BANGKOK, Thailand – Mit einem gezielten Schlag hat die thailändische Polizei einen international agierenden Kriminalitätsring zerschlagen. Eine nigerianische Bande hatte systematisch thailändische Frauen über das Internet manipuliert, um sie als unwissende Drogenkuriere zu missbrauchen. Der Zugriff der Ermittler beendete das perfide Zusammenspiel aus Liebesbetrug („Romance Scam“) und Rauschgifthandel. Die Bilanz der Razzia: Drei Festnahmen und die Sicherstellung von Kokain und Heroin im geschätzten Straßenverkaufswert von über 25 Millionen Baht.

Die Masche: Erst die große Liebe, dann der Schmuggelbefehl

Die Ermittlungen des Zentralen Ermittlungsbüros (CIB) in Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Menschenhandel und Verbrechensbekämpfung, der Einwanderungspolizei, dem Büro für Cyberkriminalität sowie der Grenzpolizei legen die skrupellose Strategie der Täter offen.

Die Bande nutzte gefälschte Online-Profile auf Dating-Plattformen und Facebook. Dort gaben sich die Betrüger als wohlhabende Geschäftsleute, Ingenieure oder hochrangige Offiziere aus, um gezielt das Vertrauen thailändischer Frauen zu gewinnen. Sobald die emotionale Bindung gefestigt war, verlagerten die Täter die Kommunikation geschickt auf den Messenger-Dienst WhatsApp, um den Radar der Strafverfolgungsbehörden bewusst zu umgehen.

Getäuscht und ausgenutzt: Der Fall einer 23-Jährigen

Wie fatal diese Masche funktioniert, zeigt das Schicksal eines Opfers: Eine 23-jährige Thailänderin knüpfte Mitte 2025 online Kontakt zu einem Profil namens „Mc General“. Nachdem der Betrüger ihr Vertrauen gewonnen hatte, lockte er sie mit dem Versprechen auf schnelles Geld. Er bot ihr einen scheinbar harmlosen und lukrativen Job an: den Transport von Gepäckstücken aus einem Nachbarland nach Thailand. Die versprochene Entlohnung lag bei 40.000 bis 50.000 Baht pro Fahrt.

Die filmreife Route der Schmuggler verlief wie folgt:

  • Die Ausreise: Auf Anweisung der Hintermänner überquerte die junge Frau den Mekong-Fluss über einen illegalen, natürlichen Grenzübergang in der Provinz Nong Khai.

  • Die Übergabe: Auf der anderen Seite der Grenze brachten Komplizen sie in einem Hotel unter. Dort wurden ihr präparierte Koffer ausgehändigt. Die illegalen Substanzen waren geschickt in Kaffeepackungen, Snacktüten und Paketen getarnt.

  • Die Logistik: Um den Kontrollen der Behörden zu entkommen, nutzte das Netzwerk eine gut koordinierte Logistikkette aus verschiedenen Fahrzeugen, Lieferwagen und Booten, mit denen die Ware zurück nach Thailand geschleust wurde.

  • Das Verteilzentrum: Das Ziel der Schmuggelware war ein Hotel im Bangkoker Stadtteil Ramkhamhaeng, von wo aus die Drogen an die Endabnehmer verteilt werden sollten.

Der Zugriff und die Festnahmen

Die Ermittler hatten das kriminelle Netzwerk jedoch bereits über einen längeren Zeitraum observiert. Der Zugriff erfolgte exakt in dem Moment, als die 23-jährige Thailänderin die heiße Fracht in Bangkok an ihre nigerianischen Komplizen übergeben wollte.

Bei dem Einsatz in Bangkok und der Provinz Samut Prakan klickten für drei Verdächtige die Handschellen:

  • Emeka (39), nigerianischer Staatsbürger

  • Anayo (45), nigerianischer Staatsbürger

  • Die 23-jährige Thailänderin (Opfer und Kurierin)

Geständnisse und laufende Ermittlungen

In den anschließenden Verhören zeigte sich ein geteiltes Bild. Die festgenommene Thailänderin gab an, von den Tätern schwer getäuscht worden zu sein. Sie gestand, vor ihrer Festnahme bereits drei ähnliche Schmuggel-Touren unter denselben Bedingungen absolviert zu haben.

Einer der nigerianischen Hauptverdächtigen legte unterdessen ein Teilgeständnis ab: Er gab zu, im Besitz des Kokains gewesen zu sein, und bestätigte den Ermittlern, dass die Drogen für den Weiterverkauf auf dem Markt in Bangkok bestimmt waren. Der zweite nigerianische Verdächtige bestritt hingegen bislang jede Beteiligung und weist alle Vorwürfe von sich.

Die thailändischen Behörden haben mittlerweile offiziell Anklage gegen das Trio erhoben. Die Ermittlungen sind damit jedoch noch nicht abgeschlossen: Polizei und Cyberexperten weiten ihre Suche derzeit intensiv aus, um weitere Hintermänner und Mitglieder dieses kriminellen Netzwerks zu identifizieren und dingfest zu machen.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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1 Kommentar
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berndgrimm
berndgrimm
1 Monat vor

Watt! Will hier niemand einen nigerianischen Prinzen heiraten ?

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