Ein Streit um den Fahrpreis endete in den frühen Morgenstunden des Samstags auf Phuket in einer Tragödie: Der 29-jährige britische Profiboxer Colin Cairney stürzte vor seinem Hotel aus einem fahrenden Tuk-Tuk und erlitt schwerste Kopfverletzungen. Während der Sportler im Koma um sein Leben kämpft, fahndet die thailändische Polizei unter Hochdruck nach dem flüchtigen Fahrer.

Der Unfall vor dem Hotel: Rettungskräfte im Nachteinsatz

Das folgenschwere Unglück ereignete sich gegen 4:10 Uhr im Patong-Distrikt. Rettungskräfte der Phuket Kusoltham Foundation wurden alarmiert, nachdem Passanten den bewusstlosen Boxer in der Nähe eines Fußgängerüberwegs auf der Phra Baramee Road, direkt vor dem Nature Hotel am Khalaim Beach, entdeckt hatten. Wegen der Schwere seiner Kopfverletzungen verlegten die Ärzte Cairney nach einer Erstversorgung im Patong Hospital umgehend auf die Intensivstation des Vachira Phuket Hospitals.

Streit um Bargeld: Was die Überwachungskameras zeigen

Die Rekonstruktion der Nacht wirft ein klares Licht auf die Geschehnisse. Auswertungen von Überwachungskameras und die Berichte des Hotel-Sicherheitsdienstes belegen, dass Cairney nach dem Besuch eines Unterhaltungsortes in ein rotes Tuk-Tuk gestiegen war, um zu seiner Unterkunft zurückzukehren. Vor dem Hotel eskalierte die Situation: Da der Boxer kein Bargeld bei sich hatte, entbrannte ein Streit über den Fahrpreis. Zunächst willigte der Fahrer ein, zu warten, während sein Fahrgast an einem Geldautomaten Bargeld abheben wollte.

Doch die Videoaufnahmen dokumentieren eine dramatische Wendung: Gegen 4:02 Uhr passierte das Tuk-Tuk das Hotel, beschleunigte jedoch und fuhr in Richtung Patong zurück, ohne Cairney aussteigen zu lassen. In diesem Moment stürzte der 29-Jährige aus dem fahrenden Fahrzeug und schlug ungebremst mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Der Fahrer setzte seine Fahrt fort, ohne anzuhalten oder Erste Hilfe zu leisten.

Ermittlungen der Polizei: Fremdverschulden ausgeschlossen, Fahrer gesucht

Die Ermittler der thailändischen Behörden betonen, dass ein tätlicher Angriff laut den Videoanalysen ausgeschlossen werden kann; Cairney kam ohne Fremdeinwirkung zu Fall. Ob Substanzen im Spiel waren, wird derzeit geprüft. Die Polizei entnahm dem Sportler Blutproben, um sie auf Alkohol und Drogen zu untersuchen – die Ergebnisse stehen noch aus. Der ermittelnde Beamte merkte in diesem Zusammenhang an, dass auch die Freunde des Boxers, die später im Krankenhaus erschienen, augenscheinlich stark alkoholisiert waren.

Unterdessen läuft die Suche nach dem Fahrer auf Hochtouren. Polizeioberstleutnant Surachat Thongya, der stellvertretende Leiter der Ermittlungsabteilung der Polizeistation Patong, vermeldete bereits einen ersten Ermittlungserfolg: Der Besitzer des roten Tuk-Tuks konnte ausfindig gemacht werden. Dieser gab an, das Fahrzeug an eine andere Person als Taxi vermietet zu haben. Die Ermittler arbeiten nun mit Hochdruck daran, diesen Mieter zu kontaktieren und den tatsächlichen Fahrer zur Vernehmung vorzuladen.

Sollte sich der Zustand von Colin Cairney weiter verschlechtern und der Sturz tödlich enden, drohen dem flüchtigen Fahrer schwere rechtliche Konsequenzen. In diesem Fall drohen ihm Anklagen wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr, unterlassener Hilfeleistung sowie des illegalen Entfernens vom Unfallort ohne Meldung bei den Behörden.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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