollständig von seinen juristischen Problemen befreit ist, drängt sich die Frage nach seiner künftigen Rolle innerhalb der Pheu Thai-Partei unweigerlich auf. Prasert wich der Frage nicht aus, sondern betonte die tiefen emotionalen und historischen Bindungen zwischen dem ehemaligen Parteiführer und der heutigen Organisation:

„Thaksin pflegt eine langjährige Verbindung zur Pheu-Thai-Partei. Er gilt als deren spiritueller Führer. Daher ist es völlig normal und keineswegs ungewöhnlich, dass Parteimitglieder ihn treffen.“ — Prasert Jantararuangtong

Gleichzeitig trat der Generalsekretär Spekulationen vehement entgegen, wonach Thaksin künftig die aktive Leitung der Parteigeschäfte oder die strategische Ausrichtung übernehmen könnte. Er versicherte der Öffentlichkeit nachdrücklich, dass die Pheu Thai strikt innerhalb eines etablierten institutionellen Rahmens agiere. Eine Einmischung in das Tagesgeschäft schloss er aus, da die Partei bereits über eine feste Organisationsstruktur und einen handlungsfähigen Vorstand verfügt.

Erfahrung als Ressource: Beratung ausdrücklich erwünscht

Obwohl eine formelle oder gar diktierte Einflussnahme ausgeschlossen wird, will die Partei auf das Know-how des Polit-Veteranen keineswegs verzichten. Prasert stellte klar, dass er angesichts von Thaksins beträchtlicher politischer Erfahrung nicht zögern werde, dessen Expertise anzuzapfen. Da Thaksin bereits als Staatsoberhaupt des Landes diente und über immenses Wissen verfügt, sei es völlig üblich, sich von ihm beraten zu lassen. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, wolle er ihn in bestimmten Angelegenheiten sehr gerne konsultieren.

Feierstimmung ohne konkreten Fahrplan

Die Stimmung innerhalb der Pheu Thai-Partei ist nach der Freilassung auf Bewährung und der darauffolgenden Begnadigung zwar feierlich, ein konkreter politischer Fahrplan steht jedoch noch aus. Laut Prasert gab es bislang keine formellen Gespräche über die nächsten strategischen Schritte mit Paetongtarn Shinawatra – Thaksins Tochter und das einflussreiche Oberhaupt der sogenannten „Pheu Thai-Familie“. Die Partei genießt im Moment den Moment des Triumphes, bevor die Realpolitik wieder einkehrt.

Wie bewerten Sie die künftige Rolle von Thaksin Shinawatra – glauben Sie, dass er sich tatsächlich auf eine rein beratende Rolle im Hintergrund beschränken wird?

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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3 Comments
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Lohkamp
Lohkamp
11 Tage vor

Ich bin für eine – auch zwangsweise – Altergrenze für Politiker. WELTWEIT – welche NEGATIVEN Folgen das hat, wenn KEINE Altersgrenze besteht – sieht man sowohl in den USA, in Russland, in China, in Thailand – auch in Deutschland aber auch anderen Ländern nur zu gut.

gg1655
gg1655
11 Tage vor
Antwort auf  Lohkamp

Das würde ich unterstützen. Genauso wie die Beschränkung auf 2 Amtszeiten. Allerdings wird es immer welche wie Xi, Putin oder Erdogan geben die einfach die Gesetze (Verfassung) ändern bevor sie von der Macht zurücktreten müssten.

berndgrimm
berndgrimm
8 Tage vor
Antwort auf  gg1655

Nicht zu vergessen Trump.
Nationalismus,Rassismus und Autokratie sind derzeit Modern.
Man merkt dass seit dem letzten Weltkrieg ueber 80 Jahre vergangen sind.
Ich bin zwar erst 1948 geboren worden aber habe in meiner Kindheit die Folgen von Nazitum und Weltkrieg miterlebt.
Wir haben in Ruinen gespielt und mit Blindgaengern , also echte Abenteuerspielplaetze.
Das „Stadtbild“ wurde bestimmt von physischen und psychologischen Krueppeln.
Wie soll man die TikTok Deppen erschrecken ?
In ein KZ gehen sie mit falschen Vorstellungen und sie wuerden freiwillig ein wenig in die Gaskammer gehen um zu schnueffeln.

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