BANGKOK / PHNOM PENH – Die Lieferung von 39 in China hergestellten Panzern des Typs T-59D an Kambodscha sorgt für politische und militärische Wachsamkeit in der Region. Wie Thailands Verteidigungsminister Generalleutnant Adul Boonthamcharoen am Mittwoch im Regierungsgebäude erklärte, überwachen die thailändischen Sicherheitskräfte den Vorgang genau. Aktuelle Geheimdienstinformationen zeigen, dass die Panzer zwar in einem kambodschanischen Hafen eingetroffen, bisher jedoch nicht an die thailändisch-kambodschanische Grenze verlegt wurden.
Peking verweist auf Manöver – Thailand sichert Grenzen
Laut Verteidigungsminister Adul begründet China die Panzerlieferung mit einer langjährigen militärischen Zusammenarbeit und gemeinsamen Übungen, die bis in das Jahr 2016 zurückreichen. Bei den gelieferten T-59D handelt es sich um ältere Modelle, die von China generalüberholt wurden. Ein bestehendes Abkommen sieht Berichten zufolge die Lieferung von insgesamt bis zu 93 Panzern sowie die künftige Übergabe von Schiffen vor, die Kambodscha jedoch noch nicht erreicht haben.
„Es handelt sich um ein bestehendes Abkommen, aber wir ruhen uns nicht darauf aus“, betonte Adul. Ob Thailand formellen Einspruch einlegen wird, hänge davon ab, ob Kambodscha die Kettenfahrzeuge tatsächlich in den sensiblen Grenzregionen stationiert.
Derzeit existiert zwischen beiden Staaten eine gemeinsame Erklärung, die die Verlegung von militärischer Ausrüstung und Personal in den Grenzgebieten regelt.
Proaktive Diplomatie und militärische Stärke
Thailand reagiert auf die Rüstungsdynamik des Nachbarn mit einer Doppelstrategie aus Abschreckung und proaktiver Außenpolitik. Am Vortag des Medienberichts war Verteidigungsminister Adul gemeinsam mit Premierminister Anutin Charnvirakul und den Spitzen der thailändischen Streitkräfte nach Vietnam gereist, um die bilateralen Beziehungen zu stärken. Dort traf Adul auch den stellvertretenden Premierminister und Verteidigungsminister Vietnams. Zudem kündigte der thailändische Verteidigungsminister an, im Zuge seiner Antrittsbesuche bald nach China zu reisen, um die Angelegenheit direkt zu besprechen – nach jüngsten diplomatischen Missionen des Premierministers in Frankreich und Vietnam sowie einer bevorstehenden Reise nach Russland. Parallel dazu reist Vizepremierminister und Außenminister Sihasak Phuangketkeow derzeit nach Japan.
Hinter Kambodschas Aufrüstung vermutet die thailändische Führung innenpolitische Motive. Adul erklärte, Phnom Penh versuche nach dem Ende der vorangegangenen Kämpfe, die regionalen Kräfteverhältnisse auszunutzen, um nationalistische Gefühle im Inland zu schüren oder das Thema für anstehende Wahlkampagnen zu nutzen.
Für den Fall von Provokationen gab sich der Minister gelassen, aber bestimmt: Kambodscha wünsche sich eine kalkulierte Reaktion Thailands, doch man werde strikt an der ursprünglichen Absicht der Gemeinsamen Erklärung festhalten. Sollte Kambodscha diese Vereinbarungen brechen, seien die thailändischen Streitkräfte, Militäreinheiten und lokalen Behörden bestens vorbereitet. Die Bevölkerung könne volles Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung haben.
Nationaler Sicherheitsrat: Lage bleibt beherrschbar
Auch der Nationale Sicherheitsrat (NSC) Thailands bemüht sich um Schadensbegrenzung. Generalsekretär Chatchai Bangchuad stufte die Situation an der Grenze trotz der Panzerlieferung als „weiterhin beherrschbar“ ein. Zwar sei die Lage in der Region nach wie vor heikel, doch die lokalen und regionalen Verantwortlichen stünden im Dialog, sodass trotz gelegentlicher Reibereien Fortschritte erzielt werden könnten. Thailand halte sich strikt an das bestehende Waffenstillstandsabkommen, das nach wie vor den zentralen Rahmen der bilateralen Beziehungen bildet.
Auch unter der aktuellen Führung Kambodschas bleibe die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des Waffenstillstands bestehen. Der Kontext ist ernst: Bei bewaffneten Grenzkämpfen im vergangenen Jahr kamen fast 150 Menschen ums Leben, und mindestens 300.000 Menschen wurden auf beiden Seiten vertrieben, bevor im Dezember ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Phnom Penh drängt nun auf Gespräche im Rahmen der Gemeinsamen Grenzkommission (JBC) und des Allgemeinen Grenzkomitees (GBC).
Neuer Zündstoff: Der Streit um die Seegrenze
Neben den Panzern belastet ein eskalierender Streit um die Seegrenze die Beziehungen. Nachdem Thailand eine 25 Jahre alte Vereinbarung über sich überschneidende Seeansprüche gekündigt hatte, leitete Kambodscha ein obligatorisches Schlichtungsverfahren gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 (UNCLOS) ein, um eine gütliche Einigung zu erzwingen. Das thailändische Außenministerium prüft diesen diplomatischen Vorstoß Phnom Penhs derzeit intensiv und bereitet die eigene Rechtsposition vor.
Verbale Warnungen und die Rolle Hun Sens
Für zusätzliche Spannungen sorgten angebliche Äußerungen des kambodschanischen Senatspräsidenten Samdech Hun Sen über die Rückgewinnung von Territorium von Thailand durch Diplomatie oder den Einsatz von Gewalt. Kambodschanische Medien ruderten später zurück und betonten, Hun Sens Position sehe eine friedliche Lösung über den Gemeinsamen Krisenstab (JBC) vor, statt eine militärische Eskalation zu suchen.
Dennoch lösten die Berichte in Bangkok deutliche Reaktionen aus. Premierminister Anutin Charnvirakul hatte bereits unmissverständlich klargestellt, dass Thailand niemals die Souveränität eines anderen Landes verletzt habe. Er fügte jedoch eine scharfe Warnung hinzu:
„Wer eine Invasion thailändischen Territoriums oder den Einsatz von Gewalt gegen Thailand in Erwägung zieht, sollte sehr sorgfältig nachdenken.“
Verteidigungsminister Adul und NSC-Chef Chatchai unterstrichen diese Position. Man beobachte Hun Sens Haltung und die weiteren Entwicklungen extrem genau, um die Sicherheit der thailändischen Bevölkerung entlang der Grenze lückenlos zu garantieren.
Redaktion STIN // CTN-Media
Gefahr im Anzug:
Es könnte soweit kommen daß Kambodscha mit Panzern zurückschlägt.
Ja, absolut idiotisch – wer kämpft heute noch mit Panzer, wenn eine 500 EUR Drohne so einen Panzer ausschalten kann.
Im Ukrainekrieg kämpfen nur mehr Drohnen und Raketen, Kampfjets.
China kann Kambodscha einiges übergeben, aber Kampfjets mit Piloten eher nicht.
Da benötigt man 2 Jahre, um einigermaßen einen Dog-Fight in der Luft zu beherrschen.
Kambodscha hat nicht viel Chancen, gegen TH zu bestehen, nicht annähernd.
Wenn sie nicht ruhig sind, kommen die Vietnamesen und schnappen sich den letzten Pol-Pot-Schlächter Hun Sen, wie schon einmal.
Anutin hat einen guten Draht zu den Vietnamesen, war ja gerade da und hat Zusammenarbeit bekräftigt.
Komisch, dass du TH – in dem Land, dass dich aufgenommen hat – alles Schlechte wünschst. Widerlich…..