Ein thailändisches Urlaubsparadies mutiert zum brutalen Überlebenskampf: Der 27-jährige Brite Oliver Hardy wurde wegen Visabetrugs zu fast 18 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung bricht er sein Schweigen und berichtet von den schockierenden Zuständen im berüchtigten Bangkok Remand Prison – von korrupten Netzwerken, gezielten Messerattacken und der nackten Gewalt hinter Gittern.

Der fatale Deal: Vom Traumurlaub in die Betrugsfalle

Fünf Jahre lang hatte der Heizungsmonteur aus Croydon hart gespart, um sich im Januar 2023 seinen Traum von einer Thailand-Reise zu erfüllen. Doch eine Kette von vermeintlichen Betrügereien und fatalen Missverständnissen zerstörte sein Leben von Grund auf.

Alles begann laut Hardys Angaben mit einer folgenschweren Fehlentscheidung: Um legal im Land zu bleiben, zahlte er einem Bekannten 1.200 Pfund (ca. 52.500 Baht). Dieser hatte ihm versprochen, ein Langzeitvisum für ein Muay-Thai-Training zu organisieren. Die Zusage entpuppte sich als Betrug – und Hardy rutschte ungewollt in die Illegalität, da sein ursprüngliches Visum zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen war.

Aus Angst vor einer drohenden Verhaftung, der Abschiebung und einem lebenslangen Einreiseverbot klammerte sich der junge Brite an den nächsten Strohhalm. Im Dezember 2023 zahlte er weiteren 1.800 Pfund (ca. 78.800 Baht) an eine Visaagentur in Pattaya. Die Agentur schleuste ihn per Flugzeug nach Südthailand, transportierte ihn mit dem Taxi an die malaysische Grenze und organisierte die Weiterreise nach Kuala Lumpur. Von dort aus flog Hardy zurück nach Bangkok und erhielt plangemäß einen neuen, vermeintlich legalen 30-Tage-Visumstempel. Auch eine spätere offizielle Verlängerung in einem Einwanderungszentrum verlief zunächst ohne Zwischenfälle.

Das böse Erwachen am Flughafen: Acht Stunden Verhör

Die Quittung für das undurchsichtige Visaspiel folgte im Februar 2024. Nach einem Zwischenaufenthalt auf Bali kehrte Hardy für einen fünftägigen Besuch bei seiner Schwester nach Bangkok zurück. Bei der Passkontrolle am Flughafen kam es zum Eklat: Ein Einwanderungsbeamter entdeckte zwei Stempel im Pass, die im Computersystem nicht existierten.

Hardy beteuert, den Pass vorher nie genau überprüft zu haben. Er wirft den Behörden vor, ein Beamter habe seinen Pass nachträglich mit den Daten eines Fluges nach England versehen, den er in Realität nie angetreten hatte. Es folgte ein quälendes, achtstündiges Verhör durch die Einwanderungsbehörde. Die Beamten schenkten seinen Schilderungen keinen Glauben und beschuldigten ihn stattdessen, die Stempel selbst gefälscht zu haben. Die Konsequenz: Eine sofortige Anklage wegen Urkundenfälschung und Überschreitung der Aufenthaltsdauer.

Vom Abschiebeknast vor den Richter: 24 Jahre Haft drohten

Die juristische Odyssee nahm im Abschiebegefängnis an Fahrt auf. 46 Tage lang saß Hardy dort unter menschenunwürdigen Bedingungen fest. Er musste sich eine völlig überlastete Zelle mit rund 120 Insassen teilen; die sanitären Anlagen waren defekt.

Zwar wurde ihm zwischenzeitlich signalisiert, die Anklage sei fallengelassen worden und seine Heimreise stehe bevor, doch das Gegenteil trat ein: Hardy wurde erneut dem Richter vorgeführt. Die Justiz konfrontierte ihn mit drei weiteren Anklagepunkten. Mit nun insgesamt fünf Anklagen wegen der Überziehung des Visums, der illegalen Ausreise auf nicht genehmigten Wegen, der Fälschung internationaler Einreisestempel und offizieller Siegel sowie der Nutzung eben dieser gefälschten Dokumente drohte ihm plötzlich ein Strafmaß von mindestens neun bis hin zu 24 Jahren Gefängnis.

Wie die britische Zeitung The Sun berichtet, verurteilte das Gericht Hardy im Jahr 2024 letztlich zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Da er sich vor Gericht schuldig bekannte, wurde die Strafe auf ein Jahr und vier Monate halbiert.

Die Hölle von Bangkok: Gewalt, Missbrauch und nackter Beton

Nach dem Urteil folgte die Verlegung in das berüchtigte Bangkok Remand Prison. Hardys Schilderungen über die dortigen Zustände sind erschütternd: Er teilte sich eine Zelle mit 22 Männern, geschlafen wurde ausnahmslos auf dem nackten Betonboden. Bereits in seiner allerersten Nacht wurde er Zeuge eines brutalen sexuellen Übergriffs – ein Moment, der ihm klarmachte, dass er sein Verhalten radikal anpassen musste, um zu überleben.

„In meiner ersten Nacht sah ich einen sexuellen Übergriff. Das hat mein gesamtes Denken und Verhalten im Gefängnis sofort verändert.“

Im Laufe der Haft geriet der Brite ins Visier einer Gruppierung, die nach seinen Angaben Verbindungen zum organisierten Verbrechen pflegte. Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung wurde Hardy mit einem zugespitzten Plastikgegenstand in das Bein gestochen. Zudem erlebte er im Gefängnisalltag mehrere Selbstmordversuche von Mitinsassen mit.

Nach einem Jahr Haft wurde Hardy für die verbleibenden vier Monate in das Thon Buri-Gefängnis verlegt. Doch auch dort herrschte Willkür: Nach Angaben des Briten drangen Gefängniswärter mehrfach in alkoholisiertem Zustand in die Trakte ein und gingen mit Holzstöcken wahllos auf Häftlinge los.

Ein Neuanfang auf Social Media

Nach insgesamt 16 Monaten hinter Gittern hat Oliver Hardy seine Haftstrafe vollständig abgesessen und befindet sich wieder in Freiheit. Die traumatischen Erlebnisse verarbeitet der 27-Jährige nun öffentlich: Auf Instagram dokumentiert er seinen Alltag und teilt seine Gefängnisberichte mit einer wachsenden Community. Das Reisen hat er trotz des Albtraums nicht aufgegeben – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung befand er sich in Vietnam, mit dem festen Ziel, noch vor Jahresende Brasilien zu erreichen.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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2 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
1 Monat vor

Das ist STIN: Angstmache um jeden Preis um seine Rechthaberei durchzusetzen.
Meine Meinung dazu:
Da hat jemand sein eigenes Leben verpfuscht und fälschlicherweise angenommen in TH gäbe es Menschenrechte für mittellose Farang.
Er kannte TH offenbar nur aus dem Fernsehen obwohl angeblich seine Schwester in TH lebte.

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