Großangriff auf die thailändische Wirtschaftskriminalität: Bei einer koordinierten Razzia an fünf Standorten in Bangkok hat die Polizei ein mutmaßliches illegales Netzwerk im Wert von Hunderten Millionen Baht ausgehebelt. Über ein Geflecht aus Scheinfirmen und thailändischen Strohleuten sollen Luxusimmobilien für ausländische Investoren erworben worden sein. Ein 35-jähriger Chinese wurde festgenommen, hochrangige Ermittler kündigen eine Ausweitung des Falls an.
Schlag gegen die Schattenwirtschaft: Fünf Razzien an einem Tag
Es war ein präzise koordinierter Schlag der thailändischen Behörden: Unter der Leitung von Polizeigeneralleutnant Natthasak Chaonasa, dem Kommissar des Zentralen Ermittlungsbüros, und Polizeigeneralmajor Thatphum Jaruprat, dem Kommandeur der Abteilung zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität, durchsuchten Offiziere der Unterabteilung 4 am Samstag, den 13. Juni, zeitgleich fünf strategische Zielorte in der Hauptstadt. Das Ziel der Ermittler: ein mutmaßliches chinesisches Strohmannnetzwerk, das das thailändische Gesetz gezielt ausgehebelt haben soll, um Immobilienwerte im dreistelligen Millionenbereich (Baht) zu sichern.
Die Zielorte: Luxusvillen, Scheinfirmen und eine Anwaltskanzlei
Die Ermittler stießen bei den Durchsuchungen auf ein hochgradig organisiertes System. Die fünf durchsuchten Objekte im Detail:
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Standort 1 & 2 (Hua Mak, Bezirk Bang Kapi): Im exklusiven Dorf Narasiri Krungthep Kreetha an der Krungthep Kreetha 15 Straße nahmen die Beamten die Firmen Naravee Holding Co Ltd (Haus Nr. 69/18) und Holding Good (Thailand) Co Ltd (Haus Nr. 69/17) ins Visier. Vor Ort trafen sie auf den chinesischen Investor Herrn Siming, der das Anwesen verwaltete. Die Ausbeute der Polizei war beträchtlich: Neben einem luxuriösen Toyota Alphard Van mit rotem Kennzeichen beschlagnahmten die Beamten Bargeld im Wert von über 1,4 Millionen Baht (die echten thailändischen Banknoten ähnelten), Fremdwährungen in acht verschiedenen Stückelungen sowie hochmoderne Geräte zur Speicherung digitaler Vermögenswerte.
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Standort 3 (Thap Chang, Bezirk Saphan Sung): Im Wohnprojekt „The Venue“ an der Kanchanaphisek Road filzte die Polizei die Liang People Thai Trading Co Ltd (Haus Nr. 19/122). Hier sicherten die Beamten entscheidendes Beweismaterial, darunter Unterlagen zur Grund- und Gebäudesteuer, Rechnungen juristischer Personen, vier Datenspeicher sowie eine brisante Akte mit originalen Grundbuchauszügen und Kaufverträgen.
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Standort 4 (Chong Nonsi, Bezirk Yan Nawa): Auch die juristischen Helfer gerieten ins Visier. In der Einheit 903 des Supalai Grand Tower an der Rama III Road durchsuchten die Ermittler die Kanzlei TA Law Firm Co Ltd. Dabei wurden zahlreiche Dokumente konfisziert, die mutmaßlich im direkten Zusammenhang mit illegalen Dienstleistungen zur Unternehmensregistrierung stehen.
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Standort 5 (Thap Chang, Bezirk Saphan Sung): Die fünfte Razzia betraf ein Wohnhaus mit der Adresse 222/67 im Projekt „The City Rama 9-Krungthep Kreetha“ an der Srinakarin-Rom Klao Road.
Drahtzieher verhaftet: 32 Schlüsselkarten für Eigentumswohnungen sichergestellt
Im Zuge der Operation klickten für den mutmaßlichen Kopf des Netzwerks die Handschellen: Der 35-jährige chinesische Staatsangehörige Herr Hao wurde von den Beamten festgenommen. Bei ihm stellte die Polizei ein massives Beweisarsenal sicher: eine große Anzahl von Unternehmensregistrierungsdokumenten, Immobilienkaufverträge, Grundbuchauszüge, Bankbücher und Firmensiegel des Netzwerks. Besonders brisant: Die Ermittler fanden zudem 32 Schlüsselkarten für Eigentumswohnungen des Komplexes Life Asoke-Rama 9 sowie vier weitere elektronische Geräte.
Die Masche: Thailändische Frauen als Deckmantel
Nach Erkenntnissen der thailändischen Wirtschaftskriminalitätspolizei agierte die Gruppe um Herrn Hao extrem strategisch, um die strengen thailändischen Eigentumsgesetze für Ausländer zu umgehen. Das Netzwerk beauftragte die besagte Rechtsberatungsfirma, um Unternehmen zu gründen. In diesen Firmen wurden gezielt thailändische Frauen als Direktorinnen und Mehrheitsaktionärinnen eingesetzt – allerdings nur auf dem Papier. Diese Firmen dienten als reine Strohmann-Konstrukte für den Kauf von Luxushäusern und Eigentumswohnungen. Eine thailändische Anwaltskanzlei soll dabei Schützenhilfe geleistet und die nötigen Dokumente zur Verschleierung der illegalen Besitzverhältnisse erstellt haben.
Geständnis mit Einschränkungen: Verdächtige streiten Schuld ab
In den ersten Vernehmungen zeigte sich der Hauptverdächtige teilweise kooperativ: Herr Hao gab zu, in die Gründung der TA Law Firm Co Ltd investiert und aus persönlichem Vertrauen die Namen zweier thailändischer Frauen als Strohmann-Aktionäre genutzt zu haben. Diese Vereinbarung habe dazu gedient, den Kauf von Luxusimmobilien für chinesische Geschäftspartner finanziell abzuwickeln. Er selbst habe dafür Verkaufsprovisionen in Höhe von etwa 1,5 bis 2,5 % eingestrichen.
Trotz dieser Aussagen teilte die Polizei mit, dass alle Verdächtigen die formalen Anklagepunkte – die sich auf Verstöße gegen das Notverordnungsdekret zur Regelung der Arbeit von Ausländern beziehen – strikt bestreiten.
Ermittlungen werden ausgeweitet
Die thailändischen Behörden greifen nun hart durch: Die Verdächtigen wurden vorläufig festgenommen und zusammen mit den umfassenden Beweismitteln an die Ermittler der Abteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität übergeben. Dies soll jedoch erst der Anfang sein. Wie die Ermittlungsbehörden offiziell bekannt gaben, wird das Verfahren nun massiv ausgeweitet, um weitere mutmaßliche Komplizen – sowohl thailändische Staatsbürger als auch Ausländer – im Hintergrund zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.
Redaktion STIN // CTN-Media