Ein vermeintlich banaler Streit über den Fahrpreis hat in Bangkok eine blutige Tragödie ausgelöst. Nach einer Schießerei im Bezirk Huai Khwang am frühen Sonntagmorgen ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf zwei gestiegen. Das zweite Opfer erlag seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus, wie die Polizei heute offiziell bestätigte. Der mutmaßliche Schütze – ein aktiver Beamter der Grenzschutzpolizei – ist mittlerweile in Gewahrsam und wurde vom Dienst suspendiert.
Eskalation mitten in der Nacht
Die Notrufe gingen am 14. Juni gegen 2.50 Uhr morgens bei den Behörden ein. Zeugen meldeten eine Schießerei nahe der Einfahrt zur Pracha Songkhro Soi 38 im Bezirk Din Daeng.
Laut Zeugenaussagen nahm das Drama seinen Lauf, als ein Mann in einem schwarzen Langarmhemd an einem Motorradtaxi-Stand nach einer Mitfahrgelegenheit in Richtung Makkasan verlangte. Die anwesenden Fahrer forderten für die Strecke einen Fahrpreis von 120 Baht. Dem Kunden war das zu teuer. Als die Fahrer ihm daraufhin rieten, stattdessen ein reguläres Auto-Taxi zu nehmen, eskalierte die Situation verbal. Im Verlauf des heftigen Streits zog der Verdächtige plötzlich eine Handfeuerwaffe und feuerte mehrere Schüsse gezielt auf die Gruppe der Motorradtaxifahrer ab.
Tragische Bilanz und Flucht des Schützen
Die Schüsse trafen die Männer schwer. Ein Opfer starb noch direkt vor Ort, zwei weitere Personen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Rettungskräfte brachten die Verwundeten umgehend in eine Klinik, wo einer von ihnen wenig später verstarb. Damit fordert die Tat nun zwei Menschenleben.
Nach den Schüssen flüchtete der Täter zunächst vom Tatort, stellte sich jedoch später auf der Polizeistation Makkasan. Dort identifizierten die Beamten den Schützen als den 33-jährigen Pol. Snr. Sgt. Maj. Namthap, ein Angehöriger der Border Patrol Police Subdivision 21. Die Ermittler stellten eine halbautomatische 9-mm-Pistole der Marke Sig Sauer samt gefülltem Munitionsmagazin als Beweismittel sicher. In ersten Vernehmungen räumte der Verdächtige bereits ein, dass der Schussabgabe ein Streit mit den Fahrern vorausgegangen war.
Behörden versprechen lückenlose Aufklärung
Das Hauptquartier der Grenzschutzpolizei gab in einer Stellungnahme bekannt, dass sich der Beamte zum Zeitpunkt des Vorfalls im Urlaub befand. Er sitzt nun in Polizeigewahrsam und wird bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens auf der Polizeiwache Huai Khwang festgehalten.
„Die Untersuchung wird fair, transparent und im strikten Einklang mit dem Rechtsweg durchgeführt“, versicherte das Grenzschutzpolizeibüro.
Parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen wurde bereits ein Disziplinarausschuss eingesetzt, um den Vorfall intern lückenlos aufzuklären. Bis zum endgültigen Abschluss dieser Untersuchungen wurde der 33-Jährige offiziell vom Dienst suspendiert. Weitere Details wollen die Behörden veröffentlichen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.
Redaktion STIN // CTN-Media