Die vollständige Freilassung von Thaksin Shinawatra markiert eine historische Zäsur in der thailändischen Politik und wirft sofort eine fundamentale Frage auf: Wird sich der einstige Regierungschef endgültig ins Private zurückziehen, die Regierungspartei Pheu Thai im Verborgenen lenken oder auf die nächste politische Gelegenheit lauern?
Für die Familie Shinawatra ist es ein Moment des Triumphes. Anlässlich der königlichen Zeremonie zum vierten Geburtstag Ihrer Majestät Königin Suthida erhielt Thaksin eine königliche Begnadigung. Damit endet sein Status als Bewährungshelfer abrupt – er ist ab sofort ein vollständig freigelassener Verurteilter. Mit dem Wegfall aller verbleibenden rechtlichen Beschränkungen genießt der Ex-Premier wieder absolute Bewegungsfreiheit und darf auch ungehindert ins Ausland reisen.
Der „große Boss“ auf freiem Fuß: Rückzugsort Dubai
Kaum war der „große Boss“ wieder in Freiheit, machten bereits Berichte über seine Pläne die Runde. Demnach will sich Thaksin zur Erholung in seine Residenz nach Dubai zurückziehen. Es heißt zudem, dass es in diesem Jahr am 26. Juli 2026 keine Feierlichkeiten zu seinem 77. Geburtstag in seiner thailändischen Residenz Chan Song La geben wird.
Unterdessen bemüht sich die Parteispitze um Schadensbegrenzung und politische Distanz: Der stellvertretende Premierminister und Minister für Hochschulbildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation, Yodchanan Wongsawat, erklärte gemeinsam mit weiteren hochrangigen Persönlichkeiten der Pheu-Thai-Partei unisono, dass Thaksin nach seiner Freilassung nicht mehr in die Partei eingebunden sein wird.
Doch die politische Realität sieht anders aus: Ungeachtet seines offiziellen Status wird Thaksin – und im Speziellen die Familie Shinawatra – in Thailand weithin als der tatsächliche Besitzer der Pheu-Thai-Partei angesehen.
Machtkampf im Hintergrund: Pheu Thai gegen das „blaue Regime“
Obwohl Pheu Thai die Vormachtstellung als stärkste Kraft in der Regierung eingebüßt hat, bleibt sie ein entscheidender Machtfaktor. Mit ihren 74 Abgeordneten sichert die Partei das Überleben der aktuellen Regierung Anutin 2. Allerdings befindet sich Pheu Thai im Hintertreffen: Sowohl in puncto Popularität als auch beim Schutz durch einflussreiche Kreise – den sogenannten Tiefen Staat – muss sie sich der mächtigen Bhumjaithai-Partei geschlagen geben.
Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass Thaksin vorerst eine Strategie des taktischen Rückzugs wählt. In Zeiten, in denen das von der Elite überwachte „blaue Regime“ eine enorme Stärke demonstriert, dürfte der „große Boss“ eher als Stratege im Hintergrund oder als eine Art „Schattenvorsitzender von Beratern“ agieren, anstatt wie noch während der Regierungen von Srettha und Paetongtarn offen die politische Arena zu betreten.
Dass sich Thaksin komplett aufs Altenteil zurückzieht, um sich nur noch um seine Enkelkinder zu kümmern, gilt als ausgeschlossen. Zumal der Parteichef fest entschlossen ist, Yodchanan Wongsawat weiterhin gezielt als zukünftigen Parteivorsitzenden aufzubauen.
Sollte sich das politische Blatt in den kommenden Tagen jedoch wenden und die Geschichte mit dem Niedergang des „Newin-Regimes“ eine Kehrtwende einlegen, könnte Thaksin ganz schnell wieder eine tragende Rolle im Rampenlicht einnehmen.
Emirates Hills: Das bewährte Machtzentrum im Exil
Ein Abflug zur Erholung in die Vereinigten Arabischen Emirate käme derweil alles andere als überraschend. Während seines 17-jährigen Exils diente Dubai Thaksin als Heimat, geschäftliche Hochburg und strategisches Hauptquartier. Es ist ein erprobtes Familiendomizil: Als seine Schwester Yingluck Shinawatra am 23. August 2017 aus Thailand floh, suchte sie Zuflucht bei ihrem älteren Bruder in Dubai, wo sie bis heute lebt.
Thaksins dortiges Anwesen ist ein Symbol für Luxus und Diskretion: Er residiert in der Villa Nr. E46 in der zehnten Seitenstraße der Hauptstraße von Emirates Hills – einer exklusiven Gated Community, die dem kalifornischen Beverly Hills nachempfunden ist. Konkret befindet sich sein Anwesen im Sektor E des „Projekt 2“-Areals.
Die Rückkehr von „Tony Woodsome“?
Dass Thaksin das Spiel mit den Medien perfekt beherrscht, hat er in Dubai oft genug bewiesen:
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Anfang 2021: Als die Clubhouse-App in Thailand boomte, erfand sich Thaksin unter dem Pseudonym „Tony Woodsome“ bei Care Talk x Care Clubhouse neu – eine gezielte Imagekampagne des wahren Parteibesitzers, um Pheu Thai ein modernes Gesicht zu verleihen. Jede seiner Aktionen in den neuen Medien löste damals landesweite Beben aus; Unterstützer wie Kritiker hingen gleichermaßen an seinen Lippen.
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Ende Oktober 2022: Thaksin öffnete exklusiv für FAROSE, den Betreiber des populären YouTube-Kanals Klai Ban, die Türen seiner Luxusvilla in Dubai. In genau dem Arbeitszimmer, in dem auch die Clubhouse-Sessions gedreht wurden, gewährte er damals tiefere Einblicke in einem informellen Gespräch.
Sollte sich Thaksin Shinawatra nun tatsächlich für einen längeren Aufenthalt in Dubai entscheiden, dürfte ein Comeback seines legendären Alter Egos nur eine Frage der Zeit sein. Die Anhänger der Pheu-Thai-Partei warten bereits darauf, dass „Tony Woodsome“ wieder den Bildschirm betritt.
Redaktion STIN // CTN-Media
Thaksin ist fuer STIN das was Saddam Hussein fuer die Bush Administration war:
Ein Springteufel der hervorgeholt wird wenn man von etwas ablenken muss.
Wohlgemerkt, auch ich halte Thaksin fuer einen Kriminellen.
Aber: Bei ihm wurde Vieles publik, er war vor Gericht und wurde verurteilt.
Er bekam sogar die maximale Strafe in TH , naemlich Gesichtsverlust.
Dass er nicht wirklich im Knast sass ist in TH ganz normal, kein Reicher sitzt hier selber seine Strafe ab. Aber die Meisten werden ja garnicht verurteilt. Wenn sie auf der richtigen Seite stehen.
Fuer mich gibt es in TH viel schlimmere Verbrecher als Thaksin:
Prawit,Prayuth,Anutin etc die nie verurteilt werden weil sie auf der richtigen Seite stehen.Von deren Chefs garnicht zu sprechen.
Ungerechtigkeiten vor Gericht gibt es in allen Staaten, aber TH ist Champion auf dem Gebiet der parteiischen Gerichtsbarkeit.
Ja, das kann man fast so vergleichen.
Saddam hat dem Vater von Bush jr. mit Ermordung gedroht, bei Thaksin kam es dann zum Mord an
der besten Freundin meiner Frau seinerzeit.
Ja, ich liebe sicher keinen Massenmörder, der Anweisungen gegeben hat – 40.000 angebliche Drogendealer
zu erschießen oder einzusperren.
Jein, für seinen Massenmord-Auftrag – auch die 100 vorsätzlich erstickten Moslems im LKW – wurde er nicht belangt,
weil TH das Rom-Statut nicht ratifiziert hat.
Sein Mörder-Kollege Duterte hatte dabei weniger Glück – der sitzt schon in Den Haag.
Kann man so nicht behaupten. Chuwit saß im normalen Knast, Somdhi ebenfalls und auch der
Bau-Tycoon, sitzt bereits wohl das 2. Mal im Knast.
Erst wegen Wilderei – derzeit wegen dem Erdbeben-Hochhaus.
Ja, kann man bei Prayuth so sagen. Sein Putsch könnte strafbar gewesen sein.
Aber auch nur mit Betonung: könnte……
In der Verfassung von TH ist ein Artikel – der lautet: die Verfassung ist zu schützen, mit allen Mitteln –> etwa so.
Yingluck wollte die Verfassung mit ihrer Mehrheit im Parlament missbrauchen, um ihren Vater nach Hause zu holen.
Also nicht mal das ist sicher, ob es letztendlich vor Gericht zu einer Verurteilung gekommen wäre.
Wenn doch, Begnadigung durch König wäre garantiert – hat Thaksin auch erhalten.
Ansonsten gibt es bei Prayuth keinerlei Gründe, in anzuklagen.
Man hat gesucht und gesucht, in seinem Vermögen gestöbert, durch Innenminister Chalerm – aber nichts gefunden, was
Hinweise für Korruption ans Tageslicht gebracht hätte.
Nein, da liegt USA mit dem Supreme-Court, den korrupten Richtern, voran der schwarze Richter Clarence Thomas – vor Thailand.
Dann die ganzen, von Trump eingesetzten Bundesrichter – quer durch die USA.
Bei Rechtsstaatlichkeit liegt TH auf Platz 80 von 200 Staaten – also weit entfernt von Platz 200 – da liegt Venezuela.
Vietnam, Philippinen, Laos, Burma – liegen auch alle nach TH.
Also mal deinen Hass beiseite schieben und nach Fakten suchen.