Nach monatelangem Produktionsstopp hat das thailändische Industrieministerium dem chinesischen Stahlhersteller Xin Ke Yuan die Freigabe erteilt. Das Unternehmen in der Provinz Rayong steht seit dem verheerenden Einsturz des neuen Gebäudes des staatlichen Rechnungshofs (SAO) unter massiver Beobachtung. Trotz behobener Mängel bleibt die Skepsis in der Öffentlichkeit und im Handel groß.
Rayong / Bangkok. Industrieminister Varawut Silpa-archa bestätigte heute, dass das Ministerium für Industrieangelegenheiten dem chinesischen Stahlproduzenten Xin Ke Yuan die Erlaubnis erteilt hat, den Betrieb mit Wirkung zum 5. Juni 2026 wieder aufzunehmen. Vorausgegangen war eine umfassende Mängelbeseitigung durch das Unternehmen, die von den Behörden eingefordert worden war.
Minderwertiger Stahl am kollabierten Regierungsbau
Die Vorgeschichte wiegt schwer: Das Amt für Industrieangelegenheiten hatte den Betrieb von Xin Ke Yuan im April vergangenen Jahres komplett suspendiert. Der Auslöser war eine alarmierende Entdeckung: Die Stahlbewehrungsprodukte des Herstellers wurden beim Bau des neuen Gebäudes des staatlichen Rechnungshofs (SAO) verwendet. Eben dieses noch im Bau befindliche Gebäude stürzte am 28. März nach einem schweren Erdbeben im benachbarten Myanmar spektakulär ein.
Untersuchungen zeigten daraufhin, dass der gelieferte Bewehrungsstahl des Unternehmens deutliche Qualitätsmängel aufwies und als minderwertig eingestuft werden musste. Als Hauptursache für den verheerenden Kollaps des SAO-Gebäudes wurde der Stahl von den Ermittlern zwar letztlich nicht identifiziert, dennoch zog das Ministerium damals sofort die Reißleine.
Minister fordert zusätzliche Sicherheitsgarantien
Obwohl Xin Ke Yuan die Defizite in seinen Produktionsprozessen laut Minister Varawut mittlerweile strikt nach den gesetzlichen Vorgaben korrigiert hat, reißt die Kritik nicht ab. Sowohl Stahlhändler als auch die thailändische Öffentlichkeit äußern weiterhin tiefe Besorgnis über die tatsächliche Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte.
Um das verloren gegangene Vertrauen wiederherzustellen und verbleibende Risiken auszuschließen, hat Minister Varawut den Staatssekretär für Industrie nun angewiesen, zusätzliche Klarstellungen einzufordern. Dabei steht insbesondere die kompromisslose Produktsicherheit im Fokus.
Grünes Licht nach erfolgreichem Probebetrieb
Neben der Produktqualität musste der Stahlhersteller auch im Umweltschutz nachbessern. Wie das Amt für Industrieangelegenheiten am vergangenen Samstag mitteilte, hat Xin Ke Yuan sein Emissionskontrollsystem modernisiert. Damit soll garantiert werden, dass während der Produktion keinerlei gefährliche Schadstoffe mehr in die Atmosphäre entweichen.
Bereits im März hatte das Unternehmen die Genehmigung für einen temporären Probebetrieb beantragt. Während dieser Testphase überwachten staatliche Prüfer die Produktionsprozesse direkt vor Ort. Laut Aussage der Behörde hat das Werk sämtliche erforderlichen Sicherheits- und Qualitätstests bestanden und damit die rechtliche Grundlage für die Wiederaufnahme des regulären Betriebs geschaffen.
Redaktion STIN // CTN-Media